Schwandorf
15.11.2018 - 17:34 Uhr

Große Ehre zum 90. Geburtstag

Die Willy-Brandt-Medaille bekommen nur besonders verdiente Sozialdemokraten verliehen. Zu diesem Kreis gehört nun auch der langjährige Schwandorfer Kreis- und Stadtrat Franz Sichler.

Zahlreiche Weggefährten gratulierten Franz Sichler (Mitte, zusammen mit Ehefrau Elisabeth) zum 90. Geburtstag. Bild: Hirsch
Zahlreiche Weggefährten gratulierten Franz Sichler (Mitte, zusammen mit Ehefrau Elisabeth) zum 90. Geburtstag.

SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler überreichte ihm die Auszeichnung am Donnerstag bei einer Feierstunde im Coffeino der Sparkasse. Dorthin hatten der SPD-Stadtverband und die SPD-Stadtratsfraktion am Donnerstag zu einer Feier zum 90. Geburtstag von Franz Sichler eingeladen.

Der Jubilar sei in der Familie "politisch sozialisiert" worden und in die Fußstapfen seines Vaters und Onkels getreten, sagte Franz Schindler. Er würdigte die politische Lebensleistung Sichlers als OB-Kandidat, Stadtrat und Vorsitzender der SPD-Fraktion sowie als Kreisrat und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und stellte fest: "Keiner wusste so gut Bescheid wie Franz Sichler". Kein anderer habe die Akten und Unterlagen im Detail so gut gekannt. Schmunzelnd erinnerte sich Schindler daran, "dass wir nicht nur immer wieder verblüfft, sondern auch manchmal genervt waren ob dieser Akribie". Noch heute finde Franz Sichler in seinem sauber geordneten Archiv in kürzester Zeit Unterlagen zu wichtigen Themen der Stadt.

Korrekt und geschliffen

Der Jubilar habe nicht nur Bücher und Aufsätze geschrieben, sondern zusammen mit seinem Schulkameraden Josef Zilch auch ein Lied über seine Heimatstadt Schwandorf verfasst. Der Musikprofessor und Mitehrenbürger wollte eigentlich zum 90. Geburtstag seines Freundes nach Schwandorf kommen, hatte sich aber im Datum vertan. Dafür aber kamen am Donnerstag viele andere Weggefährten ins Coffeino der Sparkasse. Die Altlandräte Hans Schuierer und Volker Liedtke gratulierten, ebenso stellvertretender Landrat Joachim Hanisch und beiden Bürgermeister Andreas Feller und Ulrike Roidl. Unterbezirksvorsitzende MdB Marianne Schieder schätzt an Franz Sichler die Korrektheit und das geschliffene Wort, mit dem er die Sache auf den Punkt bringe. Der Jubilar sei ein vielseitig talentierter und interessierter Mensch, der immer noch die Orgel im Marienheim spiele. Als Geschenk überreichte sie ihm einen Präsentkorb aus dem fairen Handel.

Für den SPD-Stadtverband ergriff Vorsitzender Manfred Schüller das Wort und erinnerte an einige Anekdoten aus dem politischen Alltagsgeschehen. Franz Sichler wertete den Empfang und die Vielzahl der Ehrengäste und Gratulanten als "Ausdruck der Anerkennung und Sympathie". Er schloss sich allerdings den Worten des Sozialdemokraten Carlo Schmidt an, der vor einem Personenkult warnte. Das Alter an sich sei ja kein Verdienst, meinte Franz Sichler, "aber dennoch schön, wenn man es ehrt".

Für Kurskorrektur

Der Jubilar erinnerte an die Nachkriegszeit, als er als junger Bauhilfsarbeiter am Wiederaufbau seiner Heimatstadt mitgewirkt habe. Und an die Zeit, da er als Privatsekretär seines Vaters in die Politik hineingewachsen sei.. "Mein Vater hat mich aber nie gedrängt, der SPD beizutreten", erinnerte sich Franz Sichler. Doch für ihn sei keine andere Partei in Frage gekommen. Es folgte 1958 der Wechsel als Lehrer an die Berufsschule, der Aufstieg bis zum Oberstudiendirektor und "schöne Jahre in der Familie". Franz Sichler schätzte die gute Zusammenarbeit mit den sozialdemokratischen Urgesteinen Fretschner. Braunreiter, Hey und Schuierer und bedankte sich bei Franz Schindler für die Verleihung der hohen Auszeichnung. Franz Sichler hat auch die "ganz Großen der deutschen Sozialdemokratie" kennengelernt. Carlo Schmidt, Helmut Schmidt, Herbert Wehner und Hans-Jochen Vogel. Er warnt seine Partei heute vor einer Erneuerung und betont: "Mit diesem Begriff sollte man vorsichtig umgehen". Bei der SPD sei eher eine Kurskorrektur angebracht.

 
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