Schwandorf
16.01.2026 - 16:17 Uhr
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Hoffnung für Patienten mit Knie-Arthrose: Maximilian Schenke setzt in Schwandorf auf neue OP-Methode

Eine neue Behandlungsmethode weckt Hoffnung bei Patienten mit Knie-Arthrose. Maximilian Schenke hat in seiner Praxis in Schwandorf als einer der ersten Ärzte in Deutschland das Verfahren angewandt und ist zuversichtlich.

Markus Hofmann aus Burglengenfeld hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben: Spezialisten rieten dem Sportler zu einem künstlichen Kniegelenk. Da tat sich in der Schwandorfer Praxis von Maximilian Schenke für den 59-Jährigen eine neue Operations-Methode auf, die in Deutschland bisher nur wenige Male zum Einsatz gekommen ist, beispielsweise an der Uniklinik Freiburg. Die zugrunde liegenden Forschungsergebnisse aus den Niederlanden widersprachen nämlich allem, was man bisher über die Regeneration des Knorpels bei Arthrose wusste: Diese schien schlichtweg aussichtslos, doch jetzt scheint es doch zu klappen.

„Mein Knie hat einfach dauernd gezwickt“, schildert Markus Hofmann seine Vorgeschichte. Als Fußballer hat er sich vor Jahren diverse Verletzungen zugezogen und in der Folge auch schon fünf Knie-Operationen hinter sich gebracht. „Jetzt bin ich happy“, sagt er mit einem Blick auf den Bildschirm in der Schwandorfer Praxis, wo die Röntgenbilder ein Vorher und ein Nachher dokumentieren. Vorher, das war vor der OP, bei der eine Apparatur zur Schonung an seinem Knie angebracht wurde. Nachher, das ist ein aktuelles Bild, aufgenommen an dem Tag, an dem sie entfernt wurde. Was sich da getan hat, erklärt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Maximilian Schenke, der ihn Anfang Dezember in Cham operiert hat.

Mit Schrauben wird eine Art Gestell in den Knochen unterhalb und oberhalb des Knies verankert, das Bein wird damit im Gelenk ruhiggestellt. Wie auf einer Streckbank wird dann der Abstand im Knie verlängert, insgesamt um fünf Millimeter. Das sorgt für einen Unterdruck, Gelenkflüssigkeit wird in den von Arthrose betroffenen Bereich gepumpt und scheint dafür zu sorgen, dass sich der Knorpel wieder regeneriert. Schenke, der selbst eine Karriere als Schwimmer hinter sich hat und Teamarzt beim Deutschen Basketball Bund ist, vergleicht den Prozess mit der Rasenpflege auf einem Fußballplatz.

„Ganz vereinfacht ist das wie mit dem braunen Fleck, der vor dem Tor entstehen kann. Sperrt man die Fläche fürs Spiel, erholt sich das Areal von selbst“, zieht er einen Vergleich. „Das scheint dazu zu führen, dass der Rasen wieder wächst.“ In diesem Fall der Knorpel. Dann kann der Fixateur unter Narkose wieder entfernt werden. Markus Hofmann ist ihn gerade erst losgeworden. Das über Wochen nur gestreckte Knie muss deshalb erst wieder beweglich werden.

„Das ist allerdings kein Allheilmittel, es wird nicht dazu führen, dass Knieprothesen verschwinden“, warnt sein Arzt künftige Patienten vor allzu großen Hoffnungen. „Aber wir können bei mäßiger bis fortgeschrittener Arthrose Zeit gewinnen.“ Denn auch ein künstliches Kniegelenk ist nur beschränkt haltbar. „Wir haben nun immerhin ein neues Tool, ein neues Werkzeug, das den Baukasten erweitert“, so der Orthopäde. Er ist auf dieses Werkzeug bei einem OP-Termin vor internationalem Publikum in Frankreich gestoßen. Dort traf er vor einigen Jahren eine Forschergruppe aus Utrecht (Niederlande), die mit der neuen Methode gute Erfahrungen verbuchte.

„Wie nachhaltig der Erfolg ist, das muss man jetzt erst abwarten“, schränkt der Mediziner ein, der in Schwarzenfeld aufgewachsen und nach diversen Ausbildungsstationen wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. Abwarten, das gilt auch für die Abrechnung mit den Krankenkassen. Die Anerkennung des neuen Verfahrens sei erst beantragt, informiert Schenke, eventuell gebe es bald eine vorläufige Fallpauschale. Allein die Apparatur des niederländischen Herstellers, die das Knie in Streckung bringt, kostet über 3000 Euro.

Ist es nicht ganz schön mutig, hier Pionierarbeit zu leisten? „Der Mut ist überschaubar“, meint der 41-Jährige mit Blick auf immerhin einige Jahre Forschung in den Niederlanden. Vor einer Operation sei generell eine konservative Therapie anzustreben, gibt er aber zu bedenken. Erst bei einer dauerhaften Einschränkung der Lebensqualität komme ein Eingriff infrage. „Wann diese Schwelle erreicht ist, das ist allerdings sehr unterschiedlich.“ Für den begeisterten Sportler Markus Hofmann war sie längst erreicht. Noch zögert er, gleich nach der operativen Entfernung des Fixateurs das linke Bein zu belasten. Grünes Licht dafür hat er aber – und die Hoffnung, dass die jüngsten Röntgenbilder nicht trügen.

Hintergrund :

Zur Person: Maximilian Schenke

  • Ausbildung: Abitur in Nabburg, Studium in Erlangen, danach ärztliche Tätigkeit an der Uniklinik Erlangen und am Klinikum Bamberg, Leitender Oberarzt an der Spezialklinik Lichtenfels
  • Praxis: seit Mai 2022 als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Schwandorf, inzwischen mit zwei Kollegen ( Dr. Josef Mauerer und Dr. Lukas Wedell)
  • Sport: Mehrfach Teilnahme an den deutschen Meisterschaften im Schwimmen, 2005 und 2006 vom Deutsche Schwimmverband nominiert für den Weltcup in Berlin; betreut inzwischen als Teamarzt die Mannschaften beim Deutschen Basketball Bund
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