03.01.2019 - 17:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis-Finanzen: Ein Rekord jagt den anderen

Der Landkreis investiert heuer so viel Geld wie noch nie zuvor innerhalb eines einzigen Jahres. Und er baut gleichzeitig weiter seine Schulden ab. Der Kämmerer wartet mit ersten Zahlen für den neuen Haushalt auf.

Mit einem Kostenansatz von 2,5 Millionen Euro bildet der Erweiterungsbau am Landratsamt in Schwandorf einen der Investitionsschwerpunkte des neuen Jahres.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Landkreis eilt seit 2016 von Rekord zu Rekord. Investierte er da noch 12,74 Millionen Euro, so stieg die Summe in den beiden folgenden Jahren kontinuierlich an und erreicht heuer den Spitzenwert von 19,53 Millionen Euro. Den Schwerpunkt bildet der Hochbau (11,4 Millionen Euro), wobei rund 75 Prozent in Schulgebäude fließen. 3,6 Millionen Euro sind für Verbesserungen am Kreisstraßennetz gedacht. Die Mittel für die Baumaßnahmen wachsen insgesamt um rund 1,8 Millionen Euro. "Wir haben zurückhaltend geplant", sagt dazu Kreiskämmerer Michael Neckermann. Sofern er positiv überrascht wird und sich das verfügbare Budget noch ausweitet, sieht er kein Problem, das Geld unterzubringen. "Wir haben bei unseren vielen Liegenschaften noch eine große Anzahl von notwendigen Maßnahmen in petto, die auf den Wunschlisten stehen."

Ergänzend zu den Investitionen in die Gebäude und Straßen wird eine Reihe von größeren Ankäufen notwendig. Sie sind auch bestimmt für die Schulen, zum Beispiel in Form von IT-Ausstattung für "digitale Klassenzimmer", und für die Erneuerung von Bauhoffahrzeugen. Zusätzlich gewährt der Kreis Investitionszuschüsse für überörtlich bedeutende Beschaffungen bei der Feuerwehr und zur Mitfinanzierung der Abbiegespur aus der Industriestraße zur Straße "In der Oder" bei Steinberg am See.

Wo soll das Geld dafür her kommen? "Mit größter Anstrengung und mit einem sehr kräftigen Griff in die Rücklage ist es uns gelungen, alles ohne neue Kredite zu finanzieren", betont Neckermann. In den vergangenen Jahren sei ja die Rücklage fortlaufend aufgestockt worden, wobei immer klar war, dass daraus insbesondere der Erweiterungsbau am Landratsamt finanziert werden muss, für den es keine Zuschüsse gibt.

Zugleich setzt der Kreis seine Politik der Entschuldung fort. Hatte er 2013 noch 37,2 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, so sind sie mittlerweile auf 23,7 Millionen gesunken. Am Ende des Jahres 2019 sollen sie bei 21,3 Millionen Euro stehen. Zum siebten Mal in Folge werden die Schulden dann rückläufig sein.

Der Kämmerer gibt sich zuversichtlich, die gesteckten Ziele zu erreichen. Für eine entspannte Aufstellung des Haushaltsplanes sieht er im Moment eine ideale Ausgangslage. Bestimmt wird sie vor allem von der Konjunktur, die "brummt", sprudelnden Steuereinnahmen, einer ausgezeichneten Arbeitsmarktlage und einer günstigen Bevölkerungsentwicklung. Die Basis für den Kreisetat legen die Steuerkraftsummen der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis. "Diese steigen in der Summe in bedeutenden Schritten, und so schlagen die Steuereinnahmen unserer Kreisgemeinden alle bisherigen Rekorde", weiß der Finanzchef des Kreises: "Die Kommunen können seit mehreren Jahren aufgrund des hervorragenden konjunkturellen Umfelds hohe Gewerbe- und Einkommensteuer-Einnahmen erzielen."

Die wesentlichsten Aufwendungen des Kreises betreffen - wie in den Vorjahren - drei Bereiche: die Bezirksumlage (30,2 Millionen Euro), die Personalausgaben (24,4 Millionen Euro) und die soziale Sicherung (21,1 Millionen Euro). In der Sozialhilfe sinkt der Zuschussbedarf um rund 700 000 Euro, in der Jugendhilfe steigt er dagegen um etwa 1,5 Millionen Euro. Die Verabschiedung des Haushalts ist am 8. April vorgesehen.

Die größten Investitionen:

Hintergrund

Erweiterung, Umbau und Sanierung des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf (3,91 Millionen Euro).

Generalsanierung der Realschule Burglengenfeld (2,80 Millionen Euro).

Erweiterungsbau am Landratsamt in Schwandorf (2,50 Millionen Euro).

Verschiedene Deckenbaumaßnahmen auf den Kreisstraßen (1,20 Millionen Euro).

Sanierung und Modernisierung der Realschule in Nabburg, Trakt II (1,1 Millionen Euro).

Ausbau der Kreisstraße SAD 40 zwischen der Einmündung der Staatsstraße 2151 und der Kreisstraße SAD 37 bei Neunburg vorm Wald (800 000 Euro).

Ausbau der Kreisstraße SAD 1 auf der Ortsdurchfahrt von Bruck (600 000 Euro).

Wlan an Schulen, Infrastruktur/Verkabelung (480 000 Euro).

Beleuchtung, Erneuerung der Aufzüge und Elektronikanlage am Landratsamt in Schwandorf (390 000 Euro).

Erwerb eines Nachbargrundstücks am Landratsamt in Schwandorf (350 000 Euro).

Ausbau der Kreisstraße SAD 54 auf der Ortsdurchfahrt von Neunaigen (340 000 Euro).

Ausbau der Kreisstraße SAD 27 zwischen Lissenthan und Diepoltshof (210 000 Euro).

Ausbau der Kreisstraße SAD 47 zwischen Kulz und B 22 (180 000 Euro).

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