13.02.2020 - 14:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Gekommen, um zu bleiben

"Wir sind gekommen, um zu bleiben", sang die Gruppe "Wir sind Helden" vor einigen Jahren. Die Liedzeile passt gut als Motto für die Familie von Pfarrer Alfredo Malikoski. Auch sie ist gekommen. Und bleibt. Auch wenn es anders geplant war.

Pfarrer Alfredo Malikoski hat fünf Jahre in Schwandorf gewirkt. Seit 1. Februar dieses Jahres ist er Pfarrer der Vilstalgemeinde Rieden, 15 Kilometer von Schwandorf entfernt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Neun Monate lang war die zweite Pfarrstelle unbesetzt, ab Mai 2015 hatte die evangelische Kirchengemeinde in Schwandorf dann wieder einen zweiten Pfarrer. Wie sein Vorgänger Milton Jandrey kommt Alfredo Malikoski aus Brasilien. Er nahm ebenfalls am bayerisch-brasilianischen Austauschprogramm teil. „Wir freuen uns, dass Sie nach Deutschland, nach Bayern, in die Oberpfalz und insbesondere nach Schwandorf gekommen sind“, versicherte damals Dekan Karlhermann Schötz bei der Einführung.

Für den neuen evangelischen Pfarrer galt es, viele bürokratische Hürden zu meistern. Jedoch gab es viele, die ihm beim Ankommen geholfen haben. In den Jahren 1990 und 1991 war Alfredo Malikoski bereits für einige Zeit in Deutschland. In dieser Zeit hatte er seine jetzige Ehefrau kennengelernt. Zuletzt betreute er in Brasilien die Gemeinde Castro.

Eigentlich wäre jetzt langsam die Aufenthaltsdauer des 53-Jährigen abgelaufen und es stünde die Rückkehr nach Brasilien an. Aber aus verschiedenen persönlichen Gründen, unter anderem wegen der Schullaufbahn der beiden Söhne, will die Familie in Deutschland bleiben. Zugute kam Malikoski, dass im 15 Kilometer entfernten Rieden das dortige Pfarrerehepaar weggezogen ist. So arbeitete er das Jahr 2019 über schon als Vakanzvertretung in dem kleinen Vilstalort und hat sich schließlich selbst auf die dortige Pfarrstelle beworben. „Es gab zwei Kandidaten und sie haben mich genommen“, freut er sich über gute Nachricht.

Die Zeit war anstrengend, weil der Pfarrer sowohl in Schwandorf wie auch in Rieden tätig sein musste. Seit 1. Februar 2020 ist er nun offiziell Riedener Pfarrer. Rund tausend Gemeindeglieder hat er dort zu betreuen. Für den 7. März ist die kirchliche Einführung Malikoskis in seinem neuen Wirkungsort vorgesehen. Sein neuer Arbeitgeber ist die bayerische Landeskirche.

Natürlich waren einige Probleme zu meistern, um den Aufenthalt von Malikoski in Deutschland verlängern zu können. „Im März bekomme ich den unbegrenzten Aufenthalt,“ ist der Pfarrer glücklich. „Auch meine Familie freut sich sehr, dass wir hier bleiben können.“ In zwei Jahren wird Malikoski dann auch einen deutschen Pass erhalten. Bis dahin ist er noch offiziell Brasilianer. Wie er betont, wird er auch weiterhin die Partnerschaft des Dekanats Sulzbach-Rosenberg mit dem brasilianischen Indigenengebiet Guarita betreuen.

Derzeit laufen die Verabschiedungen in Schwandorf. Kürzlich hat beispielsweise der Seniorenkreis der evangelischen Kirchengemeinde dem Pfarrer gedankt, der fünf Jahre den Seniorenkreis in Zusammenarbeit mit einem Team leitete. In dieser Zeit hielt er die Andachten, sang und betete mit dem 50 Personen starken Seniorenkreis und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite.

„Die Glocken läuteten, als wir vor fünf Jahren in Schwandorf ankamen“, erinnert sich Malikoski voll Dankbarkeit. „Wir sind hier gut aufgenommen worden und haben uns in Schwandorf wohlgefühlt.“ Jetzt zieht die Familie sozusagen in die Nachbarschaft. Der Kontakt wird also vermutlich nicht abreißen.

Abschied:

Vor fünf Jahren kam Pfarrer Alfredo Malikoski mit seiner Frau Olga und seinen Kindern Mikhail und Aleksei nach Schwandorf. Jetzt sagt die evangelische Kirchengemeinde Schwandorf Lebewohl und feiert einen Festgottesdienst am Samstag, 15. Februar, um 16 Uhr in der Erlöserkirche in Schwandorf. Anschließend an den gottesdienstlichen und den offiziellen Teil des Nachmittags kann man sich bei Häppchen und Getränken von Pfarrer Malikoski und seiner Familie verabschieden. (td)

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