01.08.2019 - 11:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kraft und Schönheit des Wassers

Eine Ausstellung widmet sich der Schwarzach, die ihre Schönheit oft erst auf den zweiten Blick offenbart. Zahlreiche Mühlen versorgen einst die Bevölkerung. Später entstehen neue Industriezweige.

In zahlreichen Mäandern verläuft der noch ursprüngliche Fluss Schwarzach. Die ganze Pracht lässt sich erst aus der Vogelperspektive erfassen. Die Aufnahmen von Josef Merkl möchten dem Betrachter die unterschiedlichen Facetten dieser Flusslandschaft zeigen und lenken den Blick auf die Schönheiten, die sich dem Betrachter oftmals erst beim näheren Hinsehen direkt am Wegesrand offenbaren.
von Externer BeitragProfil

Das Schwandorfer Stadtmuseum zeigt in den Sommermonaten eine Ausstellung mit Fotografien von Josef Merkl aus Zangenstein. Sie widmet sich zum ersten Mal der besonderen Flusslandschaft der ostbayerischen Schwarzach, einer Perle unter den bayerischen Flüssen, die bislang oftmals übersehen oder sogar unterschätzt wurde.

Den Wenigsten dürften die Quellorte der beiden Zuflüsse für die bayerische und böhmische Schwarzach oder die großen Brachlandschaften entlang der böhmischen Gebiete auf tschechischer Seite bekannt sein. Diese stehen daher am Anfang bei einer Bilderreise, die eine Gesamtschau von der Quelle des Flusses im Böhmerwald bis zu seiner Mündung im Naabtal sein soll.

Hammerwerke

Portraitiert wird ein Gewässer, das die Landschaft und ihre Bewohner über Jahrhunderte hinweg geprägt und belebt hat. Die Menschen haben dabei die Kraft des Wassers schon früh zu nutzen gewusst, als sie beispielsweise zahlreiche Mühlen errichteten. Später entstanden an der Schwarzach neue Industriezweige, die in dieser eher strukturschwachen Region wertvolle Arbeitsplätze schufen, wie die Eisen- und Hammerwerke im Murnthal (bei Neunburg), die später von Glasschleif- beziehungsweise Polier- und anschließend manchmal von Elektrizitätswerken abgelöst wurden. Die zahlreichen gezeigten Fotoaufnahmen von Josef Merkl möchten dem Betrachter die unterschiedlichen Facetten dieser Flusslandschaft zeigen und lenken den Blick auf die Schönheiten, die sich dem Wanderer oder dem Betrachter oftmals erst beim näheren Hinsehen direkt am Wegesrand offenbaren. Dies können eine anmutige Pflanze, eine farbenprächtige Libelle, eine Wasserspiegelung, ein faszinierender Eiskristall im Uferbereich oder auch die zahlreichen Mäander des noch ursprünglich verlaufenden Flusses sein - Motive, deren ganze Pracht sich erst aus der Vogelperspektive erfassen lässt. Auch die vielen kleinen und größeren Ortschaften, die an der Schwarzach liegen, werden durch eindrucksvolle Bilder hervorgehoben. Sorgfältig komponierte Fotografien, die in den Jahren 2013 bis 2019 entstanden, machen den besonderen Reiz der hier gezeigten Landschaft zu jeder Jahreszeit spürbar. Einen Höhepunkt bilden faszinierende Luftbildaufnahmen der Schwarzach, die sich gemächlich ihren Weg bahnt: vom Osten der Oberpfalz bis zur Mündung in die Naab bei Schwarzenfeld.

Natur im Fokus

Der Fotograf Josef Merkl aus Zangenstein im Schwarzachtal (Altlandkreis Neunburg) erwarb im Dezember 1996 seine erste analoge Spiegelreflexkamera. Seit 2002 ist er aktives Mitglied in der Fotografischen Gesellschaft Regensburg. In diesem Verein erhielt er immer wieder wertvolle Anregungen und Impulse für seinen fotografischen Entwicklungsprozess.

Seine Leidenschaft zur Fotografie beschreibt er folgendermaßen: "Ich fotografiere am liebsten draußen in der Natur, hauptsächlich Landschaften, manchmal auch Ortschaften und Architektur. Besonders gerne bin ich im Frühling und im Herbst unterwegs. Hier präsentiert sich die Natur von ihrer schönsten Seite." In den vergangenen Jahren entdeckte Merkl auch den Winter als lohnende Jahreszeit, um interessante Momente fotografisch festzuhalten.

Heimat Oberpfalz

"Die Oberpfalz, meine Heimat, ist leider nicht mit grandiosen, einmaligen Landschaften ausgestattet. Aber wenn man aufmerksam hinsieht, entdeckt man doch immer wieder verborgene Schönheiten, die sich dem Betrachter meist nicht aufzwingen." Es sei "ein eher rauer, unaufdringlicher Landstrich, dessen Anmut sich oftmals erst auf dem zweiten Blick" erschließe. "Und wenn ich hin und wieder auf Reisen sein sollte, so schleppe ich schon mal einige Kilogramm Fotoausrüstung mit, um die eindrucksvollsten Urlaubsmotive im richtigen Bildausschnitt und in angemessener Qualität festhalten zu können."

In den vergangenen sechs Jahren porträtierte Josef Merkl mit Ausdauer und Herzblut das Schwarzachtal, in dem er auch aufgewachsen ist. So entstanden die in dieser Ausstellung gezeigten Aufnahmen und ebenso eine digitale Multivisionsshow, die den Flusslauf von der Quelle im Böhmerwald bis zur Mündung in die Naab fotografisch nachzeichnet.

Informationen:

Die Fotoausstellung „Die Schwarzach: von der Quelle im Böhmerwald bis zur Mündung in die Naab – Fotografien von Josef Merkl, Zangenstein“ ist bis 13. Oktober 2019 im Stadtmuseum Schwandorf zu sehen.

Geöffnet ist mittwochs, freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 09431/41553, E-Mail stadtmuseum[at]schwandorf[dot]de).

Weitere Informationen auf www.schwandorf.de und www.josefm.de. (dt)

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