03.04.2020 - 15:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Krankenhaus sucht vorsorglich Helfer

Der Aufruf, den das St.-Barbara-Krankenhaus kurzfristig über seine Facebook-Seite gestartet hat, stößt auf Resonanz. Gesucht werden ehrenamtliche Helfer und zusätzliches medizinisches Personal.

Der Aufruf des St.-Barbara-Krankenhauses (im Bild der kürzlich eröffnete Neubau), dass sich Freiwillige für die Versorgung im Haus oder für andere Dienste melden sollen, ist auf offene Ohren gestoßen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Dass das Krankenhaus St. Barbara der Barmherzigen Brüder am Coronavirus-Erkrankte nicht nur aufnimmt und behandelt, sondern auch kuriert und wieder gesund entlässt, ist ein positives Zeichen und wird von Pflegedirektor Frank Hederer bestätigt: "Wir haben auch schon Patienten als geheilt entlassen." Auch Landratsamt-Pressesprecher Hans Prechtl, der regelmäßig die neuen Erkrankungsfälle im Landkreis Schwandorf für die Öffentlichkeit bilanziert, hat diese Woche - dreieinhalb Wochen nach Ausbruch des ersten Falls - davon gesprochen, dass "von all denen, die ich in den letzten Wochen gemeldet habe, 28 Patienten wieder genesen sind".

Eine gute Nachricht ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Aufruf des Krankenhauses, sich für die Versorgung im Haus oder für andere Dienste zu melden, offenbar auf offene Ohren gestoßen ist. 59 Freiwillige verzeichnet bisher laut letzten Angaben Ariadne Dirmeier vom Sekretariat der Pflegedirektion, "darunter etliche qualifizierte Leute wie Arzthelferinnen und Medizinische Fachangestellte". Manche, die anderswo in Teilzeit arbeiten, hätten ihre Bereitschaft erklärt, stundenweise oder am Wochenende zusätzlich im Krankenhaus auszuhelfen. "Wir sammeln zur Zeit deren Daten, wann und wie lange sie in der Woche Zeit haben." Das sei von Person zu Person ganz unterschiedlich und nicht leicht für die Planung.

Die Lage sei noch nicht prekär, versichert Hederer: "Im Moment schaffen wir alles noch mit unserem Personal, denn wir werden nicht überrannt mit Patienten." Aber die Zahl jener, die wegen Corona eingewiesen werden, steigt trotzdem an. "Von den freiwilligen Helfern haben wir noch niemanden geholt, aber wir haben zusätzlich zwei examinierte Krankenschwestern eingestellt, die bringen uns derzeit am meisten." Die neuen Kräfte würden jetzt eingearbeitet. Für alle anderen gilt: "Wir brauchen zwar die Helfer noch nicht, aber wir wissen nicht, wie es weitergeht."

Im übrigen zeigte sich der Pflegedirektor "heilfroh, dass wir den Einzug rechtzeitig geschafft haben". In der ersten Märzhälfte war der 50 Millionen Euro teuere Neubau an der Steinberger Straße seiner Bestimmung übergeben worden - bei einem Festakt fast ohne Gäste, um niemanden wegen des neuen Virus zu gefährden. Mit einer Gesamtnutzfläche von 5200 Quadratmetern war in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf insgesamt sechs Ebenen ein neuer Krankenhausbau entstanden. Weitere 600 Quadratmeter wurden im Altbestand umgebaut. Damit waren insgesamt etwa 5800 Quadratmeter Nutzfläche von der Baumaßnahme betroffen. Außerdem stieg in den vergangenen zwölf Monaten die Anzahl der Mitarbeiter von 740 auf 840. Die Steigerung war nötig, um den Neubau in Betrieb nehmen zu können. Hederer freute sich: "Jetzt haben wir ganz andere Kapazitäten."

Pflegedirektor Frank Hederer: "Im Moment schaffen wir alles noch mit unserem Personal, denn wir werden nicht überrannt mit Patienten."
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