19.08.2019 - 14:37 Uhr
SchwandorfOberpfalz

JU-Chef Kuban: "Innovations- statt Verbotsangenda"

In der Heimat von JU-Bundesvorsitzendem Tilman Kuban ist das Problem gerade virulent, das in Schwandorf gelöst wird: Klärschlammentsorgung. Wie, erklären die Profis von ZTKS und ZMS.

Technischer Leiter Konrad Rieger (rechts) erläutert den Gästen die Funktion der Klärschlamm-Trocknungsanlage. Zu den interessierten Zuhörern gehören neben JU-Bundesvorsitzendem Tilman Kuban (Neunter von links) und Europa-Abgeordnetem Christian Doleschal (CSU, Achter von links) CSU-Vertreter aus Cham und Schwandorf sowie die Leitung des ZTKS und ZMS.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Mitmachtour" nennt Kuban seine Reise durch Deutschland, die in den östlichen Bundesländern vor allem dem Landtags-Wahlkampf dient. Die Klärschlammtrocknungsanlage (KTA) in Schwandorf kam am Mittwoch ins Programm, weil sie nach Kubans Worten als "Vorzeigeprojekt" gut zu den Zielen der Jungen Union passt: Die CDU/CSU-Jugendorganisation trete für eine "Innovationsagenda" und gegen eine "Verbotsagenda" ein, "wie sie andere verfolgen". Die "Anderen", das klingt zwischen den Zeilen durch, das sind die Grünen, derzeit im Umfrage-Höhenflug.

Es gelte zu zeigen, dass in Deutschland "einiges in Sachen Klimaschutz und Ökologie getan wird", sagte Kuban am Montag bei seinem Besuch bei den Zweckverbänden thermische Klärschlammverwertung (ZTKS) und Müllverwertung Schwandorf (ZMS). Die Bundesrepublik habe das Zeug dazu, ihr Position als Technologieführer in diesem Bereich auszubauen. Das nationale wie internationale Interesse an der KTA wie dem Müllkraftwerk ist nach wie vor groß. Das bestätigen nach Worten des Verbandsdirektors Thomas Knoll die Besuche von Delegationen aus aller Herren Länder. Deutschlandweit interessiert vor allem das Konzept der Klärschlammentsorgung. Der ZTKS sei Bayerns größter Zweckverband in diesem Bereich, rund fünf Prozent (50000 Tonnen) des Klärschlammaufkommens wird hier bald getrocknet. Voraussichtlich ab Dezember. Im Oktober soll der "Warm-Anlauf" der neuen Anlage beginnen. Knoll plädierte dafür, sowohl den "biogenen und CO2-neutralen Brennstoff Klärschlamm" wie auch die Phosphat-Rückgewinnung im Freistaat zu nutzen. Hier könne Bayern zum Vorbild werden. Dazu braucht's aber mehr Trocknungs- und Verbrennungsanlagen, appellierte Knoll an die Politik.

Das Schwandorfer Material wird zunächst in ein Zementwerk geliefert. Später soll es in Straubing in einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KMVA) verbrannt und aus der Asche Phosphor rückgewonnen werden. Der ZMS verhandelt derzeit mit Straubing, wo die Kommune und eine Bayernwerk-Tochter eine KMVA entsteht. "Nahe Ihrer Heimat, in Hannover, stapelt sich zurzeit der Klärschlamm", sagte Knoll zu Kuban, dort ist ein Entsorgungsweg in die Niederlande wegen eines Anlagenproblems versperrt.

Der getrocknete Klärschlamm hat laut Knolls Worten einen Brennwert wie Braunkohle. Als "Zwangsabfall" lasse er sich nicht vermeiden (Knoll: "Außer wir stellen die Ernährung ein".) Auf Frage von Kuban sprach sich Knoll dafür aus, trotz Kohleausstiegs Anlagen zu Forschungszwecken weiter zu erhalten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.