Freisprechungsfeier in Schwandorf: Ohne Handwerks-Profis keine Energiewende

Schwandorf
19.03.2023 - 11:56 Uhr

Ökologie spielt auch im Handwerk eine immer größere Rolle. Das wird bei einer Freisprechungsfeier in der Schwandorfer Berufsschule deutlich.

Die Obermeister Michael Zinnbauer (rechts) und Franz Schlegl (Mitte) sowie Prüfungsvorsitzender Thomas Steinbacher (links) zeichneten die Prüfungsbesten Maximilian Lindner (Zweiter von links) und Sven Keck (Zweiter von rechts) besonders aus.

Dass Abiturienten im Handwerk Karriere machen können, hat sich inzwischen herumgesprochen. Auch Sven Keck aus Wernberg-Köblitz und Maximilian Lindner aus Dieterskirchen haben das erkannt und nutzen die Chance für einen beruflichen Aufstieg.

Der 23-jährige Fachabiturient Sven Keck ließ sich bei der Firma F.EE Industrieautomation in Neunburg vorm Wald zum Feinwerkmechaniker ausbilden und erzielte als Prüfungsbester 94 von 100 möglichen Punkten. Der Obermeister der Metall-Innung, Franz Schlegl, überreichte ihm bei der Freisprechungsfeier am Donnerstag in der Aula der Berufsschule einen Bildungsgutschein im Wert von 300 Euro. Sven Keck ist inzwischen zur Firma Waldhauser in Hirschau gewechselt und hat als nächstes Ziel die Meisterausbildung im Visier.

Wechsel ins Studium

Maximilian Lindner ist 22 Jahre alt und begann nach dem Abitur am Ortenburg-Gymnasium eine Lehre als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Firma Fersch in Oberviechtach. Auch er hat den Arbeitgeber gewechselt und absolviert nun am Staatlichen Bauamt in Amberg-Sulzbach ein duales Studium für Energie- und Gebäudetechnik. Die Gesellenprüfung schloss er als Bester mit einem Schnitt von 1,8 ab.

Der Obermeister der Innung „Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik“, Michael Zinnbauer, sprach sechs Metallbauer, 13 Feinwerkmechaniker und 22 Anlagenmechaniker von ihren Pflichten frei und überreichte ihnen den Gesellenbrief. Die Branche ist „männlich“, unter den 41 Absolventen befand sich keine einzige Dame. Auf die Nachwuchskräfte kommt viel Arbeit zu, wie Michael Zinnbauer versicherte. Er bekommt derzeit „eine Flut von Nachfragen zum Thema Heizungsaustausch“. Der Innungsobermeister ist sich bewusst: „Unsere technischen Handwerksberufe sind heute gefragter denn je."

Baustein für die Zukunft

Der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Gerhard Ulm, ergänzte ein bekanntes Sprichwort und stellte fest: „Das Handwerk hat nicht nur goldenen Boden, sondern ist auch grün geworden“. Die Energiewende werde ohne das Handwerk nicht gelingen. Studiendirektor Alois Meyer wertete die Verlegung der Freisprechungsfeier ins Berufsschulzentrum als „positives Signal für die duale Ausbildung“. Kreishandwerksmeister Florian Danzl sieht im Gesellenbrief den "ersten wichtigen Baustein für die berufliche Zukunft". Zweiter Bürgermeister Andreas Wopperer betonte in seinem Grußwort: „Die Kommunen sind auf leistungsfähige Handwerksbetriebe angewiesen“.

Hintergrund:

Die geehrten Azubis

  • Feinwerkmechaniker: Sven Keck (Firma F.EE Neunburg v.W., 94 Punkte), Christian Weiß (Maschinenbau Mühlbauer in Runding, 90 Punkte), Marius Käsbauer (Maschinenfabrik Meyer in Rötz, 85 Punkte), Mathias Lippert (FS Technologies in Bruck, 83 Punkte).
  • Anlagenmechaniker: Maximilian Lindner (Fersch GmbH Oberviechtach, 88 Punkte), Leonhard Hüttner (Firma Gietl in Nabburg, 87 Punkte), Norwin Dirscherl (Firma Kopp in Neunburg v.W., 84 Punkte), Robert Bullmann (Gebrüder Zinnbauer in Schwandorf, 83 Punkte).
 
 

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