15.02.2019 - 10:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Hartnäckiger Kampf für Menschenrechte

Die Kreisgruppe Amnesty International prangert Menschenrechtsverletzungen in aller Welt an und bemüht sich um die Freilassung von politischen Gefangenen. 22 Jahre nach der Gründung kann die Gruppe durchaus Erfolge vorweisen.

Willi Rester, Ingrid Passarello, Barbara Beck und Kurt F. Stangl (von links) stehen weiter an der Spitze der Amnesty-Kreisgruppe Schwandorf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Kreisgruppe von Amnesty International hielt am Mittwoch im evangelischen Gemeindezentrum eine Jahreshauptversammlung ab. Wie zu erfahren war, beteiligte sich die Kreisgruppe an der weltweiten Briefmarathon-Aktion zur Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Tadjadine Mahamat Babouri, dem eine lebenslange Freiheitsstrafe drohte, weil er die Korruption im afrikanischen Land Tschad angeprangert hatte. Die Behörden warfen ihm vor, die Einheit und Sicherheit seines Landes zu bedrohen. Nach eineinhalb Jahren kam Mahadine wieder frei, nachdem Hunderttausende in einem Briefmarathon seine Freilassung gefordert hatten.

400 Tage eingesperrt

Zweite Vorsitzende Ingrid Passarello verlas ein Dankesschreiben des Bloggers, in dem dieser feststellt: "Eure Stimmen sind mächtig." Sieben Jahre saß Abdolfattah Soltani in Teheran wegen einer angeblich staatsfeindlichen Tätigkeit im Gefängnis. Aufgrund der Intervention von Amnesty sei der international anerkannte Rechtsanwalt im November 2018 freigekommen, so Passarello. Sie konnte auch noch einen dritten Erfolg vermelden. Der Ehrenvorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic, war 400 Tage lang eingesperrt. Die türkischen Behörden hatten ihm die Verbindung zu einer terroristischen Organisation vorgeworfen. Die stellvertretende Kreisvorsitzende wertet "diese haltlosen Vorwürfe" als Beweis für "die systematische Unterdrückung kritischer Stimmen in der Türkei". Vorsitzende Barbara Beck erinnerte an die Aktivitäten der Kreisgruppe im vergangenen Jahr. Die Mitglieder von Amnesty International warben an Info-Ständen um Unterschriften, beteiligten sich an Veranstaltungen der Gleichstellungsstelle am Landratsamt und gestalteten einen ökumenischen Gottesdienst in der Pauluskirche in Pfreimd zum Thema "Menschenrechte". Mitglied Kurt F. Stangl hatte die Veranstaltungen fotografisch begleitet und erinnerte in Bildern an die Aktionen. Barbara Beck kündigte die Teilnahme am "Internationalen Frauentag" am 8. März in der Fronberger Brauereiwirtschaft mit einer eigenen Kampagne an.

Die Kreisgruppe erinnert in diesem Jahr auch an das Gefängnismassaker von 1988 im Iran, als 5000 politische Gefangene ohne Gerichtsverfahren hingerichtet wurden. "Der Iran begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit und verschweigt das Schicksal tausender hingerichteter Oppositioneller", klagt Kreisvorsitzende Barbara Beck an. Amnesty schließe sich der Forderung der Vereinten Nationen nach einer unabhängigen Untersuchung des Schicksals der 1988 ohne Gerichtsurteil hingerichteten Gefangenen.

Schwierige Anfänge

Aus Deutschland gehen jährlich mehr als 150 000 Appelle und Solidaritätsschreiben an die Diktatoren in aller Welt hinaus, darunter viele aus dem Landkreis Schwandorf. Amnesty ruft die Menschen an Info-Ständen, in Ausstellungen und bei Menschenrechtsaktionen auf, sich am "Briefmarathon" zu beteiligen und vorgefertigte Appelle an diktatorische Regierungen zu unterschreiben.

Barbara Beck erinnert an die schwierigen Anfänge und die Überzeugungsarbeit, die in Schulen, Kirchen, Verbänden, der Politik und vor allem bei den Medienvertretern zu leisten war. Gründungsvorsitzender war vor 22 Jahren Josef Karl, den ein halbes Jahr später Franziska Mayer ablöste. Vor neun Jahren übernahm Barbara Beck die Führung. Sie wurde bei den Neuwahlen erneut im Amt bestätigt. Genauso wie die zweite Vorsitzende ist Ingrid Passarello und Kassenwart Christoph Beck. Zeichnungsberechtigt sind Willi Rester und Kurt F. Stangl.

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