09.10.2018 - 16:22 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Große Kreisstadt wird Behörden-Satellit

20 Mitarbeiter staatlicher Behörden aus dem raum Schwandorf sollen künftig auf das Pendeln in die Ballungsräume verzichten können. Das Pilotprojekt soll 2019 starten.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Ein Pilotprojekt der Staatsregierung soll 2019 in der Großen Kreisstadt starten: Schwandorf wird Standort für "Behördensatelliten". Das hat nichts mit dem von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Raumfahrtprogramm zu tun, sondern meint schlicht die Auslagerung von Arbeitsstellen aus den Ballungsräumen. Dabei würden vor Ort Amtsräume für Bedienstete des Freistaats zur Verfügung gestellt, von denen aus sie sich aus der Ferne in ihrem System einloggen und ihre Arbeit verrichten können, während sie bislang teils viele Kilometer zu ihren Arbeitsplätzen in den Großstädten pendeln mussten. Das teilte Landtagsabgeordneter Alexander Flierl (CSU) am Dienstag mit, nachdem die Entscheidung im Ministerrat getroffen worden war.

Bis zu 20 Mitarbeiter staatlicher Behörden sollen den "Satelliten" Schwandorf nutzen können. Ob sie Büros in Behörden wie dem Finanzamt oder der Agentur für Arbeit bekommen sollen, ist nach Angaben des städtischen Pressesprechers Lothar Mulzer noch völlig offen. Auch Homeoffice-Plätze seien denkbar, dafür müssten aber auch Sicherheitsaspekte wie der Datenschutz abgeklopft werden. "Das zeigt, wie wichtig eine enge Verbindung zwischen der Kreisstadt und München ist", bewertete die amtierende dritte Bürgermeisterin Martina Engelhardt-Kopf den Einsatz von Oberbürgermeister Andreas Feller und Flierl für das Projekt in Schwandorf. "Die Regionalisierung von Verwaltung und Behörden ist ein wichtiger Schritt, um die Strukturen bei uns in der Region zu stärken", sagte Flierl. "Damit bleiben die Mitarbeiter der Region verbunden, haben selbst mehr wertvolle Zeit, die sie ansonsten auf der Straße oder im Zug verbringen würden, und auch die jeweiligen Verwaltungsaufgaben können schneller und effektiver erledigt werden", so der Abgeordnete weiter. Das Projekt solle auch der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen.

Das zeigt, wie wichtig eine enge Verbindung zwischen der Kreisstadt und München ist.

Martina Engelhardt-Kopf, dritte Bürgermeisterin

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