04.12.2019 - 15:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Großes Geld für kleine Puppen

Der Architekten-Entwurf für das Marionettentheater in Fronberg findet Gefallen im Bauausschuss. Vor einem Beschluss will das Gremium aber ein Nutzungs-Konzept sehen.

Architekt Florian Brunner (Zweiter von rechts) stellte dem Bauausschuss mit Oberbürgermeister Andreas Feller (Zweiter von links) an der Spitze ein Modell des Marionettentheaters in der ehemaligen Fronberger Sparkasse vor.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Florian Brunner hat an alles gedacht. Bühne, Zuschauerraum mit ansteigenden Sitzplätzen, kleine Küche. Die Kassetten-Betondecke der ehemaligen Sparkasse in Fronberg würde der Architekt wieder offenlegen, der ehemalige Schalterraum mit einer Vorhanglösung verdunkelt. Auch einer multifunktionellen Nutzung des Raums stünde nichts im Wege. Die Bühne müsste in einen Anbau zum Park des Künstlerhauses hin, um die nötige Höhe zu erreichen. Kosten: 300000 Euro.

Am Entwurf des Architekten hatte im Bauausschuss auch niemand etwas auszusetzen, am Modell ließ sich auch schon im Maßstab 1:50 anschaulich erkennen, dass der Entwurf Hand und Fuß hat. Dennoch hat der Ausschuss noch keine Empfehlung an den Stadtrat für das Gebäude abgegeben, das künftig das Schwandorfer Marionettentheater der Familie Pöhlmann als Probe- und Spielort dienen soll. Aber eben nicht nur.

Denn der Stadtrat erwartet sich von der Verwaltung ein Gesamtkonzept, auf das Alfred Braun (SPD) entsprechend pochte. Bevor man die Hand für eine bauliche Lösung hebe, müsse das Nutzungskonzept vorliegen, das das Kulturamt erarbeiten soll. Also auch die Frage geklärt werden, wer, wann und wie die Räume nutzen könnte, etwa auch für Kleinkunst-Darbietungen. "Wir wollten das mal als Lager für das Künstlerhaus nutzen", erinnerte Braun, und wollte wissen, wo den beispielsweise die wachsende Sammlung Bezirk Oberpfalz aufbewahrt werde. Dazu werde die nicht genutzte Wohnung im Künstlerhaus umgebaut, erläuterte Oberbürgermeister Andreas Feller. "Irgendwo müssen wir ja anfangen" konterte er den Vorwurf des fehlenden Konzepts. Der Entwurf werde ins Konzept einfließen.

Wie Braun lobte auch CSU-Sprecher Franz Radlinger den Entwurf Brunners. Mit Kosten von 300000 Euro habe er nicht unbedingt gerechnet. "Generell eine super Sache", meinte Radlinger, allerdings müsse auch erläutert werden, für was das Theater dann noch genutzt werden könne. Paul Groß (Grüne/AuGe) lobte ebenfalls den Entwurf des Architekten, fügte aber an: "Wir müssen uns erst drüber klar sein, was alles rein soll." Dem schlossen sich Jochen Glamsch (UW) und Dieter Jäger (FW) an: "Das Gesamtkonzept muss her", darüber solle dann der Stadtrat entscheiden. Der Bauausschuss blieb ohne Beschluss.

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