Beobachten, bestimmen, melden: Bei einer Hummel-Challenge vom 20. März bis zum 9. April können auch Naturfreunde im Landkreis Schwandorf helfen, das Vorkommen heimischer Hummelarten direkt vor der eigenen Haustür zu dokumentieren. Hintergrund ist ein Aufruf des Bund Naturschutz in Bayern gemeinsam mit dem Wildbienen-Monitoring am Thünen-Institut in Braunschweig, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Naturfreunde sind demnach eingeladen, Hummeln zu beobachten, zu fotografieren und per App zu melden. Jede Beobachtung helfe, mehr über die Verbreitung und Vielfalt heimischer Hummelarten zu erfahren und leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
„Gerade im zeitigen Frühjahr beginnt für Hummeln eine entscheidende Phase. Jungköniginnen, die den Winter in der Erde oder in anderen geschützten Verstecken überdauert haben, erwachen jetzt aus ihrer Winterruhe. Zunächst müssen sie dringend Energie tanken. Ohne ausreichend Pollen und Nektar können sie kein Volk gründen. Erst wenn sie genügend Nahrung gefunden haben, beginnen sie mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, etwa in verlassenen Mäusenestern oder dichten Graspolstern. Ob eine Königin jetzt erfolgreich ist, entscheidet darüber, ob im Sommer ein ganzes Hummelvolk entsteht“, erklärt Oskar Deichner, Biologe von der BN-Kreisgruppe Schwandorf.
Wichtige Nahrungsquellen
Besonders Weidenarten, wie die Salweide, spielen laut Mitteilung eine zentrale Rolle. Ihre Blüten lieferten bereits ab März reichlich Nektar und eiweißreiche Pollen und seien damit eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Hummelköniginnen im Frühjahr. Auch Frühblüher wie Krokusse, Märzenbecher, Taubnesseln oder Lungenkraut seien jetzt wertvolle Rastplätze für die pelzigen Bestäuber. Wer an blühenden Weidenkätzchen summende Gäste entdeckt, habe gute Chancen, gute Hummelfotos zu schießen. „Blühende Weiden im Frühling sind für Hummelköniginnen so etwas wie ein lebenswichtiges Frühstücksbuffet. Wer eine Weide im Garten oder am Wegesrand stehen lässt, hilft damit direkt einem zukünftigen Hummelvolk“, sagt der Biologe Deichner.
So funktioniert die Teilnahme laut BN: Kostenlose App "ObsIdentify" oder "Observation" herunterladen, ein Benutzerkonto anlegen, Hummeln fotografieren und die Bilder hochladen. Eine integrierte KI unterstütze bei der Bestimmung der Art. Zusätzlich würden alle Meldungen von Expertinnen und Experten geprüft, um eine hohe Datenqualität sicherzustellen.
Bundesweites Monitoring
Die gesammelten Daten fließen nach Angaben des BN in das bundesweite Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften des Thünen-Instituts ein. So entstehe ein immer genaueres Bild über das aktuelle Vorkommen der Hummelarten in Bayern und ganz Deutschland. Langfristig würden diese Informationen dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Begleitend zur Aktion lädt der Bund Naturschutz zu einem Hummel-Quiz ein (https://helfen.bund-naturschutz.de/hummelchallenge-quiz). Wer sein Wissen über die pelzigen Bestäuber testen möchte, kann teilnehmen und mit etwas Glück eines von zehn Hummel-Überraschungspaketen gewinnen. Die Hummel-Challenge ist ein gemeinsames Projekt des Bund Naturschutz in Bayern mit dem Thünen-Institut in Braunschweig und der Plattform Observation.org. Eine zweite Aktionsrunde folgt im Sommer dieses Jahres, vom 20. Juni bis 3. Juli.













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