"Die Leute haben eigentlich schon lange über die Umstellung Bescheid gewusst", stellt Anton Gillitzer, Fernseh- und Radiotechnikermeister aus Wackersdorf fest. Sein Kollege Dietmar Hein aus Oberviechtach pflichtet ihm bei: "Man hat es gelesen, aber viele haben wohl auch gedacht, das betrifft mich nicht oder gewartet, bis es soweit ist".
Dietmar Hein spricht von täglich rund 20 Umstellungen. "Momentan hat der Tag zu wenig Stunden, wir arbeiten teilweise von 6 Uhr bis 21 Uhr, und es wird noch einige Wochen dauern, bis alle Aufträge abgearbeitet sind". Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten für Kunden, die ihre Kabelsender bisher analog empfangen haben: Eine Nachrüstung der alten Geräte durch einen Digitalreceiver oder den Kauf eines neuen TVs, in das digitale Receiver meist integriert sind. "Wir haben viele neue Fernseher verkauft", freut sich Hein. Etwa die Hälfte der Betroffenen entscheide sich für die Receiver-Nachrüstung. "Die Röhre bleibt analog", gibt er allerdings zu bedenken. "Die Umrüstung ist noch lange nicht vorbei", ist sich auch Anton Gillitzer sicher. Vor allem auch deshalb, weil es in Schwandorf sehr viele Kabelkunden gibt. Am Land herrscht meistens die Satelliten-Technik vor. Wer über die "Schüssel" empfängt, für den hat die Umstellung keine Auswirkungen. Denn hier wurde schon vor einigen Jahren auf Digitaltechnik umgerüstet. "Wir sind laufend wegen der Umstellung unterwegs, aber auch das normale Geschäft muss weiter gehen", gibt Gillitzer zu bedenken.
"Unsere Senioren schauen naturgemäß gerne fern, deshalb wird es Zeit, dass wieder Ruhe einkehrt", wünscht sich Karl-Heinz Stoppa, Geschäftsführer des Oberviechtacher Alten- und Pflegeheims. Hier brauchen etwa 20 Prozent der Bewohner, die noch Röhren-Fernseher haben, eine neue Lösung. Aber "schwarz sehen" braucht niemand. In den Wohnbereichen stehen Digital-Fernseher. Das Seniorenheim hat übrigens laut Stoppa die Gelegenheit genutzt, um von der "anfälligen Kabeltechnik" auf Satellitenempfang umzustellen. "Die Kunden haben echt bis zum 8. November gewartet, haben auch gefragt, was nun passiert ist und dann verstärkt Receiver und Fernseher gekauft", schildert der Schwandorfer "Expert"-Marktleiter Andreas Roith die Situation.
Die Umstellung von Analog- auf Digitaltechnik geht auf eine gesetzliche Vorgabe zurück: Der Freistaat Bayern hat festgelegt, dass im Kabel ab dem 1. Januar 2019 keine analogen Sender mehr verbreitet werden dürfen. Laut Netzbetreiber Vodafone (früher Kabel Deutschland) beansprucht das analoge Programmangebot einen großen Teil des Kabel-Frequenzspektrums. Diese Ressourcen könnten viel besser für neue Angebote im Kabelnetz genutzt werden.














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