12.06.2019 - 14:23 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Internet: Weniger weiße Flecken

Der Vertrag für ein Großprojekt im Breitbandausbau ist unterzeichnet. 2802 Anwesen in 18 Kommunen werden von der Telekom mit 1364 Kilometer Glasfaser versorgt. Der Freistaat ist bei der Kofinanzierung des 54-Millionen-Euro-Projekts im Boot.

Landrat Thomas Ebeling (vorne links) und Josef Scherl von der Telekom unterschreiben den Kooperationsvertrag zum Breitbandausbau in 18 Kommunen. Neben den Bürgermeistern waren Staatsminister Albert Füracker (Achter von rechts) und MdB Karl Holmeier (Sechster von rechts) anwesend.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Viele Bürger in Gemeindeteilen ohne Zugang zu einem vernünftigen Anschluss ins World Wide Web können aufatmen. "Es ist ein großer Tag für den Landkreis, denn der bedarfsgerechte Ausbau der Breitbandversorgung geht weiter", sagte Landrat Thomas Ebeling am Mittwochvormittag in der Spitalkirche. Nach Abschluss der Maßnahme sind mehr als 95 Prozent mit schnellem Internet versorgt. Für die 2802 Anwesen (4200 Haushalte) sind rund 1400 Kilometer Glasfaser und 490 Kilometer Tiefbaustrecke notwendig.

Die 18 Kommunen, welche dafür die Bundesförderung (50 Prozent von rund 54 Millionen Euro) nutzen, werden nicht allein gelassen. Ebeling dankte dem Landtag für die Kofinanzierung auf 80 bis 90 Prozent Förderhöchstsatz je Kommune. Die Städte und Gemeinden tragen zusammen 8,1 Millionen Euro; die "Lücke" von 1,46 Millionen schießt der Landkreis. Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages durch Landrat Ebeling und Josef Scherl von der Telekom war auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anwesend. Bevor dieser über den Stand des Glasfaserausbaus in Bayern berichtete, dankte er Thomas Ebeling für dessen nachhaltiges Bemühen um das Großprojekt. Denn je dünner die Besiedelungsstruktur sei, desto komplizierter werde der Ausbau. Für das aktuelle Projekt sprach er von durchschnittlich 20 000 Euro Kosten pro Anwesen und bekräftigte: "Das schnelle Internet ist die einzige Daseinsvorsorge, die kostenlos für die Bürger ist."

Seit dem Start des bayerischen Förderprogrammes im Jahr 2013 sei viel geschehen. "Mitte 2018 waren 83,8 Prozent aller Haushalte in Bayern erschlossen", betonte der Staatsminister zur Bundesaufgabe. Nachdem die EU das schnelle Internet nur mit 30 Megabit pro Sekunde definiert, habe man eine neue Förderrichtlinie eingereicht. Und Füracker versprach den Bürgermeistern: "Wir werden die Kofinanzierung so anpassen, dass jede Kommune mit dem Bundesförderprogramm zurechtkommt." Denn das Ziel bleibe es, "Glasfaser-Infrastruktur in alle Teile unseres Landes zu bauen". Die Deutsche Telekom gebe bei rund 40 Prozent aller Ausschreibungen als einziges Unternehmen ein Angebot ab. Ein Grund dafür, warum über 80 Prozent der Aufträge an sie gehen. "Wir halten unser Versprechen, zu liefern", betonte Josef Scherl, Technik-Chef Bayern. Gemeinsam mit den Kommunen habe man einen Weg gefunden. Nun gehe es in die Feinplanung. Die Ausbaudauer ist auf 48 Monate angesetzt. Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier (CSU) gratulierte allen Beteiligten: "Das 2015 vom Bund aufgelegte Programm dient der Beseitigung aller weißen Flecken vor allem im ländlichen Raum." Übrigens: Von den 33 Kommunen sind einige komplett mit schnellem Internet versorgt (wie Wackersdorf). Acht Gemeinden sprangen bei den Verhandlungen ab.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker freut sich, dass der Kooperationsvertrag den beteiligten Kommunen eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet ermöglicht.

Wir werden die Kofinanzierung so anpassen, dass jede Kommune mit dem Bundesförderprogramm zurechtkommt.

Staatsminister Albert Füracker

Staatsminister Albert Füracker

Kooperationsvertrag zwischen Landkreis und Telekom:

Eckdaten

n Beteiligte Kommunen

Bruck, Burglengenfeld, Nabburg, Neunburg vorm Wald, Neukirchen-Balbini, Nittenau, Oberviechtach, Pfreimd, Schmidgaden, Schönsee, Schwandorf, Schwarzach, Schwarzenfeld, Stulln, Teunz, Trausnitz, Wernberg-Köblitz, Winklarn.

n Finanzierung

Die Wirtschaftlichkeitslücke beträgt 54 085 536 Euro. Förderung Bund: 27 042 768 Euro; Förderung Freistaat: 17 444 226 Euro; Finanzierung Landkreis: 1 460 867 Euro; Finanzierung Kommunen: 8 137 675 Euro.

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