Der Ausschuss für Schulen, Planung und Bau des Schwandorfer Kreistags hat den ersten Entwurf für ein neues Sitzungssaal-Gebäude am Landratsamt gebilligt. Architekt Peter Bielmeier von Winkler-Architekten (Wörth an der Donau) stellte seine Ideen vor. Diese fanden im Gremium Gefallen, dennoch gab es am Ende Gegenstimmen.
Das Gebäude soll an den neuen Trakt des Landratsamts anschließen. In diesem bestehenden Trakt sind auch die Toiletten, die Catering-Küche und das Stuhllager vorgesehen. Architektonischer Clou: Die Ecke des Gebäudes zur Schwimmbadstraße hin soll abgerundet werden, so die Kurve der Straße aufnehmen. Im Untergeschoss sieht der Entwurf zwei Besprechungsräume vor, dazu Platz für Lüftungstechnik und ein Notstromaggregat. Dieses steht bislang hinter einer Holzverschalung im Freien, nahe den E-Auto-Ladesäulen. Im Obergeschoss ist der Sitzungssaal vorgesehen, mit Platz für 70 Kreisräte samt Tischen, Verwaltung und Sitzungsleitung (auf einem Podest) und Zuschauer. Ohne Tische in Reihen bestuhlt rechnet Bielmeier mit einer Kapazität von 300 Personen. Zum Bestandsbau hin ist eine Terrasse vorgesehen, über die auch der Notausgang führen würde. Beide Stockwerke werden barrierefrei über ein großzügiges, teils über die ganze Gebäudehöhe offenes Foyer erschlossen.
Für die Fassade schlug Bielmeier Keramik-Stelen vor, wie sie ein Anbieter aus der Region im Programm hat. Sie würden die Klinker-Ansicht des Altbaus aufnehmen. Alternativ käme dafür auch Holz infrage. Das Flachdach solle begrünt und mit Photovoltaik ausgestattet werden, so Bielmeier. „Soweit als möglich Holz“, sagte er auf eine Anfrage von Rudi Sommer (Grüne) hin. Ob das Obergeschoss statt in Holzmassivbau auch in (günstigerer) Ständerbauweise möglich sei, müssten erst genaue Statik-Berechnungen ergeben. Die Möglichkeit, auch an der Fassade Photovoltaik anzubringen, soll bis zum nächsten Entwurfsstadium geprüft werden.
Karl Bley (SPD) schlug statt eines festen ein mobiles Podest im Saal vor; außerdem verwies er auf die hohen Kosten und erinnerte an die 3,5 Millionen Euro (für zwei Kostengruppen), die bislang als Grundlage galten. Nun würden alleine für diese beiden Gruppen 5,2 Millionen Euro fällig, insgesamt sogar über 7 Millionen. Landrat Thomas Ebeling hielt den Baukostenindex entgegen, der seit den ersten Schätzungen eine Preissteigerung von 46 Prozent aufweist. Bislang, so Ebeling, habe er auch noch keine neue Medientechnik vorgeschlagen, weil er ohnehin mit einem Neubau des Saals gerechnet habe. Diese „Sowiesokosten“ sind mit zusätzlichen 550.000 Euro angesetzt; das Tiefgeschoss im schon bestehenden neuen Trakt ist noch nicht ausgebaut (275.000 Euro). 385.000 Euro würden für eine Cateringküche fällig. „Wir verheimlichen nichts“, sagte Ebeling. Auf Nachfrage von Barbara Hanauer (CSU) erläuterte Bielmeier, dass das neue Gebäude barrierefrei erschlossen wird. Ein Aufzug ist im neuen Trakt bereits vorhanden, außerdem sei auch ein Zugang über die Terrasse möglich.
„Persönlich bin ich dagegen“, bekräftigte Rudi Sommer seinen Antrag aus dem Kreisausschuss, die Investition für einen neuen Saal zumindest zurückzustellen. „Fürs Protokoll“ stellte er klar, dass sich seine Gegenstimme nicht gegen den Entwurf Bielmeiers richte. Gleiches dürfte auch für die weiteren Kreisräte von SPD, AfD und CWG gelten, die schließlich gegen den nächsten Planungsschritt stimmten. Denn Kritik am Entwurf des Architekten wurde nicht laut.
Bielmeier kann nun auf Grundlage der vorgelegten Ideen weiterplanen. Das beschloss der Ausschuss mit der Mehrheit aus CSU, Freien Wählern und ÖDP. Im Haushalt des Landkreises Schwandorf ist für das Projekt in diesem Jahr eine Summe von 1 Million Euro vorgesehen.
Neuer Sitzungssaal
- Entwurf: Winkler Architekten, Wörth a .d. Donau, Landkreis Regensburg
- Wo: Anbau im Südosten an neuen Landratsamts-Trakt
- Was: Untere Ebene: Foyer, zwei Besprechungsräume (je 65 qm); Technikräume, Platz für Notstromaggregat. Obere Ebene: Foyer/Garderobe, Sitzungssaal (340 qm); Terrasse (125 qm, auch Notausgang)
- Wie: Untere Ebene Stahlbeton; obere Ebene Holzmassivbau; Fassade Keramik oder Holz; begrüntes Dach mit Photovoltaik; barrierefrei
- Kosten: Schätzung 7,04 Millionen Euro (ohne Sowiesokosten, Küche, neues Notstromaggregat, etc: Weitere 1,4 Millionen Euro).











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