02.04.2020 - 15:39 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kein Platz für die Traumhochzeit während Corona

Es soll der schönste Tag des Lebens werden: Die Hochzeit. Seit Ausgangsbeschränkung und Veranstaltungsverbot gestaltet sich das als unmöglich. Viele Paare verschieben ihren Trau-Termin im Landkreis Schwandorf deswegen auf unbestimmte Zeit.

Die Hochzeiten im Landkreis Schwandorf werden wegen des Coronavirus oftmals verschoben.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Eine Traumhochzeit in einer tollen Location mit allen Freunden und Verwandten? Das ist in Zeiten von Corona und Ausgangsbeschränkung unmöglich. Für Standesämter gilt: Es darf maximal das Brautpaar, die beiden Trauzeugen, der Standesbeamte und in besonderen Fällen ein Dolmetscher anwesend sein. Eine kleine Feier nach der Trauung? Fehlanzeige. Alle Wirtshäuser haben geschlossen. Treffen sich mehr als zwei Personen, ist das Ordnungswidrig. Viele Paare haben deswegen ihre standesamtliche Trauung aus eigenem Willen verschoben. In Neunburg vorm Wald waren das zwei von fünf Paaren, die sich im April das Ja-Wort geben wollten. "Wir können nur abwarten", sagt Peter Gillitzer. Sollte sich die Ausgangsbeschränkung über den April hinaus erstrecken, müsse nochmal mit den Paaren mit späterem Termin gesprochen werden.

Ähnlich sieht die Situation in Pfreimd aus. Im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft fallen mehrere Trauungen aus, drei finden dennoch statt, erzählt Bernhard Baumer. In Wernberg hätten es fünf Hochzeiten im April sein sollen, doch zwei wurden von den Brautpaaren verschoben.

Wer sich im Nabburger Rathaus das Ja-Wort geben will, darf auf besonderen Wunsch auch die Eltern mitbringen. Dann muss die Zeremonie aber im großen Sitzungssaal stattfinden, damit der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. "Die Brautpaare sind alle sehr einsichtig", erzählt Reinhard Schlosser vom Standesamt der VG Nabburg. Aktuell seien aber keine Hochzeiten abgesagt. Ehe-Anmeldungen gebe es auch. Eine interessante Beobachtung: Auffallend viele Paare, die schon seit vielen Jahren zusammenleben, wollen nun so schnell wie möglich heiraten. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: "Wenn man nicht verheiratet ist, dürfte man den Partner nicht einmal auf der Intensivstation besuchen." Im schlimmsten Fall wäre auch ein Nachlass ohne Ehe ungeregelt.

Etwas rigoroser ist da das Standesamt in Schwandorf. "Seit der Ausgangsbeschränkung finden keine Trauungen mehr statt", sagt Roland Kittel, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Schwandorf. In Summe waren das 20 Hochzeiten, die auf unbestimmte Zeit verschoben wurden. Diese Maßnahme sei aber mit den Paaren abgestimmt worden. Fristen, die deswegen verstreichen könnten - von der Ehe-Anmeldung bis zur Hochzeit darf maximal ein halbes Jahr vergehen - würden keine weiteren Gebühren nach sich ziehen. Die Ungewissheit sei das Herausfordernste für die Verwaltungsangestellten, resümiert Kittel zur aktuellen Ausnahmesituation. In manchen Bereichen gebe es weniger Arbeit, dafür verlagere diese sich in andere Bereiche. "Es ist ein völlig anderes Arbeiten", so Kittel.

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