27.08.2019 - 13:17 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Führung zum "Vogelwächter"

Auf den Spuren des Schwandorfer Künstlers Peter Mayer" werden sich die Teilnehmer an einer Stadtführung am "Tag des offenen Denkmals" am 8. September begeben. 14 Werke im Stadtbereich erinnern an den vor zehn Jahren verstorbenen Künstler.

Martin Hanner von der Bayernwerk AG, OB Andreas Feller, Wolpertinger-Sprecher Otto Karl und Christian Mayer, Sohn des verstorbenen Künstlers Peter Mayer, (von links) enthüllen den Gedenkstein zu den „Vogelwächtern“, die beim Tag des offenen Denkmals zu den Zielen gehören.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Sonderführung ist eines von zwölf Angeboten beim "Tag des offenen Denkmals" am 8. September. Die Stadt beteiligt sich seit 2001 an dieser bundesweiten Aktion jeweils am zweiten Sonntag im September, die diesmal unter dem Motto steht: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur".

Im vergangenen Jahr brachten Schüler des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums eine Broschüre mit dem Titel "Kunst im öffentlichen Raum" heraus und konzentrierten sich dabei auf die Werke von Peter Mayer. Diesen Leitfaden legt Tourismusbüro-Leiter Johannes Lohrer für die eineinhalbstündige Führung auf den Spuren des Künstlers zugrunde, die am 8. September um 14 Uhr am Tourismusbüro startet. Zu den bedeutendsten Werken gehören die "Vogelwächter", die Peter Mayer 1993 im Auftrag des "Bayernwerkes" schuf. Die Skulptur stand lange Zeit in Bad Tölz und befindet sich seit drei Jahren am Eingang zum Rathaus.

Gästeführer im Dauereinsatz

Johannes Lohrer hat hochgerechnet und kommt in den vergangenen 18 Jahren auf insgesamt 22 000 Besucher. Auch diesmal erwartet er wieder eine starke Resonanz. 25 Gästeführer werden an diesem Tag im Dauereinsatz sein und die Teilnehmer zu den zwölf Zielen begleiten. Um 13 Uhr ist eine Führung durch die Jakobskirche mit anschließender Turmbesteigung geplant. Zwei Stadtrundgänge (10.30 und 14.30 Uhr) führen vorbei an den wichtigsten Denkmälern. An diesem Tag sind von 13 Uhr an auch der historische Blasturm, das Türmerhaus und das Tourismusbüro zur Besichtigung geöffnet.

Im Oberpfälzer Künstlerhaus beginnt um 11 Uhr eine Ausstellung mit den Neuerwerbungen des Bezirks (siehe Infokasten). Unweit davon startet um 10.30 Uhr die Führung von der Petruskapelle zum Fronberger Schloss. Kreisheimatpfleger Gerhard Grünwald nimmt die Teilnehmer mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Vorgänger "der von Breidbachs" waren die "Spierings" (1676 bis 1720), die die "hohe Gerichtsbarkeit" besaßen mit dem Recht, auch die Todesstrafe auszusprechen. Die Verurteilten wurden am nahe gelegenen "Hasenbügerl" am Galgen hingerichtet. Diese Erhebung ist heute noch auf dem Weg von Fronberg nach Schwarzenfeld gut zu erkennen.

Stadtmuseum geöffnet

Gerhard Grünwald führt die Besucher weiter in den Schlosshof und zeigt ihnen die Wappen am Eingang, die auf die ehemaligen Besitzer der "Spierings" und der "von Stingelheim" hinweisen. Der Hof ist gekennzeichnet durch Rundbögen und Säulen im Stile der Frührenaissance. Die Kapelle wurde 1677 erbaut von Pietro Spineta und besitzt drei Altäre. Die Anlage ist über 700 Jahre alt und war in dieser Zeit im Besitz von 13 Familien. Das Stadtmuseum hat an diesem Tag zum letzten Mal vor dem Umbau und der Neugestaltung geöffnet. Zu sehen ist noch einmal die Sonderausstellung "Die Schwartach: Von der Quelle bis zur Mündung in die Naab". Die Fotografien stammen von Josef Merkl aus Zangenstein. Durch das Felsenkeller-Labyrinth finden ab 13 Uhr im halbstündigen Abstand sieben Führungen statt. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Alle Führungen sind kostenlos.

Informationen zum "Tag des offenen Denkmals" sind unter www.schwandorf.de oder auf der Facebook-Seite "Schwandorf Tourismus" zu finden. Auskünfte erteilt ferner das Tourismusbüro, Telefon 09431/455-50. Ziel des Aktionstages sei es, so Leiter Johannes Lohrer, die historischen Bauten und ehrwürdigen Gemäuer mit Leben zu erfüllen und so der Nachwelt zu erhalten.

Hintergrund:

Ausstellung im Künstlerhaus

Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik und Installation: So viele künstlerische Schwerpunkte hat die neue Ausstellung in der Kebbel-Villa, die am 8. September eröffnet wird. Der Bezirk Oberpfalz kauft regelmäßig Werke regionaler Künstler für die Sammlung im Oberpfälzer Künstlerhaus an und gibt dafür jährlich knapp 20 000 Euro aus.

Seit 31 Jahren ist die Sammlung des Bezirks im Oberpfälzer Künstlerhaus Kebbel-Villa beheimatet und mittlerweile auf 161 Werke aus dem Bereich der Malerei, der Grafik, der Plastik, Installation und Holzintarsien angewachsen. „Entscheidendes Kriterium für den Erwerb ist die Qualität der Arbeit“, betont Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Werke von über 80 Künstlern sind mittlerweile im Besitz des Bezirks, der mit gezielten Ankäufen hochkarätige Kunst aus der Region zusammenstellt und damit einen Beitrag zur Künstlerförderung leistet.

Die Sammlung Bezirk Oberpfalz fungiert ebenso als Archiv und „Gedächtnis“ des künstlerischen Potenzials in der Region. Im Oberpfälzer Künstlerhaus wird die Sammlung jedes Jahr mit den Neuankäufen präsentiert – stets in unterschiedlicher Konstellation. Die Neuerwerbungen des Jahres 2018 stammen von Rayk Amelang (Regensburg), Franz Pröbster-Kunzel (Freystadt) und Thilo Westermann (Nürnberg), die Neuerwerbungen 2019 von Renate Christin (Sinzing), Christina Kirchinger (Regensburg) und Clemens Söllner (Tirschenreuth).

Sie werden von Sonntag, 8. September, bis Sonntag, 20. Oktober, zu sehen sein. Die Eröffnung der Schau ist am 8. September um 11 Uhr. (td)

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