Der Landkreis hat im "Interkommunalen Gewerbegebiet" zwischen Schwandorf und Wackersdorf ein Grundstück von einem Hektar Größe erworben und wird darauf einen Technologie-Campus errichten. „Bis zur Fertigstellung werden zwar noch drei bis vier Jahre vergehen, aber die Netzwerkarbeiten haben bereits begonnen“, sagte Landrat Thomas Ebeling bei der Konzeptvorstellung am Montag im Verwaltungsgebäude des Müllzweckverbandes.
Im Technologie-Transferzentrum Schwandorf (TTZ) arbeiten die Technischen Hochschulen Regensburg und Amberg/Weiden im Verbund zusammen und stimmen ihre wissenschaftlichen Studien auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ab. Konkret geht es um die Bereiche Energie, Ressourcen, Nachhaltigkeit, digitale Optimierung und Ausbildung von Fachkräften. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht in der Trägergemeinschaft von Landkreis, Stadt Schwandorf und Gemeinde Wackersdorf ein Gründerzentrum, das vom TTZ profitieren soll.
Regionale Wirtschaft soll profitieren
„Diese Kombination ist das Besondere an diesem Projekt“, betonte der Vorsitzende des IHK-Gremiums, Hubert Döpfer. Er ist überzeugt, „dass die regionale Wirtschaft vom Hochschul-Standort Schwandorf profitieren wird“. Der Präsident der OTH Regensburg, Ralph Schneider, machte deutlich: „Wir werden beim Bezug der Räume nicht bei Null anfangen“. Der Verbund der „Ostbayerischen Technischen Hochschule“ (Regensburg und Amberg/Weiden) habe Erfahrung in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft und werde im Vorfeld die Strukturen schaffen.
Der Standort Schwandorf wird das vierte Technologie-Transferzentrum dieser Art in der Oberpfalz sein. „Die Themen gibt es in dieser Form aber noch nirgendwo", versicherte der Präsident der OTH Amberg/Weiden, Clemens Bulitta. In Workshops habe man den Fokus auf die Bereiche „Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit“ gelegt. „Energiemanagement und Ressourcenschonung sind aktuell in aller Munde“, so der Präsident.
Innovativer Lernort
Von diesem „innovativen Lernort“ erwartet er einen regen Austausch, „damit relevante Fragestellungen in die Praxis umgesetzt werden können“. Seine Hochschule wolle die langjährigen Erfahrungen mit den Bedürfnissen der Betriebe vor Ort zusammenbringen, betonte Professor Bulitta. MdL Alexander Flierl sprach von „einem Meilenstein für Forschung und Fertigung im ländlichen Raum“. Schwandorf sei einer von 15 Standorten im Freistaat, die die Staatsregierung im Rahmen der High-Tech-Agenda fördere.
„Energiekrise, Klimawandel und Fachkräftemangel erfordern neue Ideen“, war sich der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, Georg Haber, bewusst. Das Handwerk sei offen für Innovationen und bereit für den Strukturwandel. Der HWK-Vertreter erwartet von der Hochschule Unterstützung bei der Transformation. Auch Oberbürgermeister Andreas Feller will die Chance dieses Leuchtturmprojekts nutzen. Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter erhoffte sich „einen Schub und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze“.
Das Technologie-Transferzentrum Schwandorf
- Der Landkreis Schwandorf errichtet das Gebäude mit Förderung des Freistaates.
- Die OTH Amberg/Weiden und Regensburg beteiligen sich mit einer Anschubfinanzierung über fünf Jahre in Höhe von 6,9 Millionen Euro an den Personal- und Sachkosten.
- Am TTZ Schwandorf werden zehn Stellen geschaffen: Zwei Professoren, ein Geschäftsführer, vier wissenschaftliche Mitarbeiter, zwei Laboringenieure und ein Werkmeister.
- Auf 2000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen Labore, Hörsäle, Seminarräume, Büros und Gemeinschaftsflächen.













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