17.07.2018 - 16:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Weitere Millionen für das Schulzentrum

Die Sanierung des Beruflichen Schulzentrums Oskar von Miller in Schwandorf ist die größte Baumaßnahme in der Geschichte des Kreises. Nun will der Landkreis dort weitere Millionen investieren - auch dank einer einmaligen Chance.

Der Fachbereich Körperpflege am Beruflichen Schulzentrum Oskar von Miller ist derzeit in provisorisch eingerichteten Räumen untergebracht. Im geplanten Neubau haben die angehenden Friseure künftig genügend Platz.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Die bisherige Planung zur Sanierung der Schule bietet natürlich grundlegende Verbesserungen. Allerdings gäbe es weiterhin Einschränkungen, die nicht lösbar sind. Das betrifft zum Beispiel den aktuell erweiterten Raumbedarf: Weil der Platz nicht ausreicht, müssten drei Klassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA) in einer Containeranlage untergebracht werden. Außerdem ist in der bisherigen Planung kein Platz für Lagerflächen oder einen Werkhof. Hinzu kommt: Einige Räume wären wegen ihrer Lage - wie bisher - schlecht natürlich beleuchtet und belüftet.

Wie Architekt Marcus Vollmann vom Büro Krug-Grossmann bei der Sitzung des Bauausschusses des Landkreises am Montag ausführte, sei Sachgebietsleiterin Michaela Gottmeier deshalb bereits im vergangenen Jahr an die Architekten herangetreten, um nach möglichen Lösungen zu suchen. Eine Möglichkeit wäre es, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein weiteres Gebäude zu errichten. Dadurch wäre das Raumproblem zwar gelöst, aber es gäbe weite Wege und außerdem die Kreuzung mit der Glätzlstraße. Als nun ein Grundstück nordwestlich der Schule zum Verkauf stand, eröffnete sich plötzlich eine neue Möglichkeit: Der Landkreis zögerte nicht lange und griff zu. Dadurch wäre es laut Architekt Vollmann möglich, auf diesem Areal ein neues Gebäude zu errichten und mit dem bisherigen Werkstattwürfel zu verbinden.

800 Quadratmeter mehr

Dadurch wäre nicht nur der Raumbedarf gedeckt. Vollmann bezeichnete diese Möglichkeit als optimale Anbindung an den Bestand, die auch eine Neuordnung der Funktionsbereiche zulässt. Künftig wären an der Schule dann drei Funktionsbereiche in drei Gebäudeteilen untergebracht. Insgesamt würden durch den Neubau rund 800 Quadratmeter reine Nutzfläche für die Schule entstehen. Dadurch könnte auf die Containerbauten für JoA-Klassen verzichtet werden, es gäbe Platz für vier weitere Flüchtlingsklassen, und die Fachbereiche Maler, Bau und Körperpflege würden über ausreichend Raum verfügen. Die Kosten für den Neubau bezifferte Vollmann in einer ersten groben Schätzung auf etwa 6,5 bis 8,5 Millionen Euro, die zu der ohnehin geplanten Sanierung des Werkstattwürfels dazukämen. Die Gesamtkosten alleine in diesem Bereich summieren sich dadurch auf rund 14 Millionen Euro. Außerdem würde sich die Bauzeit natürlich verlängern: Ging man bis dato von einem Abschluss der Maßnahme im Jahr 2021 aus, könnte es nun bis 2024 dauern, ehe die Bauarbeiter abziehen.

Lob aus den Fraktionen

"Die gute Nachricht ist: Es wird nicht so lange dauern wie der Berliner Flughafen und nicht so teuer wie die Elbphilharmonie", merkte Landrat Thomas Ebeling scherzhaft an. Er konnte sich mit dem vorgestellten Lösungsvorschlag aber gut anfreunden: "Ich sehe auch große Vorteile". In diesem Zusammenhang dankte Ebeling den vormaligen Eigentümern des Grundstücks für die guten und konstruktiven Gespräche.

Georg Butz ergriff für die CSU-Fraktion das Wort und befürwortete die vorgestellte Planung: "Das Konzept spricht die Zukunft an", betonte er und lobte den guten Vorschlag der Architekten. "Verbesserungen sollte man sich nicht in den Weg stellen", sprach sich auch Siegfried Damm für die SPD dafür aus, das vorgestellte Konzept weiterzuverfolgen. Durch den Grundstückskauf, der ein Glücksfall gewesen sei, gebe es eine wesentliche Verbesserung. Folglich: "Wir sollten diesen Weg gehen". Dem schloss sich auch Alfred Damm (ÖDP) an: "Das ist sinnvoll und eine gute Verbesserung". Rudolf Sommer (Bündnis90/Die Grünen) bewertete das Vorhaben grundsätzlich ebenfalls positiv. Er mahnte jedoch an, die Folgekosten - vor allem im Energiebereich - im Auge zu haben.

Der Landkreis-Bauausschuss hatte gegen das vorgestellte Konzept keine Einwände und stimmte geschlossen zu. Auf dieser Basis fertigen die Architekten nun einen Vorentwurf. Dann sind auch genauere Aussagen zu den Kosten und der Dauer der Maßnahme zu erwarten.

Die gute Nachricht ist: Es wird nicht so lange dauern wie der Berliner Flughafen und nicht so teuer wie die Elbphilharmonie.

Landrat Thomas Ebeling

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Große Freude beim Schulleiter

"Die Entscheidung lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Begeisterung, Begeisterung, Begeisterung": Die Freude ist Ralf Bormann, dem Leiter des Beruflichen Schulzentrums Oskar von Miller in Schwandorf, auch am Tag nach der Abstimmung im Kreis-Bauausschuss noch anzuhören. In einem Telefonat mit Oberpfalz-Medien betonte er, dass ihm eine andere mögliche Variante mit einem Neubau auf der gegenüberliegenden Seite der Glätzlstraße Magenweh bereitet hätte - vor allem wegen der Verkehrssituation. "Sie wäre dadurch noch schlechter geworden", unterstrich Bormann. Die jetzt favorisierte Alternative mit dem Werkstatt-Anbau an das bestehende Gebäude bezeichnete er hingegen als "super".

Schulleiter Ralf Bormann

Der Entwurf der Architekten macht deutlich, wie das Berufliche Schulzentrum aussehen könnte. Das neu zu bauende Werkstattgebäude ist lila eingefärbt, die bereits bestehenden Gebäude sind grau. Unten führt die Glätzlstraße an der Schule vorbei.

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