Schwandorf
14.06.2022 - 10:14 Uhr

Historischer Tiefstand bei den Straftaten im Landkreis Schwandorf

„Wir können nicht jede Tat verhindern“, sagt Norbert Zink. Dennoch ist der Oberpfälzer Polizeipräsident stolz auf „den historischen Tiefstand“ bei den Straftaten im Landkreis Schwandorf. Das liegt nicht nur an der präventiven Polizeiarbeit.

Zum „Sicherheitsgespräch 2021“ hieß Landrat Thomas Ebeling nicht nur den Polizeipräsidenten, sondern auch dessen Stellvertreter und die Leiter der Polizeiinspektionen im Landkreis willkommen. Norbert Zink meldete einen Rückgang der Straftaten im Landkreis Schwandorf um 13,7 Prozent auf 4583 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. „Die Zahlen sind allerdings von der Pandemie geprägt“, gab der Oberpfälzer Polizeichef zu verstehen. Durch das Kontakt- und Aufenthaltsverbot seien „Tatgelegenheiten“ weggefallen.

Grundsätzlich beschreibt der Präsident die Sicherheitslage im Landkreis Schwandorf als „sehr gut“ und untermauert die Aussage mit Vergleichszahlen. So lag die Häufigkeitsziffer (Zahl der Straftaten je 100 000 Einwohner) im vergangenen Jahr in Deutschland bei 6070, in Bayern bei 3869, in der Oberpfalz bei 3309 und im Landkreis Schwandorf bei 3087.

Hohe Aufklärungsquote

„Stolz“ ist Norbert Zink auch auf die Aufklärungsquote, die im Landkreis zuletzt 79,4 Prozent (plus drei) betrug und damit den höchsten Stand im Zehn-Jahresvergleich erreichte. „In dieser Zahl spiegelt sich die hohe Akzeptanz der Polizeiarbeit und die enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung wider“, so der Polizeipräsident.

Die Straftaten gingen nahezu in allen Bereichen zurück. Lediglich bei den Rauschgiftdelikten weist die Statistik eine Zunahme um 2,3 Prozent auf. Norbert Zink führt dies auf den „verstärkten Kontrolldruck der Polizei“ zurück. Unter den 2600 Tatverdächtigen des vergangenen Jahres waren 29 Prozent Ausländer und 7,3 Prozent Zuwanderer. 75 Prozent der Täter sind männlich.

Deutlich mehr Unfälle

Vizepräsident Thomas Schöniger stellte mit Blick auf die Verkehrsunfallstatistik fest: „Im Landkreis Schwandorf wird zu schnell gefahren“. Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle (161) habe sich gegenüber 2020 fast verdoppelt. Die Polizei werde darauf mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen reagieren, so Schöniger. Von den 51 Verkehrstoten in der Oberpfalz entfielen allein zehn auf den Landkreis Schwandorf. Auch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle stieg um fast zehn Prozent auf 4763.

Der Vizepräsident wies auf den hohen Anteil an Wildunfällen (42 Prozent) hin. Elf Schulwegunfälle mit 15 verletzten Schülern bedeuteten einen Rekord im Zehn-Jahresvergleich. „Seit Jahren auf gleichem Niveau“ bewegen sich dagegen die Alkoholunfälle. Im vergangenen Jahr waren es 47.

Hintergrund:

Entwicklung der Straftaten

  • Gewaltkriminalität: 139 Fälle (- 6,7 Prozent; in Klammern der Vergleich zu 2020)
  • Gefährliche und schwere Körperverletzung: 107 (- 5,3)
  • Straßenkriminalität: 535 (- 21,8)
  • Diebstahl: 820 (- 30,6)
  • Wohnungseinbrüche: 10 (- 58,3)
  • Rauschgiftkriminalität: 748 (+ 2,3)
  • Sachbeschädigungen: 437 (- 20,7).
 
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