Als "Schwandorfer in Schwandorf" habe Mulzer viel für seine Heimatstadt getan, sagte der Oberbürgermeister bei der Verabschiedung am Freitag. Es sei bedauerlich, eine erfahrene und verdiente Kraft im Rathaus zu verlieren. "Wie Du mir bei der Amtsübernahme zur Seite gestanden hast, das war beispielgebend", sagte der OB. Das "höchstmögliche oberpfälzer Lob", also ein "passt scho", sei da viel zu wenig, ein "hervorragend" angebracht.
Professionell, unaufgeregt und sehr verlässlich: So haben nicht nur die Oberbürgermeister und Mitarbeiter im Rathaus Mulzer erlebt, sondern auch die vielen Journalisten, die mit ihren Anfragen Mulzers Nummer wählten. Dabei wurde Mulzer zu seinem Dienstantritt vom damaligen OB Hans Kraus ins kalten Wasser geworfen. "Jetzt gehen's da hinter, und machen Pressearbeit", habe Kraus zu ihm gesagt am 1. Oktober 1979, erinnert sich Mulzer, der nach acht Jahren Ausbildung und Dienst am Versorgungsamt der Regierung nach Schwandorf gewechselt war. Aus dem kurzen Satz wurden beinahe 40 Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit, seit 1991 leitete Mulzer das Haupt- und Presseamt. "Ich wollte immer bei der Stadt arbeiten", erzählte der Verwaltungsrat, der sich zu Beginn seiner Dienstzeit im Rathaus mit seiner Gattin Inge ein Büro teilte.
An die "Bronzezeit" (Mulzer) vor der Einführung von FAX oder EDV erinnert er sich noch gut: Etwa wie Pläne gezeichnet wurden für die Bewerbung um einen BMW-Standort, der dann doch nach Regensburg kam, oder Pressemitteilungen noch per Amtsboten zu den Briefkästen der Redaktionen gebracht wurden. Das erste Landkreissportfest ist dem leidenschaftlichen Sportler und TSV-Mitglied (früher Handball, jetzt unter anderem Tennis) natürlich ebenso in Erinnerung geblieben wie die 1000-Sportabzeichen-Aktion im Jubiläumsjahr 2006. "Am Ende waren es fast 1600". Ob "Benteler"-Ansiedlung oder der Umzug ins neue Rathaus: Es gibt in Mulzers Fundus unzählige Ereignisse und Geschichten. Zu den traurigsten gehört der Brand des Habermeierhauses 1988, als die Stadt den Überlebenden ein Dach über dem Kopf organisieren musste. "Die Menschen hatten nichts mehr".
Personalratsvorsitzender Jürgen Liebl nannte Mulzer einen verdienten Kollegen und Freund, an den sich gerade auch junge Mitarbeiter mit ihren Fragen wenden konnten. Von 1986 bis 1990 war Mulzer Vorsitzender des Personalrats im Rathaus.
Jetzt stehen ein paar Reisen an, zwischen Nordsee und Gardasee, natürlich mit Hund. Und die Wintersaison erwartet den leidenschaftlichen Skifahrer. Vorher übergibt er sein Büro an seine Nachfolgerin.
Die heißt Maria Schuierer und wird künftig das "Büro der Oberbürgermeisters" leiten. Diesen Namen wird das Haupt- und Presseamt künftig tragen. Die 52-jährige Büchelkühnerin wird auch die Pressearbeit übernehmen. Sie leitete bisher die Stabsstelle Wirtschaftsförderung und war auch Mulzers Stellvertreterin.













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