Das Standesamt Schwandorf hat einen neuen Leiter. Der 34-jährige Gerd Winterberger war zuletzt Sachbearbeiter in dieser Abteilung und stieg jetzt zum Chef auf. Am Mittwoch überreichte ihm Oberbürgermeister Andreas Feller die Bestellungsurkunde und beförderte ihn gleichzeitig vom Hauptsekretär zum Inspektor.
Gerd Winterberger ist in Hofenstetten bei Neunburg vorm Wald geboren und wohnt seit zehn Jahren mit seiner Familie im Schwandorfer Ortsteil Kronstetten. Nach der Schule machte er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Es folgte ein neunmonatiger Zivildienst. Anschließend arbeitete Gerd Winterberger vier Monate lang als Angestellter bei der Deutschen Post AG in Schwandorf.
Seit 2005 im Rathaus
Am 1. September 2005 begann sein Vorbereitungsdienst bei der Stadt Schwandorf. Nach der Ausbildung wechselte der Sachbearbeiter ins Standesamt. Die offizielle Bestellung zum Standesbeamten erfolgte am 1. Mai 2008. "Ich wollte nicht in der Gehaltsstufe A9 hängenbleiben", begründet Gerd Winterberger seinen Entschluss zur Weiterbildung. Mit einer dreijährigen Ausbildung an der Fachschule in Hof qualifizierte er sich für die dritte Verwaltungsebene.
Mit der Ernennung zum Verwaltungsinspektor und der Bestellung zum Leiter des Standesamtes für den Standesamtsbezirk Schwandorf steht ihm nun die Türe offen für eine Karriere im gehobenen Dienst. Im Namen der Kollegen gratulierte die stellvertretende Leiterin des Standesamtes, Inge Heinzmann, zum beruflichen Aufstieg. Sie nennt Gerd Winterberger ihren "Ziehsohn", mit dem sie jetzt seit elf Jahren eng zusammenarbeite. "Ich bin stolz, ihn nun als meinen neuen Chef begrüßen zu dürfen", versicherte Inge Heinzmann. Sie überreichte ihm eine persönliche Urkunde, unterschrieben von den Kollegen.
Mehr Fälschungen
Von den 19 Standesämtern im Landkreis ist Schwandorf das größte. Inge Heinzmann nannte die Zahlen des vergangenen Jahres: 135 Eheschließungen, 721 Geburten, 435 Sterbefälle und sechs Lebenspartnerschaften. "Da kommt eine Fülle von Beurkundungen zusammen", erklärt die stellvertretende Leiterin des Standesamtes, Inge Heinzmann.
Zum Team von Gerd Winterberger gehören vier Standesbeamte und drei weitere Mitarbeiter. "Ich habe gern mit Leuten zu tun", versichert der neue Leiter. Soziale Kompetenz sei vor allem bei "schwierigen Fällen mit Ausländern und Flüchtlingen" gefragt. Gerd Winterberger versucht alles, um die fehlenden Unterlagen beizubringen und den Wünschen der Antragsteller gerecht zu werden. Nicht selten muss er dazu einen Dolmetscher hinzuziehen. Ein Standesbeamter müsse sich auch mit ausländischem Recht befassen und Gerichten zuarbeiten, wenn es um Urkundenfälschung gehe. "Sie kommen immer öfter vor", stellte Gerd Winterberger fest.
Was macht die Tätigkeit im Standesamt aus? "Wir müssen sehr akkurat arbeiten", gibt der neue Leiter zu verstehen. Die Sorgfalt beim Personenstandsrecht sei eine "typische deutsche Eigenschaft", sagt Gerd Winterberger. In den meisten anderen Ländern sei man großzügiger und nicht so bürokratisch. In Deutschland herrsche nicht das "Territorialprinzip". Wer hier geboren werde, habe nicht automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Dazu sei ein mindestens achtjähriger Aufenthalt erforderlich.
Gerd Winterberger musste am Ende seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt eine Diplom-Arbeit schreiben. Als Thema wählte er die "kommunale Gebietsreform" und befasste sich mit den Vorgängen der Eingemeindungen nach Schwandorf von 1972 an. Der neue Standesamtsleiter tritt die Nachfolge des Diplom-Verwaltungswirts Reinhard Schuß an, der als neuer Hauptamtsleiter zur Gemeinde Wackersdorf wechselte.













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