06.02.2019 - 14:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Gesalzene Tage

Die Späher lauern früh am Morgen. Wird's glatt? Was sagt der Wetterbericht? Sie schicken bis zu 18 Räum- und Streufahrzeuge der Straßenmeistereien in Nabburg und Neunburg vorm Wald auf den Weg.

Die Fahrzeuge der Straßenmeistereien des Bauamts und der Kreisbauhöfe sorgen auf über 800 Kilometern Straßen im Landkreis für sichere Verhältnisse.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Die von uns zu betreuenden Bundes- und Staatsstraßen sollen abhängig von der Wettersituation zwischen 6 und 22 Uhr befahrbar gehalten werden", sagt Wolfgang Kraus, am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach zuständig für das Betriebs- und Meldewesen. Auf den Bundesstraßen 85 und 16 im Landkreis werde bei Bedarf auch rund um die Uhr gestreut. Für die 40 Mitarbeiter in den Meistereien in Neunburg und Nabburg heißt das: Früh aufstehen. In der Regel sind die sieben eigenen und elf Fahrzeuge von privaten Unternehmen zwischen 3 Uhr früh und 22 Uhr abends unterwegs. Bei starken Schneefällen wie am Sonntag geht's dann auch schon mal bis Mitternacht. "Sonntag und Montag war schon extrem", berichtete Kraus, "zum Glück war wenig Verkehr". Rund 500 Tonnen Salz, schätzt er, sind bei den Schneefällen auf den Straßen gelandet. Späher und Wetterbericht sind eine Grundlage für den Einsatzplan, dazu kommen vier Glatteismeldeanlagen bei Stadlern, Forst bei Nabburg, an der B 16 bei Nittenau und bei Pittersberg. Die Geräte messen die Temperatur auf Straßenniveau und im Boden, können auch feststellen, wie viel Salz noch auf der Straße ist. Eine Kamera gibt einen Überblick über die Situation.

Übers Handynetz können die Anlagen auch Warnungen schicken. Dann kann auch schon vorsichtshalber gestreut werden, wenn Glätte droht. "Vorher räumen geht ja leider nicht", scherzt Kraus im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. Die 400 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen sind freilich nur ein kleiner Teil des Netzes im Landkreis.

Die 30 Mitarbeiter der Kreisbauhöfe haben für 420 Kilometer Straßen "unterm Pflug". Mit zehn eigenen und drei Fremdfahrzeugen sorgen die 30 Mitarbeiter in zwei Schichten taäglich zwischen 4 und 22 Uhr dafür, dass der Verkehr auch im Winter rollen kann, wie Landratsamtssprecher Hans Prechtl mitteilte. Rund 5500 Tonnen Salz hat der Landkreis zu Beginn der Saison auf Lager gelegt, die Kosten rund 450 000 Euro. "Vergangenen Winter haben wir rund die Hälfte verbraucht", erläutert Prechtl. Die Fahrzeuge sind in Burglengenfeld, Nabburg Neunburg, Schwarzenfeld und Teunz stationiert.

In Nabburg gibt's also drei Bauhöfe. "Das ist für die Bürger manchmal schwierig," sagte der Nabburger Bauhofleiter Rudolf Scharf. Wenn etwa ein Fahrzeug mit hochgefahrenem Schild durch die Stadt fährt. "Da heißt's dann, der fährt durch und räumt nicht. Aber wir haben alle unsere Einsatzgebiete." Der Nabburger Bauhof ist mit zwei großen Fahrzeugen und einem Kleintraktor für die Gehwege unterwegs, außerdem hat Scharf "Fußtruppen" für die Gehsteige und Treppen im Einsatz. Priorität haben der Schul- und der Stadtberg, dann kommen die Wohnviertel und Stadtteile dran. "Wenn es so ist wie am Sonntag, müssen die Siedlungen etwas warten", sagte Scharf.

Auf geräumte Straßen in den Wohngebieten müssen die Schwandorfer verzichten. Der Bauhof konzentriert sich auf die Hauptverkehrsstraßen und auf die Verkehrswege, die als gefährlich eingestuft sind. Danach sind Flächen wie Parkplätze dran. Die Räum-und Streuplan erstelle der Bauhof jedes Jahr in Absprache mit dem Ordnungsamt und der Polizei auf, teilte Rathaus-Sprecherin Maria Schuierer mit.

An vier Standorten im Landkreis stehen Glatteis-Meldeanlagen des Bauamts.
An vier Standorten im Landkreis stehen Glatteis-Meldeanlagen des Bauamts.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.