12.03.2020 - 18:02 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Krankenhaus: Eröffnung im kleinen Kreis

Rund 50 Millionen Euro wurden im "Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara Schwandorf" in den Neu- und Erweiterungsbau investiert. Zur feierlichen Eröffnung kommt jedoch nur ein kleiner Kreis zusammen. Das hat einen Grund.

Architekt Joachim Peithner (Vierter von rechts) übergab einen symbolischen Schlüssel für den Neubau an Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (Vierter von links). Mit ihm freuten sich der stellvertretende Geschäftsführer Michael Enzmann (links), Pflegedirektor Frank Hederer (Zweiter von links), Träger-Geschäftsführer Christian Kuhl (Dritter von links), Ärztlicher Direktor Dr. Detlef Schoenen (Dritter von rechts), die stellvertretende Ärztliche Direktorin Dr. Elisabeth Bösl und Krankenhausseelsorger Pater Thomas.

"Eigenartig ruhig ist es am Mittwochvormittag in der neuen Eingangshalle des Krankenhauses St. Barbara", heißt es zu Beginn einer Pressemitteilung des Krankenhauses. Und weiter: "120 Stühle stehen in Reih und Glied. Es ist eigenartig ruhig, denn keine Stimmen ertönen im Raum, keine Menschen nehmen Platz, keine Vorfreude erfüllt die Halle. Dann versammelt sich doch eine kleine Gruppe von Menschen hinter der Glastür".

An der Decke steht "Das Herz befehle" in silbrig glänzenden Lettern aus Edelstahl. Dies ist das Leitmotiv des Heiligen Johannes von Gott. Er ist der Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, in deren Trägerschaft sich das Krankenhaus St. Barbara befindet. "Seine Botschaft verdient diesen besonderen Platz im 50 Millionen Euro teuren Neu- und Erweiterungsbau, der in diesem Moment mit einem großen Festakt hätte eingeweiht werden sollen", heißt es in der Mitteilung.

Absage schweren Herzens

Rund 150 geladene Gäste - allen voran die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml - hätte Geschäftsführer Dr. Martin Baumann zur Eröffnung erwartet. Nun stand er da inmitten von nur acht Menschen - Trägergeschäftsführer Christian Kuhl, Architekt Joachim Peithner, Krankenhausseelsorger Pater Thomas, den Mitgliedern des Direktoriums und seiner Referentin Melanie Schüle.

Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt wurde in Zeiten der Corona-Pandemie der Festakt schweren Herzens abgesagt. "Verantwortungsbewusstsein zeigt sich auch im Verzicht", war der Satz der Stunde. Die Krankenhausleitung war der Meinung, dass das Krankenhaus St. Barbara eine besondere Verantwortung trägt und wollte durch den Verzicht auf die Veranstaltung einen Beitrag dafür leisten, dass sich das Virus nicht unnötig weiterverbreitet.

"Wir konnten uns nicht vorstellen, das Gebäude ohne Segnung und symbolische Schlüsselübergabe in Betrieb zu nehmen und am Montag gegen Mittag die Pforte zur neuen Eingangshalle für alle zu öffnen", sagte der Geschäftsführer. Ihm wie auch der kleinen Gästeschar um ihn herum war schon fast schmerzlich klar, dass dieser besondere Moment, auf den so viele Mitarbeiter, Planer, Architekten und Handwerker mit unheimlich großer Energie und viel Herzblut hingearbeitet haben, zu keinem späteren Zeitpunkt mehr herstellbar wäre. Auch dann nicht, wenn die Eröffnungsfeier in hoffentlich wieder ruhigeren Zeiten in ein paar Monaten nachgeholt wird.

Deshalb stand nun Pater Thomas unter dem Schriftzug "Das Herz befehle". Er verkündete die Stelle "Der barmherzige Samariter" aus dem Lukas-Evangelium und zog einen Vergleich zur aktuellen Zeit: "Vom Prinzip her haben wir so eine Art Herberge gebaut, zu der der barmherzige Samariter mit seinem Maultier kommen kann - auch wenn das heutzutage eher das Rote Kreuz oder die Johanniter sind."

Segen für neue Räume

Er segnete die Räume, eine Holzfigur der Heiligen Barbara, der Namenspatronin des Hauses, sowie eines der vielen Kreuze, die den Mitarbeitern, Patienten und Besuchern die Nähe Gottes zeigen sollen. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe von Architekt Joachim Peithner an die Mitglieder des Direktoriums und dem kaum hörbaren Klicken einer einzigen Kamera zauberte Dr. Martin Baumann noch einen großen Frühlingsblumenstrauß hervor. Er überreichte ihn an seine Referentin Melanie Schüle, die hausintern die Arbeiten am Neubau koordiniert hatte. "Dieses Gebäude trägt ganz klar Ihre Handschrift", sagte er. Hintergrund

"Ich stehe wirklich in tiefer Demut hier und bin sehr dankbar, dass der Träger soviel Vertrauen in uns als Mannschaft und in den Standort setzt und eine solch hohe Summe investiert hat."

Geschäftsführer Dr. Martin Baumann

Unter dem Leitspruch „Das Herz befehle“ des Ordensgründers segnete Pater Thomas den Neu- und Erweiterungsbau.
Hintergrund:

Zahlen, Daten, Fakten

Der Spatenstich für den Neu- und Erweiterungsbau fand am 17. September 2017 statt.

Mit einer Gesamtnutzfläche von 5200 Quadratmetern ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf insgesamt sechs Ebenen ein neuer Krankenhausbau entstanden. Weitere 600 Quadratmeter wurden im Altbestand umgebaut. Damit waren insgesamt etwa 5800 Quadratmeter Nutzfläche von der Baumaßnahme betroffen.

Bei laufendem Betrieb hat das Krankenhaus an das Bestandsgebäude angebaut. Das moderne Klinikgebäude geht nahtlos in das bestehende Gebäude über.

Rund 50 Millionen Euro wurden in den Neu- und Erweiterungsbau investiert. 40 Millionen Euro kommen vom Freistaat Bayern, der Rest stammt aus Eigenmitteln des Trägers.

In den vergangenen zwölf Monaten stieg die Anzahl der Mitarbeiter gerundet von 740 auf 840. Die Steigerung war nötig, um den Neubau in Betrieb nehmen zu können.

Der neue Parkplatz an der Steinberger Straße/Ecke Oskar-Kösters-Straße für Besucher und Patienten eröffnet am 30. März 2020. Er bietet Platz für rund 170 Fahrzeuge. Während der ersten 45 Minuten kann kostenlos geparkt werden.

Rund 50 Millionen Euro kostete der Erweiterungsbau.
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