26.04.2019 - 17:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Grüne wollen Bremse bei "Metropolenbahn" lösen

Abgeordnete der Grünen kritisieren Verzögerungen beim Bau der Bahnstrecke München–Prag. Landessprecherin Ekin Deligöz kommt dazu auf den Bahnhof Schwandorf.

Ekin Deligöz, Franziska Wünsch, Tina Winklmann, Rudi Sommer und Stefan Schmidt (von links) drängen auf den raschen Ausbau der Strecke von München über Schwandorf nach Prag.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Es fehlt einfach am politischen Willen", stellt Stefan Schmidt fest. Der Regensburger Bundestagsabgeordnete der Grünen wirft der Bundesregierung Verzögerungstaktik beim Ausbau des Schienenverkehrs vor und nennt als Beispiel die "Metropolenbahn" von München nach Prag.

Freitagnachmittag am Bahnhof: Der "Alex" von München nach Prag fährt ein. Fünf bis sechs Stunden ist unterwegs, wer von einer Metropolen zu anderen möchte. Das soll nach den Vorstellungen der Grünen in Zukunft schneller und bequemer gehen. "Doch die Verkehrspolitiker in Berlin drücken auf die Bremse". Sein CSU-Kollege Karl Holmeier habe auf Anfrage für März 2019 Gespräche mit der tschechischen Seite angekündigt, erklärt Stefan Schmidt. Er fragte jetzt im Bundesverkehrsministerium nach und erhielt als Antwort: "Es haben noch keine Gespräche zwischen der DB Netz AG und dem Bundesverkehrsministerium stattgefunden." Begründung: Die tschechische Seite sei noch nicht soweit. Den Grünen-Politiker ärgern diese "Hinhaltetaktik" und die Schuldzuweisungen. Dabei seien mit der "Hochstufung des Ausbauprojekts in den vordringlichen Bedarf" die Voraussetzungen für eine zeitnahe Realisierung geschaffen worden. Der Grünen-Politiker fordert deshalb die sofortige Aufnahme der Gespräche mit der tschechischen Seite zum Ausbau der Strecke "München–Prag" und einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung. Die Aufforderung des CSU-Abgeordneten Karl Holmeier an seinen Kollegen von den "Grünen", bei der Planung und dem Ausbau der Metropolenbahn "an einem Strang zu ziehen", empfindet Stefan Schmidt als Ablenkungsmanöver und erklärt: "Herr Holmeier und ich haben das gemeinsame Ziel, verfolgen aber unterschiedliche Wege".

Am Gespräch am Freitagnachmittag auf dem Schwandorfer Bahnhof nahm auch MdB Ekin Deligöz aus Ulm teil. Die Sprecherin der bayerischen Grünen im Bundestag sieht in der Verkehrspolitik die Weichen "völlig falsch" gestellt. Statt eine Umgehungsstraße nach der anderen zu bauen, sollte die Bundesregierung lieber die Bahnstrecken ertüchtigen und darauf hinwirken, "dass die Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut werden". Beim Exportweltmeister Deutschland liege die Investitionsquote für den Ausbau der Infrastruktur bei acht Prozent und damit so niedrig wie in kaum einem anderen EU-Land. Die Grünen-Politikerin sieht die Zukunft der Mobilität nicht auf der Straße, sondern auf der Schiene.

Grünen-Kreisrat Rudi Sommer ist angesichts voller Kassen der Meinung: "Jetzt ist es an der Zeit, in ökologische Verkehrskonzepte zu investieren". Stellvertretende Bezirksvorsitzende Tina Winklmann appelliert an die Verantwortung der Politiker für die nachfolgenden Generationen und fordert sie auf, in die Zukunft "unserer Kinder und Enkelkinder" zu investieren. Das wünscht sich auch das Mitglied im Kreisvorstand der Grünen, Franziska Wünsch.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.