14.11.2018 - 14:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ein Leben für die Heimatstadt Schwandorf

Man könnte zu mehreren Papierblättern greifen, auf denen Franz Sichlers Daten, Ehrenämter und Verdienste aufgelistet sind. Zusammengefasst: Da ist einer, der in weiten Teilen seines 90 Jahre zählenden Lebens für Schwandorf gearbeitet hat.

Franz Sichler feiert am 15. November seinen 90. Geburtstag.
von Autor HOUProfil

An einem Tag wie heute könnte man zu mehreren Papierblättern greifen, auf denen bei der Stadt Franz Sichlers Daten, Ehrenämter und Verdienste aufgelistet sind. Doch was dieses Register enthält, lässt sich schlicht so zusammenfassen: Da ist einer, der in weiten Teilen seines nun 90 Jahre zählenden Lebens für Schwandorf gearbeitet hat.

Wo ist anzufangen, wenn dieser Mann beschrieben werden soll? Am besten damit: In Schwandorf geboren, in Schwandorf immer gelebt und für Schwandorf tätig geworden wie kaum ein anderer. So geriet denn die vor fast genau einem Jahr verliehene Ehrenbürgerwürde zu einer Auszeichnung, die schlichtweg überfällig war. Franz Sichler hatte nie darauf gehofft. Das Bundesverdienstkreuz und die Bürgermedaille besaß er zu diesem Zeitpunkt längst.

Der Vater, ein Landtagsabgeordneter, war bundesweit bekanntes SPD-Mitglied. Sein Sohn ist es seit vielen Jahrzehnten ebenfalls. Beide leiteten daraus soziales Engagement ab. Was bedeutete: Sich für die Schwachen in diesem Land stark machen, für deren Interessen eintreten und das, wenn nötig, auch mit lauter Stimme zu tun. Das war es, was die Sichlers stets machten. In Parlamenten, in Versammlungen und durch Argumentation in Vereinen und Verbänden. Weil auch schon der Vater Franz hieß, führte Sohn Franz immer das "jun." hinter seinem Namen. Darf man ihn auch heute noch als "Junior" bezeichnen? Ganz sicher. Denn er ist, obwohl am 15. November 90 Jahre alt, ein Junggebliebener. Jemand, der sich seinerzeit auf den Weg machte, um seiner Heimatstadt in vielfältiger Weise dienlich zu sein. Das hat ihn auf Trab gehalten.

Da ist es nun wieder, dieses Lebens-Register. In ihm steht, dass Franz Sichler von 1972 bis 1996 dem Stadtrat angehörte, in den Kreistag gewählt wurde und bei unzähligen wichtigen Entscheidungen mit dabei war. Die Annalen belegen auch, wie sehr er sich im Sport engagierte, in der Geschichte Schwandorfs forschte und Bücher schrieb. Ein Mensch mit vielen Talenten. Er hatte sie auch als Lehrer und späterer Chef der Berufsschule. Im Rang des Oberstudiendirektors ging Sichler in Pension.

Ab dann bekam er viel mehr Zeit für seine Passion. Die hieß "Schwandorf". Seine selbst übernommenen Bürden hat Franz Sichler stets mit oft hintergründigem Humor getragen. Er kannte und kennt seine Mitbürger, blickte hinter Kulissen und schrieb auch darüber. Nie verletzend, aber in einer launigen Art, die ihn stets mit seinem Freund Eugen Oker verband. Dieser Oker hieß mit richtigen Namen Fritz Gebhardt, stammte aus Schwandorf und wurde zu einem der namhaftesten bayerischen Autoren. Er verließ einst seine Heimatstadt und kehrte nie zurück. Franz Sichler blieb immer da. Noch einer gehört zu seinen Freunden. Und auch der ist aus Schwandorf. Professor Josef Zilch, etwas früher wie Sichler zum Ehrenbürger ernannt und als Dirigent einst weltweit unterwegs. Wenn sich beide heute treffen, muss man nur an ihrer Seite sitzen und zuhören. Dann wird Schwandorf in immer neuen Facetten geschildert, dominieren Anekdoten, die voll von praller Lebensfreude sind.

Als Franz Sichler dem Schreiber dieser Zeilen das "Du" anbot, da war der eine gerade in den Stadtrat gewählt und der andere ein junger Journalist, der eigentlich nie von Amberg nach Schwandorf hatte gehen wollen. Dass es dann 30 Jahre wurden, war Franz Sichler mit zu danken. Denn da gab es einen, mit dem man reden konnte und der Zusammenhänge erklärte - ohne dabei jemals auf eigenen Vorteil zu schauen. Ihm war es wichtig, dass die Stadt in der Zeitung erschien und nicht er selbst. So ist dieser 90. Geburtstag Anlass, ihm etwas im Namen zahlloser Schwandorfer ins Stammbuch zu schreiben. Kurz und bündig lautet das so: Hochachtung und Respekt vor einer grandiosen Lebensleitung!

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