25.06.2018 - 10:03 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Krönung für Holzkunstwerke

"Ich kröne die Bäume mit dieser Krone": Joseph Stephan Wurmer deutet bei seinem Wortspiel auf die Holzskulptur, die er ausstellt. Der in Nürnberg wohnende Niederbayer gewährt bei einem "Künstlergespräch" einen Einblick in seine Arbeit.

Holzbildhauer Joseph Stephan Wurmer (rechts) erläuterte die Entstehung der „Baumkrone“, die bis 22. Juli im Oberpfälzer Künstlerhaus zu sehen ist.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Joseph Stephan Wurmer entwickelt eine Idee und setzt sie selber um. "Manche meiner Kollegen lassen auch arbeiten", erzählt der 62-Jährige den Besuchern. Er lege dagegen selber Hand an und lasse mit der Kettensäge filigrane Kunstwerke entstehen. Im Künstlerhaus zeigt der Holzbildhauer bis 22. Juli auf zwei Etagen Wand-, Boden- und Kleinskulpturen aus Zeder, Pappel, Platanen, Ahorn und Weide.

Die behutsam bearbeiteten Äste eines Exponats sehen aus wie eine überdimensionale Krone. Daher der Name "Baumkrone". Für die meisten Galerien sei sie zu groß, erklärt der Künstler. Die Kebbel-Villa biete dagegen ausreichend Platz. Für 16 000 Euro verkauft er "das gute Stück" sogar.

Joseph Stephan Wurmer verweist auf ein wesentliches Merkmal seiner Arbeiten: "Meine Skulpturen sind sehr ausladend". Dies hänge mit seinem Werdegang zusammen. Frisch nach dem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wählte der Künstler zunächst eher klassische Materialien. "Früher verwendete ich Gips, Bronze und Stein", erklärt er. Bis er zufällig mit Holz in Berührung kam. Da sprang der Funke über. So viele Eigenschaften wie Holz habe kein anderes Material. "Der Duft, die Farbe, die Trockenheit - es ist unglaublich," schwärmt Joseph Stephan Wurmer vom Werkstoff "Holz".

Fest im Stadl

Dem Künstlergespräch und dem Tag der offenen Studios schloss sich das traditionelle Sommerfest des "Fördervereins Oberpfälzer Künstlerhaus" an. Vorsitzender Andreas Hottner hieß zahlreiche Mitglieder und Gäste im Sperlstadl willkommen, unter ihnen auch die Gastkünstler aus den USA und Spanien. Kernaufgabe des Fördervereins sei der Künstleraustausch, so der Vorsitzende. Deshalb habe man das Atelier mit Gästezimmern und Gemeinschaftsräumen geschaffen. Die Kunst sei ein Botschafter und diene der Völkerverständigung, ist Andreas Hottner überzeugt. Sein Dank galt den Sponsoren, der Stadt Schwandorf und dem Team des Künstlerhauses für die Unterstützung. Zu Wein und gutem Essen erklang Musik von Mike Reisinger.

International begegnen

Seit 30 Jahren unterstützt der "Förderverein Oberpfälzer Künstlerhaus" den internationalen Austausch von Malern, Bildhauern, Musikern und Schriftstellern und ermöglicht ihnen einen Aufenthalt in der "Künstlerkolonie". Im vergangenen Jahr waren 14 auswärtige Gäste aus Tschechien, Frankreich, Kanada, Irland, USA, der Ukraine und Finnland hier. Der Förderverein bot ihnen nicht nur "Kost und Logis", sondern auch ein Rahmenprogramm mit Stadtführungen, Kanufahrten auf der Naab und Betriebsbesichtigungen bei den Premiumpartnern an.

13 regionale Künstler hielten sich gleichzeitig in den Partnerhäusern im Ausland auf. Der Förderverein hat 160 Mitglieder und Sponsoren.

Clemens Mayer, Susanne Lehnfeld, Andreas Hottner, Ulrike Roidl, Andrea Lamest und Kurt Mieschala (von links) luden für den Förderverein zum Sommerfest im Sperlstadl ein.

 

 

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