Mit 570 Mitgliedern ist die Gartenpflegervereinigung im Landkreis Schwandorf die größte dieser Art in Bayern. Vorsitzende Petra Schmid hatte für das traditionelle Dreikönigstreffen in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums das Thema "Der Klimawandel im Garten" gewählt und als Referentin die "Wissenschaftlerin für Gartenbau", Lena Fröhler (Hauzenberg), eingeladen. Für die angehende Kreisfachberaterin im Landkreis Freyung-Grafenau stehen die Gärtner "beim Kampf gegen den Klimawandel an vorderster Front". Sie ermunterte die Gartenbesitzer, die Verschiebung der Vegetationsperioden für den Anbau neuer Obst- und Gemüsesorten und die Pflanzung "klimatoleranter Zukunftsgehölze" zu nutzen.
Die Expertin fordert eine Rückbesinnung auf bewährte Grundsätze der Gartenarbeit. Dazu zählt sie "effizientes Gießen", Mulchen, Hacken, Humusaufbau, Kompostieren, die Wahl robuster Sorten und die Förderung von Nützlingen zur Bekämpfung der Schädlinge. Der Rasen bleibt für Lena Fröhler "ein arbeits- und kostenintensiver Problemkandidat". Sie rät stattdessen zu einer alternativen Gestaltung der Freiflächen mit "trockenheitsverträglichen Staudenbeeten".
"Jeder, der einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen", sagte Petra Schmid. Auch wenn extreme Wetterbedingungen die Arbeit nicht leichter machten. Die Vorsitzende gab einen Ausblick auf das kommende Gartenjahr. Am 10. März beteiligt sich die Gartenpflegervereinigung am "Saatgut-Festival" in Oberviechtach. Der Bezirksverband bietet am 23./24. Februar in Schwandorf einen Gartenpfleger-Aufbaukurs an. Die Prüfung zum Gartenpfleger findet am 12./13. Juli in Veitshöchheim statt. Diese haben Maria Karl (Schwarzenfeld) und Manfred Zenger (Wackersdorf) im vergangenen Jahr bereits erfolgreich ablegt und zählen nun zum Kreis der Multiplikatoren im Landkreis. Beim Dreikönigstreffen bekamen sie die Urkunden überreicht.
Am 5. Mai nimmt die Vereinigung mit einem Infostand am Frühlingsmarkt im Freilandmuseum Neusath teil. Für Anfang Juni ist eine Tagesfahrt geplant. Im Juli steht der Besuch der Gartenanlage "Heinzlgrün" im Landkreis Cham und der Firma "Aschataler Naturdünger" in Gaisthal auf dem Programm. Es folgt im September eine Führung durch die Streuobstwiese von Martin Mayr in Hansenried. Beim Kirchweihmarkt in Neusath am 20. Oktober präsentieren sich die Gartenpfleger erneut mit einem Stand.
Die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim wählte Schwandorf als Pilotlandkreis zur Weiterentwicklung von Streuobstwiesen aus. Kreisfachberater Wolfgang Grosser führte "diese Ehre" auf die "vielen Initiativen und Projekte zum Erhalt alter Obstsorten" zurück. Im Landkreis seien 300 verschiedene Baumobstsorten bekannt, so Grosser. Bis Ende des Jahres sollen durch Veredeln alter Sorten weitere dazukommen, so das Ziel des Pilotprojektes. Der nächste sechstägige Gartenpflegerkurs beginnt am 18. März und umfasst das Schneiden von Obstbäumen, Ziersträuchern und Rosen.
Exponierte Stellung des Landkreises Schwandorf beim Gartenbau
- Landesebene: Schwandorf ist Pilotlandkreis zur Weiterentwicklung von Streuobstwiesen.
- Bezirksebene: Landrat Thomas Ebeling wurde am 11. November 2023 zum neuen Bezirksvorsitzenden des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege gewählt. Kreisfachberaterin Heidi Schmid ist neue Bezirksgeschäftsführerin.
- Kreisebene: Mit 570 Mitgliedern ist die Gartenpflegervereinigung die größte dieser Art in Bayern.













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