Schwandorf
31.01.2020 - 15:42 Uhr

Hohe Aufklärungsquote spricht für Polizei vor Ort

Nach den Worten von GdP-Kreisvorsitzenden Paul Groß liegt die Aufklärungsquote deutlich über dem Landesdurchschnitt. Und das obwohl die Personalstärke nicht zufriedenstellend sei.

GdP-Vorsitzender Paul Groß (links) und stv. Bezirksgruppenvorsitzender Gerhard Knorr (rechts) ehrten Stefan Hischa. Bild: exb
GdP-Vorsitzender Paul Groß (links) und stv. Bezirksgruppenvorsitzender Gerhard Knorr (rechts) ehrten Stefan Hischa.

Bei der ersten Sitzung der Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der die Polizeiinspektionen (PI) Schwandorf, Burglengenfeld und Nabburg angehören, verwies Vorsitzender Paul Groß darauf, dass die Polizeiinspektionen Schwandorf und Burglengenfeld eine Aufklärungsquote von 74 Prozent vorweisen können. Diese liege um zehn Prozent über dem Landesdurchschnitt und spreche für die Kollegen vor Ort. Groß informierte zudem über die polizeiliche Kriminalstatistik für die Jahre 2017 und 2018. Die Zahlen für 2019 werden erst durch das Bayerische Innenministerium bekannt gegeben.

Mit der Personalstärke in den Inspektionen könne man immer noch nicht zufrieden sein, kritisierte Groß. Für die PI Schwandorf liege die Soll-Stärke bei 46 Beamten. Derzeit seien aber nur 40 Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz. Aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer kam daher die Kritik, dass sich seit Jahren bei der Personalstärke nichts tue. Der stellvertretende GdP-Bezirksgruppenvorsitzende Gerhard Knorr relativierte. Die Bayerische Staatsregierung habe dazu gelernt. Jährlich würden 500 neue Polizeibeamte als Ersatz für die in Pension gehenden Beamten eingestellt.

Allerdings würden sich diese Neuzugänge in den Revieren noch nicht bemerkbar machen. Die positiven Auswirkungen der Einstellungsoffensive werde man erst in einigen Jahren spüren. Auch die Kräfte, die für die Bayerische Grenzpolizei benötigt werden, würden die Personalstärke bei den Inspektionen mindern. Knorr verwies aber auf die hohe Akzeptanz des Polizeiberufs, es gebe sehr viele Bewerbungen. Allerdings würden rund 20 Prozent der Anwärter noch während der Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen ausscheiden. Der Gewerkschafter informierte über eine Forderung der GdP, wonach die Voraussetzungen für einen vorgezogenen Ruhestand der Beamten durch ein Nachdienstkonto von 9000 Stunden in 20 Jahren geregelt werden solle.

Eine weitere Forderung der Polizeigewerkschaft laute auf Einführung des Berufsbilds "Polizei-Fachangestellter". Die GdP habe bereits vor mehr als zehn Jahren ein Konzept dafür vorgelegt, das aktuell überarbeitet werde. Heute würden aufgrund der Digitalisierung vielfach höherwertige Tätigkeiten im Angestelltenbereich ausgeübt. Durch ein modernes Berufsbild wären auch Höhergruppierungen möglich. Der Kreisgruppen-Vorsitzende Groß bezeichnete es als "Riesensauerei", dass Rentner im Vergleich zu Pensionären kein Weihnachtsgeld erhielten. Er kritisierte zugleich den Stellenabbau.

In Schwandorf ereignete sich 2018 ein Tötungsdelikt. Es wurden 323 Körperverletzungen und 566 Diebstähle (einschließlich Fahrräder) angezeigt, was gegenüber 2017 einen Rückgang um 128 bedeutet, informierte Paul Groß. Die Straßenkriminalität sei 2018 im Vorjahresvergleich um 35 Prozent zurückgegangen.

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