Schwandorf
13.03.2025 - 16:58 Uhr
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Mehrere tote Schafe: Veterinäramt prüft Tierhalter im östlichen Landkreis Schwandorf

Lässt ein Tierhalter im östlichen Landkreis Schwandorf seine Schafe verwahrlosen? Mehrere Personen erheben diese Vorwürfe. Fünf Tiere sind demnach bereits gestorben. Das Veterinäramt prüft den Fall derzeit.

Aus dem östlichen Landkreis Schwandorf erhält Oberpfalz-Medien Hinweise mehrerer Personen über Schafhalter, die ihre Tiere vernachlässigen sollen. Fünf Schafe sollen dort seit Anfang des Jahres zu Tode gekommen sein. Wochenlang seien die Tiere nicht gefüttert worden, heißt es. Das Veterinäramt überprüft den Fall derzeit.

Die Informanten möchten lieber anonym bleiben, ihre Namen sind der Redaktion allerdings bekannt. Sie schildern gegenüber Oberpfalz-Medien das Tierleid, das sie nach ihrer Aussage seit Langem beobachten, und haben die Geschehnisse seit Anfang des Jahres protokolliert. Demnach habe man bereits Anfang Januar das Veterinäramt kontaktiert, da die Schafe seit Wochen nicht gefüttert worden sein sollen. Die Tiere seien abgemagert, würden den ganzen Tag schreien, auf der verzweifelten Suche nach Futter aus ihrem umzäunten Gehege ausbrechen und sich auf angrenzenden Wiesen auf die Suche machen, erzählen die Hinweisgeber.

Tote Lämmer im Januar

Am 18. Januar konnte nach Auskunft eine einmalige Fütterung beobachtet werden. Durch eine leichte Schneedecke zu dieser Zeit habe man gut nachvollziehen können, wann jemand bei den Schafen war. Allerdings seien auf dem Gelände dann am darauffolgenden Tag, dem 19. Januar, bereits zwei tote Lämmer entdeckt worden. An diesem Tag sei demnach die Polizei verständigt worden, einige Tage später sei ein Besuch durch das Veterinäramt erfolgt. Anfang Februar sei ein weiteres Lamm verschwunden, die Hinweisgeber gehen davon aus, dass auch dieses zu Tode gekommen ist. Kurz darauf hätten Spaziergänger auch das Mutterschaf im Todeskampf beobachtet, wieder seien entsprechende Stellen informiert worden. Einen Tag später wurde das tote Tier von der Tierkörperbeseitigung abgeholt, wird berichtet.

In der Zwischenzeit soll noch ein weiteres Schaf verstorben sein. Zwei Tiere seien derzeit noch auf dem Gelände. Zuletzt seien sie wieder einmal gefüttert worden – anstatt dass "portionsweise" täglich gefüttert werde, werde allerdings schlicht eine größere Menge Futter im Freien abgelegt, die über die Tage völlig durchnässt wird. "Die Tiere sind so mager, dass man Kleider an ihren Rippen aufhängen könnte. Nach und nach gibt eines auf und liegt tot im Unterstand", heißt es von den Hinweisgebern. "Es kann doch nicht sein, dass hier jedem die Hände gebunden sind."

Es sei unglaublich, dass nichts passiert, finden die Beobachter der Vorgänge. "Ich verstehe die Welt nicht, wenn so mit Tieren umgegangen wird. Das sind doch Lebewesen. Ich habe doch Verantwortung für so ein Tier, wenn ich es besitze." Laut ihnen sind die Lämmer, die dieses Jahr gestorben sind, außerdem das Produkt von Inzucht. Und auch in der Vergangenheit habe es bereits Probleme mit Tieren dieser Halter gegeben, heißt es.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt die zuständige Polizeiinspektion, dass es am 19. Januar den Einsatz gegeben hat, bei dem zwei tote Lämmer entdeckt worden sind. Die Polizei hat daraufhin das Veterinäramt informiert. Aus polizeilicher Sicht ist der Fall damit vorerst abgeschlossen, die Überprüfung liege nun bei dem Amt. Nur falls das Veterinäramt zu dem Schluss kommen sollte, dass ein Fall im Straftatenbereich vorliegen könnte, wäre es wieder eine Sache der Polizei. Fälle im Ordnungswidrigkeitenbereich oder die Aussprache eines Haltungsverbot seien beispielsweise aber nicht in der Zuständigkeit der Polizei.

Prüfung durch Veterinäramt läuft

Das Landratsamt Schwandorf informiert auf Nachfrage ebenfalls darüber, dass zu dem Fall beim Veterinäramt eine Meldung eingegangen sei. Es seien "Vorhaltungen zur Haltung mehrerer Schafe" erhoben worden. Wie das Amt weiter berichtet, sei man bisher zwei Mal vor Ort gewesen, um die Schafhaltung zu überprüfen. "Die Schafhaltung wird in nächster Zeit erneut überprüft, um die Zusicherung der Schafhalter, sich korrekt um die Schafe zu kümmern, überprüfen zu können", heißt es weiter. Konkrete Details wolle man zu einem laufenden Verfahren nicht bekanntgeben.

Ebenso bestätigt das Landratsamt, dass das Veterinäramt bereits in der Vergangenheit bei dem betreffenden Tierhalter war. Demnach waren Mitarbeiter bereits 2019 wegen der Haltung von Rindern vor Ort, wobei keine Mängel festgestellt wurden. 2021 wurde durch den Halter nach Überprüfung ein Hund abgegeben. Mängel bei der Haltung von Schafen und Hühnern seien 2022 laut Landratsamt nach einer Kontrolle beseitigt worden. Der derzeitige Fall sei noch ein laufender Vorgang. Die Halter der Tiere waren für eine Stellungnahme von Oberpfalz-Medien nicht zu erreichen.

Hintergrund:

Tierschutzgesetz

  • Pflege: Ein Tierhalter muss das Tier Art und Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen
  • Bewegung: Möglichkeit des Tiers zu artgemäßer Bewegung darf nicht so eingeschränkt werden, dass Schmerzen oder vermeidbare Leiden/Schäden zugefügt werden
  • Kenntnisse: Halter muss für angemessene Ernährung, Pflege und Unterbringung die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten haben
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Günter Schanné

Angesichts der Flächenausdehnung des Großlandkreises Schwandorf, der zahlreichen hoheitsrechtlichen Aufgaben des staatlichen Veterinäramtes, der Urlaubs und sonstigen Fehltage und der ministeriellen Fesselung beim Tierschutz in der Landwirtschaft ist das Schwandorfer Veterinäramt personell unterbesetzt.

14.03.2025
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