Es ist nicht das erste Mal, dass in Schwandorf eine Galerie auf Zeit öffnet. Die Schwandorfer Malerin Nicole Y. Matschiner wirkte hier als Trendsetterin, als sie im Mai 2016 eine Pop-Up-Galerie im Gebäude Bahnhofstraße 11 einrichtete. "Pop up" kommt aus dem Englischen, bedeutet "plötzlich auftauchen" und steht für eine kurzzeitige kreative Nutzung von leerstehenden Räumen.
So eine Initiative ("KunstZeitRaum") startete ein Jahr später auch Peter Hillmann, und zwar im Juni 2017 in den ehemaligen Geschäftsräumen der Dresdner Bank in der Friedrich-Ebert-Straße 31.
Gang durch die Schau
Gleiche Straße, andere Adresse: In der Hausnummer 5 der Friedrich-Ebert-Straße, nicht weit vom Marktplatz entfernt, stellen derzeit fünf Künstler aus, zwei Schwandorfer und drei aus der Umgebung. "Kunst-Lokal" heißt das neue Vorhaben, das wieder auf Nicole Y. Matschiner zurückgeht. Die 41-Jährige ist auch mit zahlreichen Exponaten in der Gemeinschaftsausstellung vertreten.
Matschiner hat für diese Schau neue Bilder gemalt, etwa eine Serie mit Skylines von Städten, und einige Speckstein-Skulpturen gestaltet. Ins Auge stechen ihre drei großformatigen "Paperboat"-Werke, auf deren Oberfläche aus Paper gefaltete Schiffchen "schwimmen". Ansprechend ist überdies das Gemälde im Eingangsbereich, das den Kopf des Schwandorfer Bayernhymne-Komponisten Konrad Max Kunz darstellt.
Gleich gegenüber von "Kunz" hängt das wunderschöne Werk "Wüstenblume" der Regensburger Künstlerin Barbara Wilmers-Hillenbrand. Sie war früher Galeristin und hat vor einigen Jahren "die Seite gewechselt", wie sie selbst sagt. Ihre Gemälde sind auf jeden Fall eine große Bereicherung der Ausstellung. Sie arbeitet überwiegend abstrakt und flächig mit Farbe und nutzt unter anderem goldfarbenes Schlagmetall und Blattgold als Hintergrund, was den Bildern ein sehr elegantes Aussehen verleiht. Stylish sind Wilmer-Hillenbrands Lichtinstallationen.
Insgesamt fünf Künstler
Neben Nicole Y. Matschiner und Barbara Wilmer-Hillenbrand stellt im neuen „Kunst-Lokal“ auch der Weidener Holzbildhauer Hugo Braun-Meierhöfer aus, die Malerin Marthe M. Leithenmayr aus Kohlberg (Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab) und der Schwandorfer Aquarellist Thomas Zilch – übrigens der einzige des Künstler-Quintetts, der die Malerei nur nebenbei betreibt.
Rahmenprogramm zur Kunstschau
Die Ausstellung im „Kunst-Lokal“ an der Friedrich-Ebert-Straße wurde am 29. September eröffnet. Sie ist bis 28. Oktober, also einen Monat lang, zu besichtigen. Geöffnet ist vier Tage die Woche – Mittwoch bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, sowie Samstag ab 10 Uhr. Da jeden Samstag eine Abendaktion im „Kunst-Lokal“ stattfindet, wird der Laden erst nach der jeweiligen Veranstaltung geschlossen.
Am Samstag, 6. Oktober, wird um 19 Uhr eine Doppel-Lesung angeboten – mit zwei Autorinnen mit Schwandorfer Wurzeln. Zum einen Evelyn Utz alias Frollein Eve, die das Buch „Frollein Eves Sicht der Dinge“ veröffentlicht hat; zum anderen mit Karin Schulz, die heute in Berlin lebt und mit „Egal: Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland“ nicht nur in der Region bekannt wurde.
Am Samstag, 13. Oktober, steht um 19 Uhr eine Weinprobe mit „Hufschmiede“-Wirt Michael Heumann auf dem Programm, am 20. Oktober ein Whiskeytasting mit Markus Hautmann (Whiskey Ambassador Germany). Wichtig: Für Weinprobe und Whiskeytasting bitte rechtzeitig anmelden unter der Nummer 0179-7992248.
Einen Tag vor dem Whiskeytasting ist noch eine Lesung angesagt. Am 19. Oktober, einem Freitag, gibt es „Schwandorfer Gschichten“ von Adolf Prögel, Gerhard Wiesböck liest sie vor.Wer gerne Musik hört, für den spielt am Samstag, 27. Oktober, die Regensburger Band „Rusty Road Runners“, und zwar unplugged. Thema: „Blues Night“.
Finissage ist am 28. Oktober von 13 bis 18 Uhr.















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