18.04.2019 - 11:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Naturschutz, der auch durch den Magen geht

Das Juradistl-Lamm-Projekt gilt als ein umweltpolitischer Leuchtturm innerhalb der Oberpfalz. Der Landschaftspflegeverband zählt 19 Vorhaben in diesem Jahr.

Karl Bley, Wolfgang Nowak, Silke Lohr, Christian Weiß, Georg Doll, Christian Meyer, Armin Wild und Thomas Ebeling (von links) bilden den Vorstand des Landschaftspflegeverbandes.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Landschaftspflegeverband hat im vergangenen Jahr im Landkreis 43 Maßnahmen vollzogen und dafür 140 000 Euro ausgegeben. Davon übernimmt der Staat 120 000 Euro. In diesem Jahr beantragt der Verband 19 Maßnahmenpakete mit einem Kostenvolumen von 173 000 Euro. Der Eigenanteil beträgt 24 000 Euro.

Dem Landschaftspflegeverband gehören 13 Kommunen, zehn Vereine und Verbände sowie 17 Privatpersonen an. Er arbeitet eng mit den landwirtschaftlichen Betrieben und Maschinenringen vor Ort zusammen und beauftragt sie mit den Pflegearbeiten. Bei der Jahresversammlung im Sitzungssaal des Landratsamtes beschlossen die Mitglieder das Programm 2019.

Geschäftsführer Christian Meyer und Landschaftsarchitektin (FH) Silke Lohr erläuterten die Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt, der Pflege, der Entbuschung sowie der Biotop- und Streuobstwiesenpflege. Es handelt sich um Bodenbearbeitung und Mahd bei Nittenau, Teublitz, Bruck, Bodenwöhr, Winklarn, Gleiritsch und Burglengenfeld. In Diendorf (Stadt Nabburg) müssen die Dämme der Langwiedteiche gemäht, die Gehölze zurückgeschnitten werden. "Nachentbuschung und Beweidung" heißt der Auftrag an den Trockenhängen in Stein (Pfreimd), die zu den FFH-Gebieten gehören.

Vorsitzender Landrat Thomas Ebeling stellte die größte Naturschutzmaßnahme der Oberpfalz, das Juradistl-Lamm-Projekt, in den Mittelpunkt. Er sprach vom "Naturschutz, der durch den Magen geht". Das gute Weidefutter garantiere Fleisch von bester Qualität und habe das Juradistl-Lamm längst zu einer Marke werden lassen. "Die Schlachtzahlen haben sich seit 2007 auf 1200 Lämmer pro Jahr stabilisiert", verdeutlichte Thomas Ebeling die große Nachfrage.

Inzwischen wurde die Marke "Juradistl" durch neue Produkte ergänzt. Zehn Gastronomiebetriebe bieten mittlerweile auch Fleisch vom Juradistl-Weiderind an. Seit 2013 ist ferner die Juradistl-Apfelschorle auf dem Markt. Eine Regensburger Kelterei veredelt die Äpfel der neu angelegten Streuobstwiesen. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege, Dachorganisation für 165 Landschaftspflegeverbände, lobt jährlich einen Preis für herausragende Projekte heraus und vergab ihn in der Kategorie "Innovation" an die Jura-Distl-Maßnahme. Das Biodiversitätsprojekt wird bis 2020 von der Regierung der Oberpfalz gefördert und unterstützt.

Der Landschaftspflegeverband beteiligt sich an der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinien und koordiniert die Pflegemaßnahmen an den Gewässern dritter Ordnung, für die die Kommunen zuständig sind. Im Landkreis Schwandorf sind das 238 Kilometer. LPV-Mitarbeiter Markus Kurz wird mit den Kontakt aufnehmen und ihnen die Fördermöglichkeiten erläutern.

Landrat Thomas Ebeling bleibt Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes. Auch seine beiden Stellvertreter Arnold Kimmerl und Armin Wild wurden im Amt bestätigt. Dem Gremium gehören ferner Kassier Wolfgang Nowak, Schriftführer Georg Doll sowie die Beisitzer Christian Weiß, Carl Graf zu Eltz, Karl Bley und Maria Steger an.

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