09.07.2019 - 16:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis will Volkshochschulen unter Fittiche nehmen

In die Welt der Volkshochschulen ist ungewollt Bewegung gekommen. Schuld sind die neuen staatlichen Förderrichtlinien. Sie unterstützen nur noch große Bildungseinrichtungen.

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Jetzt bietet der Landkreis an, die kleinen Volkshochschulen im Landkreis organisatorisch unter seine Fittiche zu nehmen. Wer weiß, vielleicht macht sogar Schwandorf mit? Ziel ist die Gründung einer Landkreis-VHS.

Die Erwachsenenbildung ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinden. Sie ist im Landkreis Schwandorf uneinheitlich geregelt. Eine Änderung der Förderrichtlinie, wonach künftig nur mehr größere Einrichtungen gefördert werden, die mindestens 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden aufweisen, war der Anlass für eine zum Jahresbeginn 2019 erfolgte Neustrukturierung im Landkreis.

„Die Neuausrichtung der Volkshochschulen oder Volksbildungswerke war in nahezu jeder Gemeinde und auch in den Bürgermeisterkonferenzen im März 2018 und April 2019 ein Thema“, sagte Landrat Thomas Ebeling bei der Sitzung des Kreisausschusses im Landratsamt.

Derzeit bestehen fünf eigenständige Volkshochschulen, die als eingetragene Vereine konstituiert sind – und zwar die Volkshochschulen im Städtedreieck, in Nabburg, Neunburg, Nittenau und in Oberviechtach-Schönsee.

Da nur die VHS im Städtedreieck die Grenze von 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden erreicht und die anderen vier Volkshochschulen selbst gemeinsam diese Schwelle nicht erreichen, haben sich diese fünf Volkshochschulen zum 1. Januar 2019 durch eine Kooperationsvereinbarung zu einem Volkshochschulverbund zusammengeschlossen. Darüber hinaus besteht die kommunal verfasste Volkshochschule Schwandorf als städtische Einrichtung, für die die Förderschwelle kein Problem darstellt.

Der bisherige Trägerverein „Volkshochschulen im Landkreis Schwandorf“, dessen Vorsitzender Wilhelm Narnhammer ist, wird im Laufe der nächsten Monate aufgrund der erfolgten Kooperation aufgelöst werden.

In der Bürgermeisterkonferenz im April 2019 waren die Bürgermeister der Auffassung, dass trotz der erfolgten Kooperation als weiterer Schritt eine einheitliche Volkshochschule im Landkreis Schwandorf angestrebt werden kann.

Eine solche landkreisweit einheitliche Lösung hat der Landkreis Regensburg im Jahr 1993 mit Erfolg umgesetzt, indem er auf Antrag seiner Gemeinden die Aufgabe der Erwachsenenbildung übernommen und dazu den Verein „VHS Regensburger Land“ gegründet hat. „Heute sind alle 41 Gemeinden des Landkreises Regensburg Mitglied im Verein“, wusste Landkreis-Pressesprecher Hans Prechtl. Der Verein mit Sitz in Neutraubling deckt seinen Finanzbedarf durch Teilnahmegebühren und durch finanzielle Zuwendungen des Staates und des Landkreises.

Der Kreisausschuss empfahl dem Kreistag, die Aufgabe der Erwachsenenbildung von den Gemeinden zu übernehmen, die einen Antrag stellen – sofern diese Anträge in einer Zahl gestellt werden, die eine einheitliche oder zumindest nahezu einheitliche Struktur der Erwachsenenbildung im Landkreis ermöglichen.

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