Schwandorf
22.07.2026 - 08:48 Uhr
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Neues Wohnprojekt in Schwandorf: 96 Einheiten auf Industriebrache

Das Projekt „Mehrgenerationenhaus Tonwarenfabrik“ gleicht einer unendlichen Geschichte. Der Planungsausschuss der Stadt Schwandorf schlägt nun ein weiteres Kapitel auf.

So soll das "Mehrgenerationenwohnen Tonwarenfabrik" auf dem ehemaligen TWF-Gelände in Schwandorf einmal aussehen. Unternehmer Maximilian Weigl stellte den Stadträten die Planung in visualisierter Form vor. Bild: Maximilian Weigl
So soll das "Mehrgenerationenwohnen Tonwarenfabrik" auf dem ehemaligen TWF-Gelände in Schwandorf einmal aussehen. Unternehmer Maximilian Weigl stellte den Stadträten die Planung in visualisierter Form vor.

Eigentlich ist die 11.000 Quadratmeter große Industriebrache inmitten der Stadt Schwandorf ein Filetstück. Es liegt auf dem Areal der ehemaligen Tonwarenfabrik und grenzt unmittelbar an den Rewe-Supermarkt an. Mehrere Planer und Bauträger haben in den vergangenen Jahren eine Erschließung versucht, sind aber aus unterschiedlichen Gründen an der Umsetzung gescheitert.

Nun startet die Vorhabensträgerin "Aurora Immobilien GmbH" aus Auerbach einen neuen Versuch und holte sich die Weigl-Unternehmensgruppe aus Schwandorf mit ins Boot. Geschäftsführer Maximilian Weigl stellte die neuen Pläne bei der Sitzung des Planungs- und Umweltausschuss am Montag im Rathaus vor.

Keine Tiefgarage

In sechs Blöcken sollen 96 Wohneinheiten entstehen. 40 davon sind kleiner als 50 Quadratmeter, 44 zwischen 50 und 80 Quadratmeter und zwölf über 80 Quadratmeter. Auf die Kritik der AfD-Stadträtin Carmen Müller zu den Wohnungsgrößen reagierte Maximilian Weigl mit dem Hinweis, dass die Nachfrage nach größeren Wohnungen zurückgehe und er nicht „am Markt vorbei“ bauen wolle. Die Planer verzichten auf eine Unterkellerung der Wohnungen, auf eine Tiefgarage und eine ursprünglich geplante Kindertagesstätte. Die 156 Autostellplätze verteilen sich stattdessen über das Gelände.

Die Wohnungen sind für Singles, Senioren und junge Familien gleichermaßen gedacht. Maximilian Weigl rechnet mit einem Käuferklientel, das zu zwei Dritteln aus Kapitalanlegern und zu einem Drittel aus Eigennutzern bestehen könnte. Verkaufspreise von 5000 Euro pro Quadratmeter und Mietpreise von 13 Euro pro Quadratmeter hält der Immobilienunternehmer in der Großen Kreisstadt für vertretbar. Er gibt zu verstehen: „Ich bin kein Samariter und muss wirtschaftlich denken.“

Mit 23 Millionen Euro geplant

Weigl will das Projekt durchziehen, unabhängig davon, ob er eine staatliche Förderung für sozialen Wohnungsbau bekommt oder nicht. Er hat eine Investitionssumme von 23 Millionen Euro eingeplant. „Ich will einfach nur schöne Gebäude inmitten meiner Heimatstadt bauen“, gab der gebürtige Schwandorfer seinen Kritikern zu verstehen. Zu ihnen gehört vor allem SPD-Stadtrat Franz Schindler, der den Unternehmer Maximilian Weigl für „unseriös“ hält und deshalb den Plänen seine Zustimmung verweigert. Weigl wies Schindlers Kritik als „unsachlich“ zurück und verwies auf Wohnbau-Projekte in Fronberg, Kronstetten und Wernberg, die aktuell unter seiner Regie entstehen.

Weitere Wortbeiträge befassten sich mit dem Problem der Verkehrsanbindung. Das Areal grenzt an die Zenger- und Vogelstraße an, deren Anwohner sich in der Vergangenheit bereits kritisch zu Wort gemeldet haben und dies in Zukunft wohl erneut tun werden. „Das Projekt wird im Umfeld Probleme verursachen“, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Sie winkten den neuen Entwurf dennoch bei zwei Gegenstimmen durch und übergaben ihn der Verwaltung zum weiteren Verfahren.

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