Schwandorf
02.04.2019 - 10:58 Uhr

"Jose" im Netz der Polizei

Über Monate hinweg besprühen Unbekannte Gebäude und auch Busse mit Graffiti. Dabei richten sie einen Schaden von über 100 000 Euro an. Im September gehen die Sprayer der Polizei ins Netz. Jetzt sind die Ermittlungen abgeschlossen.

Auch Linienbusse beschmierten die Jugendlichen. Bei ihren Spray-Aktionen im gesamten Stadtgebiet richteten sie einen Schaden von über 100 000 Euro an. Bild: exb/Polizei Schwandorf
Auch Linienbusse beschmierten die Jugendlichen. Bei ihren Spray-Aktionen im gesamten Stadtgebiet richteten sie einen Schaden von über 100 000 Euro an.

Seit Mitte vergangenen Jahres ermittelte die Polizeiinspektion Schwandorf wegen verschiedener Graffiti im Stadtgebiet. Ausgangspunkt waren einer Pressemitteilung der Polizei zufolge Schmierereien in der Schuierer-Mühle, an der eine Vielzahl von "Tags" angebracht gewesen seien. "Im September 2018 gelang es aufgrund akribischer Polizeiarbeit, einen Tatverdächtigen zu ermitteln", teilte die Polizei am Dienstagvormittag mit. Dabei handelte es sich um einen 14 Jahre alten Schüler, bei dem ein "Tagbuch" sichergestellt worden sei. Darin hatte er die Schriftzüge vorher skizziert.

Danach ermittelten die Beamten noch fünf weitere Jugendliche, die in unterschiedlicher Besetzung ihrem "Hobby" im Stadtgebiet nachkamen. Bei drei davon wurden Wohnungsdurchsuchungen beantragt. Dabei fanden die Polizeibeamten Graffitiutensilien und "Tagbücher". Als häufigstes "Tag" wurde der Schriftzug "Jose" verwendet. "Insgesamt konnten der Gruppe 111 Graffiti zugeordnet werden", schreibt die Polizei.

Der Gesamtschaden liege nach Rücksprache mit den Geschädigten bei über 100 000 Euro. Besonders ins Gewicht fielen hierbei zwei Linienbusse, die von zwei der Jugendlichen beschmiert worden waren. Da beide Busse neu lackiert werden mussten, belief sich der Schaden alleine in diesen Fällen auf rund 35 000 Euro.

Außerdem klebten die Jugendlichen eine Vielzahl von Jahn-Regensburg-Aufklebern an Verkehrszeichen, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Konfrontiert mit ihren Taten nahmen die Jugendlichen und ihre Erziehungsberechtigten laut Polizei anwaltschaftliche Vertretung in Anspruch. In der Mitteilung beklagen die Ordnungshüter außerdem, wie unbelehrbar zwei der Tatverdächtigen seien: Nach ihrer Entdeckung hätten sie trotzdem noch "Tags" an verschiedenen Örtlichkeiten angebracht.

Die polizeilichen Ermittlungen sind momentan abgeschlossen: "Fünf Ordner werden nun der Staatsanwaltschaft Amberg zur weiteren Entscheidung vorgelegt", schreibt die Polizei abschließend. Zudem sei das Jugendamt über die Fälle in Kenntnis gesetzt worden.

 
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