23.09.2020 - 09:37 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Maisernte läuft auf Hochtouren

Die Maisernte läuft im Landkreis Schwandorf derzeit auf Hochtouren. Das Bild wurde bei Klardorf aufgenommen und zeigt einen selbst fahrenden Feldhäcksler.
von Externer BeitragProfil

Zurzeit läuft die Silomaisernte. Auch im Landkreis Schwandorf sind zahlreiche Traktoren mit Anhängern zum Transport von Häckselgut unterwegs. Zwischen 40 und 55 Tonnen Silomais fallen laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) je Hektar an.

"Dabei kommt eine schlagkräftige Erntetechnik zum Einsatz", schreibt der BBV weiter. Die selbstfahrenden Häcksler schneiden den Mais mit reihenunabhängigen Schneidwerken ab und häckseln die gesamte Pflanze auf eine Schnittlänge von 3 bis 22 Millimeter. Mais sei eine sogenannte C4-Pflanze und könne Sonnenenergie effektiver als andere Kulturpflanzen in pflanzliche Biomasse umwandeln.

Ein Hektar Mais erzeuge außerdem den Jahresbedarf an Sauerstoff für 50 bis 60 Menschen. Ebenso verfüge Mais als C4-Pflanze über ein höheres CO2-Aufnahmevermögen und könne deshalb bei höheren Temperaturen mehr Trockenmasse produzieren.

„In 2020 konnte der Mais im Landkreis Schwandorf so meist gute Erträge bilden“, stellt Kreisobmann Josef Irlbacher fest, der selbst Silomais für die eigene Milchviehhaltung anbaut. „Auf sandigen Standorten und ungenügenden Niederschlägen ist der Aufwuchs jedoch deutlich verringert“, so Irlbacher.

Der Mais biete viele Vorzüge, erfordere aber eine zügige Jugendentwicklung, um einen schnellen Reihenschluss zu erhalten. In dieser Phase sei der Mais besonders erosionsgefährdet. Im Gegensatz zu anderen Anbaukulturen benötige Mais am wenigsten Pflanzenschutz. Darüber hinaus verwerte Mais den Stickstoff, vor allem aus organischen Düngern, deutlich besser als andere Kulturpflanzen.

Im Landkreis Schwandorf werden insgesamt 11 500 Hektar Mais angebaut. Der Mais wird in erster Linie zur Rinderfütterung und als Substrat für die Biogasanlagen verwendet. Mit einem Hektar Mais können 15 000 Liter Milch, sechs Mastbullen oder rund 9000 Kubikmeter Biogas erzeugt werden. Aus diesem Biogasertrag können 16 Megawattstunden Strom gewonnen werden, was etwa den Jahresbedarf von fünf Haushalten entspricht. Zusätzlich sind die Abwärme und die als natürlicher Dünger einsetzbaren Gärreste nutzbar.

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Kommentare

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Martin Paproth

Vielen Dank für diesen informativen Beitrag, der so viele Zahlen, Daten und Fakten enthält, wie man es zu diesem Themenkreis nur selten findet.
Was mir auffällt: Von einem Hektar Anbaufläche, die mit Mais bestellt wird, lassen sich mit Hilfe einer Biogasanlage 16 Megawattstunden (16.000 Kilowattstunden) Strom pro Jahr gewinnen.
Aus anderer Quelle weiß ich: Von einem Hektar Fläche, die mit Photovoltaik-Modulen bedeckt wird, werden hierzulande 1.000 Megawattstunden (1.000.000 Kilowattstunden) Strom pro Jahr gewonnen, und diese Fläche muss noch nicht einmal landwirtschaftliche Nutzfläche sein, auf der man sonst auch Nahrungsmittel anbauen könnte.
Wo liegt da noch der Sinn der Energiegewinnung aus Mais?

24.09.2020