„Förderschulen haben nur eine geringe Lobby“, bedauert Sonderschulrektor Michael Zirngibl. Das gilt allerdings nicht für den Landkreis Schwandorf. Dieser fördert die vier Zentren für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf genauso wie die landkreiseigenen Berufsschulen, Gymnasien und Realschulen. Bei der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Planung und Bau am Montag in der Aula des „Sonderpädagogischen Förderzentrums Schwandorf-Ettmannsdorf“ ebneten die Mitglieder den Weg für die Erweiterung des Schulgebäudes und den Bau einer Sporthalle mit Außenanlagen am Standort Ettmannsdorf.
„Wir sind sehr zufrieden mit unserem Schulträger“, lobte Rektor Michael Zirngibl den Landkreis bei seiner Begrüßung. Seine Schule sei „gut in Schuss“ und habe nur einen Nachteil: „Sie ist zu klein und zu eng geworden für unsere 150 Schüler und 40 Lehrer.“ Das größte Problem seien die fehlenden Sportanlagen. Zum Turnen müssen die Schüler mit dem Bus zur Oberpfalzhalle fahren. „Eine enorme Zeit, die hier für den Sportunterricht verloren geht“, so der Schulleiter.
Das soll sich bessern
Doch es sind erste Verbesserungen in Sicht. Ein Allwetterplatz ist mit Kosten von 350.000 Euro bereits fertiggestellt. Wenn jetzt noch die Laufbahnen und Sprunganlagen angelegt sind, kann es zumindest im Freien losgehen. Bis die neue Turnhalle steht, wird es allerdings noch dauern. Norbert Raith vom gleichnamigen Architekturbüro in Kelheim rechnet Mitte nächsten Jahres mit dem Baubeginn für die 400 Quadratmeter große Einfachturnhalle. Gleichzeitig soll auch die Erweiterung des Bestandsgebäudes starten. Es entstehen im Obergeschoss fünf Räume für die Ganztagesbetreuung und ein kombinierter Raum für die Fächer Physik, Chemie, Biologie und Informationstechnologie. Die Räume im Erdgeschoss des Neubaus sind für das pädagogische Personal vorgesehen.
Momentan beträgt die Bestandsfläche 1446 Quadratmeter. „Sie wird mit dem Erweiterungsbau auf 2307 Quadratmeter steigen“, erläuterte der Architekt anhand der Pläne. Norbert Raith errechnete die Gesamtkosten für Anbau, Erweiterung und Sporthalle auf 17,5 Millionen Euro und stellte dem Landkreis staatliche Fördermittel von neun Millionen Euro in Aussicht. Eine Diskussion entwickelte sich zum Thema „Klimatisierung“ der neuen Räume. Der Architekt machte klar: „Der Einbau einer Klimaanlage würde den Kostenrahmen sprengen.“ Der Ausschuss ermächtigte die Verwaltung zur Vergabe der Gewerke. Landrat Thomas Ebeling bedankte sich bei den angrenzenden Naabwerkstätten, mit denen sich der Landkreis auf einen Grundstückstausch geeinigt habe, um den Anbau realisieren zu können.
16 Millionen Euro für Nabburg
Der Landkreis reagierte auch auf den erhöhten Raumbedarf am „Sonderpädagogischen Förderzentrum“ in Nabburg mit Investitionsmaßnahmen in Höhe von 16 Millionen Euro. Der Landkreis rechnet hier mit einer Förderung von knapp sieben Millionen Euro. Eigentlich war die Fertigstellung für Beginn des neuen Schuljahres geplant. Nun soll der Umzug der zehn Klassen vom Alt- in den Neubau Ende des Jahres erfolgen.
Nach dem Umzug in den Neubau investiert der Landkreis eine weitere Million in die Sanierung des Altbestandes. Dort entstehen Gruppenräume für die Ganztagsbetreuung, Räume für die „Schulvorbereitende Einrichtung“ für Vorschulkinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf (SVE), eine Mensa sowie Fachräume für Werken, Kochen und Textilgestaltung. Das Sonderpädagogische Förderzentrum in Nabburg besuchen 140 Kinder aus den östlichen Teilen des Landkreises.
Volle Zustimmung
Schließlich ist auch das „Sonderpädagogische Förderzentrum“ in Nittenau im Fokus der Hochbauabteilung am Landratsamt. Sachgebietsleiterin Michaela Gottmeier stellte eine Gesamtkonzeptplanung für das Schulzentrum in Nittenau vor. Bei der Förderschule geht es dabei um die Schaffung neuer Räume für die Ganztagesbetreuung. Auch für diese Maßnahme gaben die Ausschussmitglieder grünes Licht.














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