19.05.2019 - 13:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neue Perspektiven durch Fusion

Der Weg für den Zusammenschluss des SC Ettmannsdorf und des FC Schwandorf ist geebnet. Mit großer Mehrheit erteilten die Mitglieder des SC Ettmannsdorf den Verantwortlichen das Mandat für konkrete Verhandlungen mit dem Patenverein.

Die Fusionsbeauftragten Horst Hohler (links) und Michael Klement (rechts) hielten ein leidenschaftliches Plädoyer für den Zusammenschluss des SC Ettmannsdorf und des FC Schwandorf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Beim FC Schwandorf kommt es dann am 7. Juni zur Abstimmung. Die "Fusionsbeauftragten" Michael Klement und Horst Hohler hielten bei der Mitgliederversammlung am Freitag im Sportheim des SC Ettmannsdorf ein leidenschaftliches Plädoyer für einen Zusammenschluss der beiden Nachbarclubs. Der neue Verein würde mit 1400 Mitgliedern mehr Einfluss haben, könnte die Abteilungen auf eine breitere Basis stellen, die räumlichen und personellen Synergien nutzen und leichter Sponsoren gewinnen. "Nicht zu vergessen die sportlichen Perspektiven", so Horst Hohler. 220 jugendliche Fußballer seien derzeit im Spielbetrieb und erwarten eine bestmögliche Förderung.

"Wir sollten wissen, wo wir herkommen", mahnte Horst Hohler die Bedenkenträger. Vor 25 Jahren habe der SC Ettmannsdorf noch in der C-Klasse gespielt. Heute gehe es darum, dem Sport in der Stadt Schwandorf eine neue Perspektive zu geben und weitere Talente anzulocken. Horst Hohler bestätigte auch Kontakte zum schwächelnden TuS Dachelhofen, der zwar keine Fußballer mehr habe, dafür aber ein verwaistes Sportgelände.

Mit Unterstützung eines professionellen Moderators aus München und des örtlichen Notars hat der Fusionsausschuss, bestehend aus Vertretern beider Vereine, einen juristisch gangbaren Weg geebnet. Voraussetzung für die Fusion ist die Gründung eines neuen Vereins. "Er wird weder SC Ettmannsdorf noch FC Schwandorf heißen", machte Horst Hohler den Mitgliedern deutlich. Er ermunterte sie, sich Gedanken über einen Namen zu machen. Ist die Vereinsgründung erfolgt, verschmelzen der FC Schwandorf und der SC Ettmannsdorf in diesem neuen Verein und bringen auch die Vermögen und Schulden mit ein.

Zuvor wird der FC Schwandorf das 43 000 Quadratmeter große Sportgelände kaufen. FC-Vorsitzender Reinhard Mieschala bestätigte am Freitagabend Verhandlungen mit der Vermögensgesellschaft der Bundesbahn. Momentan steht ein Betrag von 160 000 Euro im Raum. "Das ist leicht zu stemmen", meint stellvertretender FC-Vorsitzender Kurt Mieschala. Nach Abschluss der Verhandlungen werden beide Vereine mit einem "Fusionsbericht" noch einmal vor die Mitglieder treten und die Gründung eines neuen Vereins sowie die Auflösung der bisherigen Clubs vorschlagen.

Bedenken trugen vor allem die Damen der Gymnastikabteilung des SC Ettmannsdorf vor, die sich nach einem Zusammenschluss noch mehr als bisher in den Hintergrund gedrängt fühlen. Horst Hohler sieht in einer Fusion dagegen für alle Abteilungen die Chance, weitere Mitglieder und Übungsleiter zu gewinnen. Eine Austrittswelle erwartet der SC-Funktionär nicht, auch wenn die Beiträge angeglichen werden müssen. Denn zwischen den Beitragssätzen des FC Schwandorf und des SC Ettmannsdorf klafft derzeit doch eine erhebliche Lücke.

Bei fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen beauftragte die Versammlung die Verantwortlichen, die Fusion weiter voranzutreiben. Der Zusammenschluss soll im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Geld mussten die beiden Vereine bislang nicht ausgeben. Stadtverbandsvorsitzender Thomas Fink vermittelte und erreichte, dass die Ausgaben für Notar und Mediator mit Mitteln der städtischen Sportförderung beglichen werden.

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