14.06.2018 - 17:38 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neues Angebot im Nahverkehr

Bei Anruf Bus: Mit einem bedarfsorientierten Konzept will der Landkreis weiße Flecken im Nahverkehr schließen. "Die Erreichbarkeit und die Mobilität wird sich erheblich verbessern", ist Dr. Thomas Huber von Regionalbus Ostbayern überzeugt.

Im Kreis Tirschenreuth sind schon lange sogenannte „Baxis“ unterwegs. Möglichst unter dem selben Namen wird auch im Landkreis Schwandorf ein Bedarfsangebot für den öffentlichen Personennahverkehr eingeführt.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis wird deutlich ausgebaut: Einstimmig beschloss der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik bei seiner Sitzung am Donnerstag am Landratsamt die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes für den Landkreis.

Es teilt den Kreis in zwölf Sektoren auf und sieht ein Anrufbus-System vor. Das bedeutet, dass Fahrten nur dann stattfinden, wenn sie mindestens eine Stunde vorher angemeldet wurden. Es werden also lediglich Haltestellen angefahren, für die auch ein Bedarf mitgeteilt wurde. Dies soll laut Dr. Huber sowohl telefonisch als auch elektronisch - zum Beispiel per App - möglich sein. Das System soll außerdem in die bestehenden Tarife eingebunden werden. Insgesamt könnten laut Dr. Huber rund 28000 Fahrten im Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen.

Das nun beschlossene Mobilitätskonzept ist das Ergebnis einer umfangreichen Vorarbeit, die Anfang vergangenen Jahres begann. Zunächst stand eine Bestandsaufnahme an, bevor die Daten analysiert, das Konzept geplant und erarbeitet sowie schlussendlich Anforderungen und Empfehlungen zur Umsetzung formuliert wurden. In diesen Prozess waren auch die Landkreisbürger eng eingebunden - zum einen durch eine Haushaltsbefragung, zum anderen durch mehrere Bürgerforen und Workshops im gesamten Landkreis.

Die Folge: "Es wurden genau die Lücken geschlossen, die vorhanden waren", betonte der Redner. Das System sei genau auf die Bedürfnisse der Bürger abgestimmt, kosteneffizient und stelle eine sinnvolle Erweiterung und Stärkung des jetzigen ÖPNV-Netzes dar. Keinesfalls sei es als Konkurrenz zum bestehenden Angebot zu sehen, unterstrich Dr. Huber. Laut einer Schätzung steigen die Kosten für den Landkreis unter Berücksichtigung einer jährlich geringer werdenden Förderung in den ersten fünf Jahren von rund 79000 auf etwa 250000 Euro.

"Respektable Quote"

Landrat Thomas Ebeling freute sich über die signifikante Verbesserung bei der ÖPNV-Erschließung des Landkreises: "Das ist eine sehr respektable Quote, die dadurch erreicht wird". Rudolf Sommer (Bündnis90/Die Grünen) erinnerte daran, dass es im Landkreis Schwandorf bereits einmal ein Rufbus-Projekt gegeben habe, das aber nicht angenommen wurde und gescheitert sei. "Warum soll es jetzt klappen?", wollte er von Dr. Huber wissen. Dieser antwortete, dass es zwischen beiden Projekten Unterschiede im Grundkonzept und der Kommunikation gebe. Durch die Einbindung der Bevölkerung zum Beispiel hoffen die Verantwortlichen, noch mehr den Nerv der Bürger getroffen und Notwendigkeiten erkannt zu haben.

Einstimmiger Beschluss

Bei der Umsetzung will sich der Kreis am Landkreis Tirschenreuth orientieren: Als Name für das Rufbus-System will er den dort schon geläufigen Namen "Baxi" verwenden - sofern der Landkreis Tirschenreuth keine Einwände dagegen hat. Einstimmig stimmte der Ausschuss der Einführung der bedarfsorientierten Anrufbusse ab dem 1. Januar kommenden Jahres zu. Hintergrund

Es wurden genau die Lücken geschlossen, die vorhanden waren.

Dr. Thomas Huber

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