Schwandorf
16.10.2018 - 07:52 Uhr

Mehr Platz für die Produktion

Der Großauftrag eines namhaften deutschen Automobilherstellers veranlasste den Zulieferbetrieb "Benteler" zum Bau einer neuen Produktionshalle. Das Unternehmen vergrößert so seine Produktions- und Grundstücksfläche um rund 50 Prozent.

Der Automobil-Zulieferer „Benteler“ eröffnete am Samstag die neue Produktionshalle im Schwandorfer Süden und produziert dort jährlich
70 000 Batteriewannen für einen namhaften deutschen Automobilhersteller. Bild: Hirsch
Der Automobil-Zulieferer „Benteler“ eröffnete am Samstag die neue Produktionshalle im Schwandorfer Süden und produziert dort jährlich 70 000 Batteriewannen für einen namhaften deutschen Automobilhersteller.

Das Unternehmen beschäftigt am Standort Schwandorf 650 Mitarbeiter und gehört damit zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Mit Beginn des Jahres 2019 wird der Automobil-Zulieferer jährlich 70 000 Batteriewannen fertigen und damit einen Beitrag zum Ausbau der Elektromobilität leisten.

Werkleiter Helmut Ascher betonte bei der Halleneröffnung am Samstag die Kompetenz des Unternehmens in der Herstellung von Leichtbaukomponenten: "Aluminium ist ein leichtes Metall und spielt aus diesem Grund bei der Herstellung von Batteriewannen eine wichtige Rolle". Der Werkleiter betonte die Kompetenz seines Betriebes im Bereich komplexer Leichtbaulösungen und zugleich die Innovationskraft rund um das Thema "Elektromobilität." Die Batteriewannen von Benteler haben eine doppelte Funktion: Sie dienen als stabiler Unterbodenschutz und gleichzeitig als Behälter für die Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge.

1989 eröffnet

Das weltweit agierende Unternehmen eröffnete 1989 mit 120 Mitarbeitern das Werk an der Bellstraße in Schwandorf und fertigt dort Fahrwerkskomponenten. Das sind Achsen, Querlenker, Schutzsysteme, Motorträger und Crash-Boxen. Alles in Aluminium-Leichtbauweise zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts. Heute beschäftigt der Betrieb 650 Mitarbeiter, davon 22 Auszubildende. Die Kernkompetenzen liegen im Biegen und Formen von Metall-Teilen, im Schweißen und Beschichten und in der Modul-Montage. Das Werk fertigt mit Hilfe modernster Robotertechnik im Jahr zwei Millionen Strukturteile aus Aluminium und Stahl.

"Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns wichtig", erklärt Werkleiter Helmut Ascher. Das Unternehmen berücksichtige daher bei den Prozessabläufen die neuesten Erkenntnisse beim Arbeitsschutz. Der Werkleiter bedankte sich bei der Stadt Schwandorf für die Unterstützung bei den Grundstücksverhandlungen im Vorfeld der Erweiterung. Für den Bau der Halle hatte das Unternehmen auch andere Standorte im Blickfeld. Die Entscheidung für Schwandorf wertet Oberbürgermeister Andreas Feller als Beweis für die Vorteile des Industriegebietes im Süden der Stadt: Nähe zur Autobahn und ein großes Facharbeiterpotenzial. Die Teile gelangen zum Großteil auf der Straße zu den Automobilwerken.

30 000 Mitarbeiter

Benteler ist ein Familienunternehmen in der vierten Generation mit 30 000 Mitarbeitern an 153 Standorten in 40 Ländern und einem Jahresumsatz von 7,5 Milliarden Euro. Zum Konzern mit Sitz in Salzburg gehören die drei Bereiche "Benteler Automotive", "Benteler Steel/Tube" und "Benteler Distribution". Die Sparte "Automotive" ist mit insgesamt 26 000 Mitarbeitern in mehr als 70 Werken in 25 Ländern die größte. Sie entwickelt für ihre Kunden Lösungen für Fahrwerks-, Karosserie-, Motor- und Abgassysteme sowie für Elektrofahrzeuge.

Werkleiter Helmut Ascher betont die Kompetenz des Unternehmens in der Verarbeitung von Leichtbaukomponenten. Er steht seit Januar 2018 an der Spitze des Schwandorfer Standortes. Der 50-jährige Diplom-Ingenieur (FH) studierte Oberflächentechnik und Werkstoffkunde an der Hochschule Aalen und ist seit 15 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Von 2003 an arbeitete Helmut Ascher sieben Jahre am Standort Schwandorf, ehe er die Leitung des Werks in Eisenach und später eine leitende Position im Bereich Großserienherstellung von Leichtbauteilen aus Verbundwerkstoffen übernahm. Zu Beginn des Jahres schloss sich der Kreis, und er kehrte als Werkleiter nach Schwandorf zurück.

Zur Eröffnung der Halle war auch Martin Weidlich gekommen. Der 46-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) ist seit Mai diesen Jahres für die Werke in Westeuropa zuständig. "Unsere Mitarbeiter sollten technisches Verständnis und Erfahrung im Metallbereich mitbringen", sagt Martin Weidlich. Er setzt auf "ein starkes, hochqualifiziertes und engagiertes Team". Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern zahlreiche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten weltweit und bildet den Nachwuchs weitgehend selbst aus. Am Standort Schwandorf sind derzeit 22 Auszubildende beschäftigt.

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