09.06.2021 - 09:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mehr Milch aus dem Landkreis Schwandorf

Das „Milchland Oberpfalz“ konnte im vergangenen Jahr einen enormen Leistungsschub verzeichnen. Erstmals hat die Milchleistung die Grenze von 8500 Kilogramm überschritten. Großen Anteil daran haben Betriebe aus dem Landkreis Schwandorf.

Vier Betriebe hatten Kühe mit einer Milchleistung von 100 000 Litern im Stall.
von Externer BeitragProfil

Aus den Ergebnissen der Milchleistungsprüfung für das vergangene Jahr geht hervor, dass die Milchviehhalter in der Oberpfalz die Leistungen ihrer Kühe um 265 auf 8517 Kilogramm steigern konnten. Mit 680 Kilogramm Fett und Eiweiß liegt die Oberpfalz in Bayern an erster Stelle. Das geht aus einer Pressemitteilung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hervor.

Wie es dort weiter heißt, hätten daran die Landwirte aus dem Landkreis Schwandorf einen erheblichen Anteil. Ihre Milchkühe haben mit einer Steigerung um 253 auf 8343 Milch-Kilogramm einen großen Sprung gemacht. Damit liegt man über dem bayerischen Durchschnitt von 8187 Kilo.

Unabhängig davon setzt sich auch in der Oberpfalz der Strukturwandel unvermindert fort: Ein Blick auf die Viehzählungsergebnisse zeigt laut Mitteilung, dass seit 1972 die Zahl der Milchkuhbetriebe von damals 30 644 um 86 Prozent auf 4275 gesunken, die Zahl der Kühe hingegen im gleichen Zeitraum mit 14 Prozent von 187 957 auf 162 278 nur leicht rückläufig ist.

Wie es weiter heißt, ging die Zahl der Milchkuh- und Mutterkuhhalter im Landkreis Schwandorf gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf jetzt 665 zurück. 1972 waren es noch 4396. Da es sich bei den Aussteigern fast ausschließlich um Betriebe handle, in denen die Milchviehhaltung komplett eingestellt wird, seien die Hauptgründe wohl zum einen die immer ernster werdenden Diskussionen in der Gesellschaft um die Anbindehaltung und zum anderen die Auswirkungen der Düngeverordnung.

Dementsprechend entwickeln sich auch die Mitgliederzahlen im Rinderzuchtverband Oberpfalz, der bei den Herdbuchbetrieben einen Rückgang von 89 (5,2 Prozent) vermeldet. Zehn davon sind im Landkreis Schwandorf.

An der Milchleistungsprüfung nahmen im Landkreis 333 Betriebe mit 17 983 Kühen teil. Als Spitzenbetriebe wurden Markus Piehler aus Wolfsbach (11 372 Kilogramm Milch), Ludwig Scherr aus Berg (10 669) und Michael Geisler aus Untermainsbach (11 729) ausgezeichnet.

"100 000 Liter Kühe" hatten Josef und Simon Maier aus Egelsried, deren Kuh „651“ 105 719 Kilogramm Milch brachte, der Betrieb Winderl aus Pettendorf (Kuh: „615“, 100 310 Kilogramm Milch) Georg Rothmeier aus Oberpfreimd (Kuh „Liese“, 105 059 Kilogramm) und Josef Baumer aus Kröblitz (Kuh „056“, 106 067 Kilogramm). Als Spitzen-Biobetrieb wurde Peter Völkl aus Teunz (8751 Milch-Kilogramm) ausgezeichnet. Als „Kuhprofis“ gelten Josef Baumer (Kröblitz), Johann Ippisch (Bubenhof) und die Lotter GbR (Wagnern).

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Vermarktung ausgewirkt. Nach mehreren Jahren mit Anstieg gab es einen Rückgang um 2941 Tiere. Lediglich der Export (+325) verdoppelte sich. Einen Abfall gab es bei den Großviehmärkten (-232) und beim Kälbermarkt (-232). In der Großviehvermarktung konnten 2841 Tiere (-141) abgesetzt werden.

Auf den Großviehmärkten in der Versteigerungshalle Schwandorf wurden 702 Tiere (-232) gezählt. Der Absatz von Zuchtbullen ist mit 50 verkauften das historisch schlechteste Ergebnis. Das Angebot an Kalbinnen blieb mit 21 auf einem geringen Niveau.

Extrem schwierig blieb laut Mitteilung angesichts der Vorgaben der Export. In weiter entfernte Länder kam er vollständig zum Erliegen, Empfänger sitzen meist im benachbarten Ausland der EU. Insgesamt waren es 814 Tiere, 15 Bullen, 658 Kalbinnen und 141 Jungrinder. Die Kälbervermarktung ging um 11,2 Prozent auf 21 573 zurück. Über die wöchentliche Festvermarktung wurden insgesamt 17 592 männliche und 1001 weibliche Nutzkälber verkauft.

Im Berichtsjahr wurden über den Rinderzuchtverband Oberpfalz 24 339 Tiere, davon 2726 Stück Großvieh, 21 573 Kälber sowie 40 männliche und weibliche Futterrinder vermarktet. Der Gesamtumsatz beziffert sich auf knapp zwölf Millionen Euro, die Zahl der abgesetzten Tiere verringerte sich um 2941 Stück, der Umsatz um rund 1,6 Millionen Euro. Ausgezeichnet als bester Marktbeschicker wurde bei den Kälbern Herrmann-Josef Bierler aus Schwaig und bei Großvieh Johann Kiener aus Zankendorf.

Die angekündigte Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung zum 1. Juli bringt auch die Auflösung aller Fachzentren. Mit der Zusammenlegung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg und Schwandorf wird es ein überregionales Sachgebiet geben, welches für alle Tierarten zuständig ist und auch die Aufgaben der Rinderzucht erledigt. Auch ein kleiner Teil des Fachzentrums Rinderhaltung aus Cham wird in dieses neue Sachgebiet integriert.

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