Wie sieht Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz aus? An keinem anderen Ort kann man das deutlicher zeigen, als auf dem Acker selbst. So entstand 2015 die Idee zur Mitmach-Aktion "Schau ins Feld!" Das kam so gut an, dass sie fortgeführt wurde. 2019 startete die Aktion in ihre fünfte Saison mit einem deutschlandweiten Beteiligungsrekord: 745 Landwirte haben sich mit über 1400 "Schau!-Fenstern" angemeldet.
"Schau!-Fenster" angelegt
Es gilt, auf einem Feld-Abschnitt, möglichst nahe einem gut frequentierten Weg, keine Pflanzenschutz-Maßnahmen vorzunehmen, und den Rest des Feldes nach guter fachlicher Praxis zu behandeln. Vorbei kommenden Fußgängern, Radlern und Autofahrern soll so gezeigt werden, was passiert, wenn keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt und andere Maßnahmen zum Schutz der Kulturen unterlassen werden.
In den vergangenen Jahren konnte man sich so an vielen Orten vor Unkraut überwucherten "Schau!-Fenstern" ein Bild davon machen, wie wenig von der Ernte übrig bleibt, wenn dem Landwirt keine Pflanzenschutzmittel gegen Nahrungskonkurrenten, Schädlinge und Pilze zur Verfügung stehen. "Der Nutzen des modernen Pflanzenschutzes erschließt sich so auf einen Blick", urteilt Dirmeier. Hintergründe zur Aktion erläutert ein großformatiges und wetterfestes Wegeschild, das Landwirte kostenlos bestellen konnten.
Sehr viel Unkraut
In Schwandorf stellte sich der junge Landwirt Mathias Dirmeier (20) in den Dienst der Sache und lud zusammen mit dem Bauernverband zu einem Ortstermin neben der Südosttangente (Hans-Kraus-Allee) ein, wo der Betrieb seines Vaters Norbert ein Feld besitzt, auf dem derzeit Futtermais wächst. Da der Boden leicht moorig ist, finden die Pflanzen auch in der aktuellen Trockenheit noch Wasser und stehen vergleichsweise gut da. Genauso gut aber wächst dort das Unkraut (die Landwirte sagen: die Beikräuter) Melde, Distel, Kamille oder Hirse. Wenn man ihr Wachstum nicht rechtzeitig mit passenden Herbiziden hemmt, überwuchern sie problemlos den Mais.
Sowohl Dirmeier wie auch Josef Wittmann vom Bayerischen Bauernverband machten darauf aufmerksam, dass es Prüfungen und Sachkundenachweise benötigt, bevor ein Landwirt mit Pflanzenschutzmitteln hantieren darf. Dabei seien viele Faktoren zu berücksichtigen - angefangen von der Art der Beikräuter bis hin zur Lage des Feldes, ob es sich also nahe am Wasser befindet. "Um Kulturpflanzen gesund zu halten und die Versorgung mit Nahrung zu gewährleisten, ist Pflanzenschutz unverzichtbar", zeigten sich Wittmann und Dirmeier überzeugt.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.