23.05.2019 - 15:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ein Kreuzchen für Europa

Wer zieht ins Europäische Parlament ein? Rund 114 340 Wahlberechtigte im Landkreis können darüber am Sonntag abstimmen. Sie haben die Wahl aus 40 Parteien. Die Beteiligung könnte höher ausfallen als noch 2014.

40 Parteien, 16 mehr als 2014, stehen auf dem knapp einen Meter langen "Stimmzettel für die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments am 26. Mai 2019 im Freistaat Bayern". Nur ein Kreuzchen ist erlaubt, soll die Stimmung gültig sein.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Wahlämter mussten nachbestellen: Bis Donnerstag gingen deutlich mehr Anträge auf Briefwahl ein als 2014. Auch wenn der Trend zur "Abstimmung am Küchentisch" allgemein steigt, kann dies ein Zeichen für eine bessere Wahlbeteiligung sein. Die lag 2014 im Landkreis bei knapp 36 Prozent.

In der Europäischen Union können bis Sonntag rund 400 Millionen Bürger über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments mit seinen 751 Abgeordneten abstimmen. In Deutschland sind die Wahllokale am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. 96 Sitze sind in der Bundesrepublik zu vergeben. Bayern wird bislang von 14 Abgeordneten vertreten. In Deutschland sind laut Bundeswahlleiter rund 64,8 Millionen Bürger wahlberechtigt, davon 3,9 Millionen Unionsbürger. Gewählt werden Parteien. Auf dem knapp ein Meter langen Stimmzettel ist nur ein Kreuz möglich, soll die Stimme gültig sein. Eine Sperrklausel wie die Fünf-Prozent-Hürde gibt es nicht, kleine Parteien haben daher gute Chancen. In den 33 Kommunen des Landkreises sind laut Landratsamts-Sprecher Hans Prechtl 229 Wahllokale eingerichtet, darunter 73 Briefwahlbezirke. Etwa 1750 Wahlhelfer sorgen für den Ablauf. In Burglengenfeld, Nittenau und Schwandorf sind fünf repräsentative Stimmbezirke ausgewählt. Die Stimmzettel tragen Kennbuchstaben nach Alter und Geschlecht der Wähler. Die Auswertung dieser Merkmale erfolgt erst nach der Auszählung zentral, um das Wahlgeheimnis zu gewährleisten.

In Schwandorf sind 21 657 Wahlberechtigte gemeldet, 5533 haben bislang Briefwahl beantragt. Das sind 1300 mehr als von fünf Jahren. Von den 4946 Wahlberechtigten in Nabburg haben 1279 die Briefwahl beantragt, rund 400 mehr als 2014. Das gleiche Bild in Oberviechtach: 1005 Anträge gingen bei 3950 Berechtigten ein, rund 400 mehr als vor fünf Jahren. In Schwarzenfeld sind von den 5112 Berechtigten 1548 Anträge eingegangen. Landrat Thomas Ebeling verweist in einem Wahlaufruf auf die Bedeutung des Europäischen Parlaments. "Demokratie und freie Wahlen gehen uns alle an. Millionen Menschen in der Welt können nur davon träumen, zur Wahl gehen zu dürfen", schreibt Ebeling. Eine hohe Wahlbeteiligung stärke die Legitimation der Volksvertreter. "Wer wählt, entscheidet sich für eine lebendige Demokratie in Europa."

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