17.01.2021 - 10:13 Uhr
SchwandorfOberpfalz

ÖDP-Kandidat: Kein Zurück zu „Vor-Corona-Wachstums-Normalität“

Sönke Siebold (49) bewirbt sich für die ÖDP um das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis 234 Schwandorf. Der technische Ingenieur am Landratsamt Cham war bei der Nominierungsversammlung in Schwandorf der einzige Kandidat.

Sönke Siebold bewirbt sich für die ÖDP um das Bundestagdirektmandat im Wahlkreis Schwandorf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Wir wollen flächendeckend kandidieren und dem Wähler eine Alternative anbieten“, betonte der Schwandorfer Kreisvorsitzende Alfred Damm bei Wahlkreisversammlung am Samstag im Konrad-Max-Kunz-Saal der Schwandorfer Oberpfalzhalle. Bei der überschaubaren Zahl von 17 Teilnehmern aus den Landkreisen Schwandorf, Cham und Regensburg (Wörth/Donau und Brennberg) erlaubte das Landratsamt eine Präsenzveranstaltung. Der Vorschlag für den Direktkandidaten kam vom Chamer Kreisvorsitzenden Stefan Scheingraber, der bei den Wahlen vor vier Jahren selbst angetreten war.

Sönke Siebold wurde im „Wahl-O-Mat“ auf die ÖDP aufmerksam und schloss sich nach „85-prozentiger Übereinstimmung“ der Partei an, die ihn im vergangenen Jahr ins Rennen um die Wahl des Chamer Landrats schickte. Diese Kandidatur hatte ein Nachspiel. „Man hat ihm mit Versetzung gedroht“, empörte sich Kreisvorsitzender Stefan Scheingraber und machte deutlich: „Es kann doch nicht sein, dass jemand beruflich benachteiligt wird, nur weil er nicht der richtigen Partei angehört“.

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In der „Überlastung des Planeten“ sieht Sönke Siebold die größte Bedrohung für die Menschheit, denn: „Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen“. Profitstreben dürfe nicht länger menschliches Handeln bestimmen. Der Klimawandel werde die Flüchtlingsströme verstärken, ist der ÖDP-Politiker überzeugt. Eine dauerhafte Abschottung sei illusorisch. Für Europa werde deshalb die Alternative lauten: „Teilen oder töten“. Es sei denn, es werde gelingen, die Flüchtlingsursachen wirksam zu beseitigen.

Bei der Bekämpfung der Pandemie vermisst der Diplom-Ingenieur (FH) Transparenz. „Viele Maßnahmen sind nicht nachvollziehbar“, kritisiert Sönke Siebold. Außerdem fehle den Entscheidungsprozessen die demokratische Legitimation. Der aktuelle Umgang der Politiker mit der Macht zerstöre das Vertrauen der Menschen in die Demokratie. Für den ÖDP-Vertreter steht auf jeden Fall fest: „Nach der Pandemie können wir auf keinen Fall so weitermachen wie bisher“. Er fordert „die Abkehr von der Wachstumsideologie“ und ein Umdenken in der Lebensweise. „Die Konzentration auf eine florierende Wirtschaft“ widerspreche den Zielen der ÖDP, die den Grundsatz „Mensch vor Profit“ vertrete. Die Vernichtung der natürlichen Lebensgrundlagen zulasten der nachfolgenden Generationen hält Sönke Siebold für unverantwortlich. Seiner Meinung nach entferne sich „die Politik immer mehr vom Menschen“. Der ÖDP-Politiker wünscht sich „mehr Dialog, Transparenz und Verantwortungsgefühl“ und betont: „Ich möchte politisches Handeln wieder auf die Grundwerte des Zusammenlebens zurückführen, um gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können“.

Bei der Wahl stimmten 15 Delegierte für den Direktkandidaten Sönke Siebold. Es gab eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

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