18.08.2019 - 12:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Öko-Beitrag zur Artenvielfalt

Vor seinem Haus am Bahnweg hat der Garten- und Landschaftsgestalter Jochen Surel eine Fläche mit heimischen Wildpflanzen angelegt und mitten in der Stadt ein Refugium für Insekten geschaffen.

ÖDP-Ortsvorsitzender Jochen Surel hat vor seinem Haus im Bahnweg einen Blühstreifen angelegt und wirbt um Nachahmung.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Das Artensterben geschieht vor unserer Haustüre", sagte der Vorsitzende des ÖDP-Ortsverbandes Schwandorf bei der Hauptversammlung am Mittwoch in der "Taverne Olympia". Jeder Gartenbesitzer könne seinen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt leisten. Für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf gab der Vorsitzende die Devise aus: "Die ÖDP muss sich als Umweltpartei klar positionieren und für den Schutz der Heimat eintreten".

"Klimanotstand ausrufen"

Nach dem Besuch des Entsorgungsunternehmens Lober, das seiner Meinung nach "massive Probleme mit der Verarbeitung des Plastikmülls" habe, kam Jochen Surel zu dem Schluss: "Wir alle müssen in Zukunft viel konsequenter handeln und Plastikmüll vermeiden". Bei einem Treffen mit einem Imker und bei der Besichtigung der Vogellauffangstation in Regenstauf sei den Beteiligten bewusst geworden: "Das Wissen der Menschen um die Natur lässt rapide nach".

Die Umweltschutzpartei will sich mit dem Thema "ökologischer Landbau" und den Auswirkungen des Mobilfunks auf die Gesundheit der Menschen befassen. Walburga Ferstl-Sailer äußerte Bedenken zur Digitalisierung in den Schulen und befürchtet eine Strahlenbelastung der Kinder.

"Die Stadt Schwandorf soll den Klimanotstand ausrufen". Diesen Antrag wird Stadtrat Alfred Damm bei der nächsten Sitzung stellen. Der ÖDP-Kreisvorsitzende will mit diesem "symbolischen Akt" bewirken, "dass in Zukunft alle Maßnahmen der Stadt auf ihre Umweltverträglichkeit hin überprüft werden".

Alfred Damm wird sich diesmal nicht um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben. Er geht davon aus, "dass die ÖDP 2020 weder einen OB- noch einen Landratskandidaten stellen wird". Stattdessen werde die Partei versuchen, mit "einer starken Liste" zu punkten und den derzeitigen zwei Stadtratssitzen einen weiteren hinzuzufügen. "Dann hätten wir Fraktionsstärke", sagte Alfred Damm.

Er lobte "die kollegiale Zusammenarbeit" im Stadtrat, die Sitzungen liefen ohne persönliche Vorwürfe ab. Der ÖDP-Stadtrat bedauerte es, dass sein Antrag auf Live-Übertragungen aus dem Sitzungssaal abgelehnt worden sei. Mit Blick auf die anderen ÖDP-Anträge kam Alfred Damm jedoch zu dem Schluss: "Unsere Arbeit im Stadtrat kann sich sehen lassen".

"Wo sind die Stolpersteine geblieben?" fragte Stadtrat Wolfgang Meischner. Auf seine Initiative hin setzte ein Künstler vor sechs Jahren in der Friedrich-Ebert-Straße fünf Gedenksteine zur Erinnerung an die jüdische Familie Friedmann. Bei der Sanierung der Straße mussten die Steinquader weichen. "Sie müssen wieder hin", waren sich Wolfgang Meischner und Alfred Damm einig.

Für Baumschutzverordnung

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der Feinstaubproblematik hält Surel eine Baumschutzverordnung für die Stadt Schwandorf für "dringend erforderlich". Er strengt deshalb ein Bürgerbegehren an und wirbt um Unterschriften.

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