Am Rande eines Gespräches der Verkehrspolitiker der CDU/CSU mit dem Bahnvorstand Ronald Pofalla im Deutschen Bundestag wies der Abgeordnete Karl Holmeier auf die lang überfällige Planung der Zugverbindung Berlin-München hin. Die Umsetzung der geplanten Strecke über Hof, Schwandorf und Regensburg verzögert sich einer Pressemitteilung aus Holmeiers Büro zufolge schon seit geraumer Zeit. Grundlage für die Inbetriebnahme der Strecke sei laut Auskunft der Bahn die vollständige Elektrifizierung des Abschnitts Regensburg-Hof. Hierzu erklärte Holmeier: "Bei der Erstellung des Fernverkehrskonzeptes vom März 2015 wusste die Deutsche Bahn AG genau, bis wann die Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof abgeschlossen ist". Die Deutsche Bahn habe gewusst, dass die Maßnahme nicht bis Ende 2022 fertig ist. "Der Ausbau verzögert sich nicht, sondern die Deutsche Bahn ist zu langsam bei der Umsetzung", schreibt er weiter.
In mehreren Schreiben an die Verantwortlichen wies der Parlamentarier auf die fehlerhafte Planung hin und bat um die Prüfung von Alternativen, um den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Berlin und München zu ermöglichen. Holmeier weiter: "Ich fordere die Einhaltung der Fernverkehrsoffensive vom März 2015 und den Einsatz von ,Hybridzügen' ab Dezember 2022, um die zugesagte Zugverbindung von Berlin nach München über Hof, Schwandorf und Regensburg, wie angekündigt, zu realisieren." Die Alternative sei eine schnellere Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof. Holmeier forderte außerdem den Vorstand der DB Fernverkehr und den Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern auf, die gegebenen Zusagen im Fernverkehrskonzept einzuhalten. "Die Bürger der Oberpfalz erwarten und verdienen eine schnelle Anbindung an das Fernverkehrsnetz", schreibt der Abgeordnete abschließend.
Brief der Bahn
Die Deutsche Bahn schrieb in Person des Bevollmächtigten für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, an CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier. Darin teilt der Konzern mit: „Mit der im März 2015 vorgestellten Fernverkehrsoffensive plant die Deutsche Bahn zukünftig die Oberpfalz direkt ans Fernverkehrsnetz anzubinden“. Voraussetzung für diese neue Linie im Zwei-Stunden-Takt sei jedoch die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Hof. Da sich diese Arbeiten jedoch verzögern, verschiebe sich somit auch die Inbetriebnahme einer möglichen Fernverkehrslinie ab Dresden in Richtung Süddeutschland. Alternative Antriebe wie der Hybridzug seien derzeit noch nicht auf dem Markt für Fernverkehrszüge verfügbar. Wann eine solche Technologie in ausgereifter Form zum Einsatz kommen könne, sei derzeit nicht seriös abschätzbar.












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