10.02.2020 - 17:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis Schwandorf kommt glimpflich davon

War es jetzt so schlimm wie befürchtet? Den Feuerwehren beschert das Sturmtief "Sabine" zwar viel Arbeit, aber alles in allem scheint der Landkreis Schwandorf glimpflich davongekommen zu sein.

Der Schwandorfer Bahnhof, tagsüber normalerweise recht belebt, war am Montag wie ausgestorben. "In Bayern", so hieß es am Vormittag auf der Anschlagtafel, "wurde der Bahnbetrieb für Züge vorübergehend eingestellt".
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der Tierpark Höllohe wurde vorsorglich gesperrt. Auch der Schwandorfer Friedhof ist für zwei Tage geschlossen worden. Der Grund: Angst vor brechenden Ästen oder umknickenden Bäumen. Kein Betrieb herrschte an den Schulen des Landkreises, zahlreiche Kindergärten blieben ebenfalls zu. In der Grundschule des Schwandorfer Ortsteils Ettmannsdorf hat wie andernorts auch die Alarmierungskette funktioniert. „Ich habe am Sonntag den Elternbeirat informiert, von dort aus wurden die Klassenelternsprecher in Kenntnis darüber gesetzt, dass am Montag die Schule ausfällt“, sagte Schulleiterin Gabriele Moser. Viele Eltern seien überdies in WhatsApp-Gruppen organisiert, so dass es sich recht schnell herumgesprochen habe, dass die Kinder am Morgen zu Hause bleiben. Darüber hinaus gab es entsprechende Infos auf der Schulhomepage und auf den Seiten des Schulamtes. Lediglich ein Kind wurde in der Frühe gebracht.

Da Moser in der Schule war und auch ein Gutteil der 13 Lehrkräfte ganz regulär gekommen ist, „konnten wir uns um den einzelnen Schüler kümmern, bis der Vater ihn wieder abgeholt hat“. Das passierte recht schnell. Die Schulleiterin schickte auch die Lehrer bald wieder heim. „Unsere Kollegen aus dem Raum Weiden und aus dem Raum Regensburg mussten gar nicht erst kommen.“

Nichts los war auf den Bahnhöfen des Landkreises. Laut einer Mitteilung der Länderbahn blieb nach Abstimmung mit der DB Netz AG der Zugverkehr in den sächsischen und bayerischen Netzen aus Sicherheitsgründen am Montag eingestellt. Betroffen waren die Netze von Alex-Nord und Süd, Vogtlandbahn, Trilex, Oberpfalzbahn und Waldbahn. Je nach Wetterlage würden nach Abflauen des Windes zunächst Erkundungsfahrten ohne Fahrgäste und Räumarbeiten beginnen, hieß es. Laut Wetterdienst war frühestens ab Montagabend mit einer Beruhigung der Lage zu rechnen.

Leere Klassenzimmer in jedem Schulort im Landkreis Schwandorf. Im Schwandorfer Ortsteil Ettmannsdorf beispielsweise hielt nur Schulleiterin Gabriele Moser Wacht.
Sturmtief Sabine sorgte für zahlreiche abgeknickte Bäume, etwa hier am Rande des Sportplatzes von Stulln.
Im Blickpunkt :

Feuerwehreinsätze

Gut zu tun hatten die Feuerwehren im Landkreis. Wie Feuerwehr-Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser am Montag Abend informierte, habe es zwischen 5 und 12 Uhr eine Vielzahl von Einsätzen gegeben. Insgesamt sind bis in den späten Nachmittag ungefähr 100 Mal die Wehren ausgerückt - fast überwiegend, um Bäume zu beseitigen, die auf den Straßen lagen. Auch einige Dächer wurden in Mitleidenschaft gezogen, so dass Dachziegel herunter fielen; geknickt wurden von den Böen überdies hier und dort Verkehrsschilder. "Es war nicht so schlimm, wie wir befürchtet hatten."

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