16.07.2019 - 10:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wenn der Hund in den Dom geht

Es ist Zeit für die Sonntagsdichter: Acht Autoren erzählen ihre Geschichten.

Die Sonntagsdichter gestalteten mit Gedichten, Geschichten und Musik einen unterhaltsamen Abend.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

In den Geschichten von Alfons Treu spielt Hund "Nick" regelmäßig eine Rolle. Auch bei der Lesung der "Sonntagsdichter" im Saal der Sparkasse bekam der Vierbeiner eine Bühne. Eine Vielzahl widriger Umstände zwang das Ehepaar Treu eines Tages dazu, seinen Hund mit in den Regensburger Dom zu nehmen. Die Gläubigen in der Kirche reagierten mit strafenden Blicken und abfälligen Bemerkungen. Bis Alfons Treu auf die zündende Idee kam und den Leuten erklärte: "Das ist der Hund des Bischofs, wir sollen auf ihn aufpassen". Sofort schwenkten die Leute um. Der Gottesdienst konnte feierlich ablaufen, mit einem schlafenden Nick in der Kirchenbank.

"Was uns bewegt" lautete diesmal der Titel der Lesung der acht Autoren. Der stellvertretende Gebietsdirektor der Sparkasse, Tobias Eckl, kündigte "besinnliche, ernste und heitere Beiträge in Mundart und Hochsprache" an und stellte fest: "Die Sonntagsdichter sind in der Kulturszene ein Bestandteil". Die Sparkasse leiste dazu als regelmäßiger Gastgeber gerne ihren Anteil.

Wie sehr sich die Menschen von äußeren Dingen beeinflussen lassen, hat Unternehmer Fritz Buchfink erfahren. Als sein Auto der Oberklasse gerade nicht zur Verfügung stand, stieg er in einen schon etwas älteren Firmenwagen der unteren Kategorie, fuhr damit zum "Walken" und kam auf dem Parkplatz mit einem Passanten ins Gespräch über Armut und Reichtum in der Gesellschaft. Worauf dieser mit Blick auf das Fahrzeug feststellte: "Wenn ich dein Auto anschaue, dann gehörst du bestimmt nicht zu den Großen". Treue Begleiter der "Sonntagsdichter" sind die Musiker Günter Schmid (Akkordeon) und Johannes Bauer (Bass). Sie machen sich regelmäßig die Mühe und wählen Stücke aus, die zu den Texten passen. Als Hildegard Heller vom Arbeitskollegen "Lucki" erzählte, der beim Brotzeitholen mit seinem Fahrrad stürzte, dass die Wurstsemmeln durch die Luft flogen, stimmt das Duo den Ohrwurm "Ja, mir san mit'm Radl da" an.

Für den Optimisten ist das Glas halb voll, für den Pessimisten halb leer. Ingeborg Baier, Sprecherin der Sonntagsdichter, ermunterte die Zuhörer, doch die hellen Seiten im Leben überwiegen zu lassen. Worauf die Musiker das Lied anstimmten: "Schön ist es auf der Welt zu sein". Lisa Neumeier machte sich Gedanken zum "Gastrecht" und mahnte alle, die es in Anspruch nehmen: "Wer es verletzt, der wird vor die Tür gesetzt". Autorin Helga Kuttner ist gegen alles Extreme und fühlt sich "dazwischen" am wohlsten. Denn: "Der Mensch braucht allgemein ein Gleichgewicht zum Glücklichsein". Auch ein guter Chef sei darauf bedacht, "dass er für seine Mitarbeiter einen Ausgleich schafft".

Lorna Simone Baier lieh der Natur ihre Stimme und warnte vor Größenwahn: "Was ihr da in den Laboren macht, das geht zu weit". Mama Natur werde sich nicht mehr länger ärgern lassen und sich zur Wehr setzen. "Statt Weiß trag Rot, das ist die Farbe der Liebe", sang Paul Kuhn vor 60 Jahren. Der musikalische Titel passte zum Beitrag von Alfons Treu, der fragte: "Was ist Mode?" Siw Malmkvists Schlager "Schwarzer Kater Stanislaus" erklang zu Lorna Simone Baiers Beitrag "Hund und bisschen Katze, die wilde Version".

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