04.10.2019 - 17:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Im Hotel Grabinger kann man sich jetzt auch trauen lassen

Das Hotel Grabinger in Büchelkühn (Kreis Schwandorf) baut aus. In der "Trauhalla" kann künftig standesamtlich geheiratet werden.

In der „Trauhalla“ beim Hotel Grabinger kann künftig standesamtlich geheiratet werden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Stünden im Hintergrund Palmen, und nicht die Gittermasten einer Starkstromtrasse, man könnte sich auf dem glatt nach Florida versetzt fühlen: Hotelier Reinhard Grabinger hat in den Garten seines Restaurants eine "Trauhalla" gebaut, samt Pavillon und (kleinen) Palmen, die nun nicht nur für die Hochzeitsfeier, sondern - wenn schon, denn schon - auch zur standesamtlichen Hochzeit dienen soll. Also hat er eine Widmung beantragt, am 1.Juli 2019.

Nun hat der Ferienausschuss am 4. September ähnliches auf dem Tisch gehabt, und die Türmerstube des OWV neben dem Blasturm als Trauzimmer gewidmet. Da gab's keine lange Diskussion, die Hände der Räte hoben sich zur Zustimmung. Der Büchelkühner Rat Alfred Damm fragte aber da schon nach, ob denn nicht noch ein Antrag vorliege. Da kam ein "Ja" von Oberbürgermeister Andreas Feller, ohne konkretere Angaben. Am Mittwoch lag der Antrag Grabingers nun auf dem Tisch - mit der Empfehlung, ihn abzulehnen. Es müsse möglich sein, "unbeteiligten Dritten" den "Zutritt zum Eheschließungsraum zu verwehren", führte Standesamtschef Gerd Winterberger an, und wegen des unwägbaren Wetters könne eine "Eheschließung nicht verantwortungsvoll unter freiem Himmel anberaumt werden". Hausrecht braucht das Standesamt für den hoheitlichen Akt auch, und außerdem könnte ja dann jede Gaststätte einen Antrag stellen. Ferner: Das Personal im Standesamt würde knapp. Und: Jeder müsse in der Trauhalla heiraten können, auch wenn er dann nicht beim Grabinger feiert.

Bei allem Respekt für die Leistung Grabingers, diese Argumente sprächen gegen eine Widmung, meinte CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer, und jeder Mode wie "Event-Wedding" müsse der Stadtrat auch nicht folgen. "Leben und leben lassen", meinte dagegen Franz Schindler. "Wer das will, der soll dort heiraten", meinte der SPD-Fraktions-Chef, "natürlich nach den Vorgaben der Stadt". Es könne nicht sein, dass die Türmerstube gebilligt werde, "und Büchelkühn ist von Übel". Alfred Damm (ÖDP) signalisierte Zustimmung, Dieter Jäger (FW) kritisierte, dass Grabingers Antrag nicht auch im Ferienausschuss auf den Tisch kam. Kurt Mieschala (UW) sprach sich für Grabingers Antrag aus. Die notwendige Vereinbarung müsse eben die notwendigen Vorgaben regeln. Wolfgang Schuster (CSU) scherte aus der CSU-Linie aus, plädierte für die "Trauhalla". Drei CSU Räte und der Oberbürgermeister lehnten eine Widmung ab, SPD, FW, ÖDP, UW und Schuster billigten sie schließlich.

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