Seit 50 Jahren steht der Weisse Ring Menschen zur Seite, die Opfer einer Straftat geworden sind. 2026 feiert die bundesweit tätige Opferhilfeorganisation ihr 50-jähriges Bestehen. Ein besonderes Jubiläumsjahr, das zugleich Anlass ist, den Blick auf die Zukunft der Opferhilfe vor Ort zu richten. Denn: Der Weisse Ring möchte im Landkreis Schwandorf wieder eine eigene Außenstelle aufbauen. Das gab die Organisation nun in einer Pressemitteilung bekannt.
"Für die eigene Außenstelle braucht es engagierte Frauen und Männer, die bereit sind, sich ehrenamtlich für Kriminalitätsopfer einzusetzen und sich zu ehrenamtlichen Opferhelferinnen und Opferhelfern ausbilden zu lassen, um Betroffenen die erforderliche Unterstützung geben zu können", erklären die Verantwortlichen des Weissen Rings.
Eine Straftat könne einen Menschen völlig unvorbereitet treffen und das eigene Leben nachhaltig verändern. Neben den unmittelbaren Folgen bleiben häufig Angst, Unsicherheit und viele offene Fragen zurück. In dieser Situation kann es helfen, jemanden an der Seite zu haben, der zuhört, Orientierung gibt und Unterstützung anbietet. Genau hier setze die Arbeit des Weissen Rings an.
"Ehrenamtliche Opferhelferinnen und Opferhelfer nehmen sich Zeit für Betroffene, hören zu, informieren über mögliche Hilfen und begleiten sie in einer schwierigen Lebenssituation. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe werden die Ehrenamtlichen entsprechend vorbereitet und ausgebildet. Vorkenntnisse in der Opferhilfe sind dabei nicht zwingend erforderlich. Viel wichtiger sind Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Lebenserfahrung und die Bereitschaft, anderen Menschen beizustehen", heißt es in der Mitteilung.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster, unterstütze den Aufbau einer Außenstelle ausdrücklich. Insbesondere im Rahmen der Arbeit des Arbeitskreises gegen sexuellen Missbrauch wird das Fehlen einer regional verankerten Anlaufstelle des Weissen Rings bislang wahrgenommen. "Eine lokale Präsenz würde es ermöglichen, Betroffenen zeitnah qualifizierte Beratung sowie unbürokratische Unterstützung zukommen zu lassen und bestehende Hilfestrukturen sinnvoll zu ergänzen", erklärt die Organisation.
Wie sieht die Arbeit des Weissen Rings konkret aus? Was bedeutet es, Opferhelferin oder Opferhelfer zu sein? Welche Aufgaben erwarten die Ehrenamtlichen, wie läuft die Ausbildung ab und welche Unterstützung erhalten sie? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es bei zwei Veranstaltungen im Landkreis Schwandorf. Der Weisse Ring stellt dort seine Arbeit und die Möglichkeiten der Opferhilfe vor. Im Mittelpunkt steht dabei aber vor allem die Suche nach Menschen, die sich engagieren und beim Aufbau der neuen Außenstelle mitwirken möchten. Die Veranstaltungen finden am 6. Oktober um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus Wackersdorf, Hauptstr. 15, und am 8. Oktober um 18 Uhr im Bürgertreff Burglengenfeld, Europaplatz 1, statt.
Die Veranstaltungen würden sich laut Angaben der Organisation ausdrücklich auch an Menschen richten, die bisher noch keinen Kontakt zum Weissen Ring hatten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zunächst unverbindlich zu informieren, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob ein Ehrenamt in der Opferhilfe das Richtige sein könnte. Aber auch ohne Besuch der Veranstaltung können sich Interessierte gerne an den Weissen Ring wenden. Die Außenstelle Cham ist unter der 0151/55164641 oder cham[at]mail.weisser-ring[dot]de erreichbar.













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